Diplomarbeit, 2003
140 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
Einleitung
I. Die aktuelle Überforderung der Schule – Sozialpädagogische Überlegungen
1. Schule im gesellschaftlichen Spannungsfeld
1.1 Ambivalente Funktionszuweisungen
1.2 Gesellschaftliche Dynamik und schulstrukturelle Stabilität
2. Chancengleichheit – Ein gesellschaftlicher Auftrag der Schule
2.1 Begründung von und Bemühungen um Chancengleichheit
2.2 Individuelle Förderung baut Benachteiligungen ab
3. Bildung im Spannungsfeld von Politik und Pädagogik
3.1 Ein aktuelles Verständnis von Bildung
3.2 Zur politischen Vereinnahmung des Bildungsbegriffs
3.3 Bildung reicht über Schule hinaus
4. Lebensweltorientierung – Ein sozialpädagogischer Eckwert von Bildung
4.1 Lebensweltorientierung in der Schule
4.2 Partizipation ist mehr als nur dabei zu sein
II. Wege aus der Überforderung – Schulentwicklung und Schulsozialarbeit
1. Von der Schulreform zur Schulentwicklung
2. Die Debatte um schulische Selbstorganisation
2.1 Zur Autonomie der Schule
2.2 Problematik und offene Fragen
3. Konzepte der Schulentwicklung
3.1 Strategische Handlungskonzepte (Der Institutionelle Schulentwicklungsprozess)
3.2 Inhaltliche Handlungskonzepte (Das Haus des Lernens)
3.3 Politische Programme (GÖS; Ganztagschulinitiative)
3.4 Zusammenfassende Beurteilung der Schulentwicklungskonzepte
4. Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe
5. Eine nähere Bestimmung von Schulsozialarbeit
5.1 Inhaltliche Aspekte von Schulsozialarbeit
5.2 Strukturelle Aspekte von Schulsozialarbeit
6. Schulentwicklung durch Schulsozialarbeit
6.1 Zum Verhältnis von Schulsozialarbeit und Schulentwicklung
6.2 Warum sich Schulsozialarbeit und Schulentwicklung so gut ergänzen
6.3 Standards und Qualitätsmaßstäbe
Abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die aktuelle Problematik des deutschen Bildungssystems und hinterfragt, inwieweit die Schulsozialarbeit einen konstruktiven Beitrag zur Schulentwicklung leisten kann, um schulische Überforderungen abzubauen und eine humane, zukunftsfähige Schule zu gestalten.
1.1 Ambivalente Funktionszuweisungen
Die genauere Erörterung des Verhältnisses von Schule und Gesellschaft ist innerhalb der Sozialwissenschaft Gegenstand der Theorie der Schule. Über Notwendigkeit, Nutzen und Brauchbarkeit dieser Theorie wurde lange Zeit gestritten, bis Helmut Fend 1980 mit seiner Theorie der Schule ein empirisch begründetes Werk vorlegte. Dieses ist seitdem mehr als nur ein Beleg für die Möglichkeit einer adäquaten Forschung in diesem Zweig, sondern wird vor allem immer dann wieder herangezogen, wenn es um die Beschreibung der gesellschaftlichen Funktionen von Schule geht. Auch ich möchte in diesem Kapitel auf die von Fend beschriebenen Reproduktionsfunktionen der Schule eingehen, um auf der Grundlage der sich aus ihnen ergebenden Spannungen die Situation der Schule als grundlegend belastet hinsichtlich ihrer Weiterentwicklung zu kennzeichnen.
Gesellschaftliche Funktionen beschreiben das Verhältnis eines Subsystems zur Gesellschaft und bezeichnen den gesellschaftlichen Nutzen. Ein System wird demgegenüber dysfunktional genannt, wenn für die Gesellschaft ein Schaden entsteht (vgl. Meyer, 1997, 295f). Fend (1980) nähert sich der Schulen als gesellschaftlichen Systemen, als „Institutionen der gesellschaftlich kontrollierten und veranstalteten Sozialisation“ (ebd., 2) und entwickelt unter Bezugnahme auf die strukturell-funktionale Tradition Parsons drei grundsätzliche Funktionen von Schule: Die Qualifikations-, die Selektions- und die Legitimationsfunktion.
I. Die aktuelle Überforderung der Schule – Sozialpädagogische Überlegungen: Diese Sektion beleuchtet das Spannungsfeld, in dem sich Schule aufgrund widersprüchlicher gesellschaftlicher Erwartungen befindet, und diskutiert das Postulat der Chancengleichheit sowie moderne Bildungsbegriffe.
II. Wege aus der Überforderung – Schulentwicklung und Schulsozialarbeit: Dieser Teil analysiert Ansätze der Schulentwicklung und untersucht, wie professionelle Schulsozialarbeit durch Kooperation mit der Jugendhilfe als Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Schule fungieren kann.
Schulentwicklung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Chancengleichheit, Bildungsreform, Lebensweltorientierung, Partizipation, Sozialpädagogik, Schulpädagogik, Bildungssystem, Selbstorganisation, Autonomie, Schulkultur, Kooperation.
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Krise des Bildungssystems und diskutiert Möglichkeiten, wie Schule durch sozialpädagogische Unterstützung weiterentwickelt werden kann.
Die zentralen Felder sind die aktuelle Überforderung des Schulsystems, die Bedeutung von Chancengleichheit, Konzepte der Schulentwicklung sowie die Kooperation von Schule und Jugendhilfe.
Die Arbeit fragt nach der spezifischen Problematik der Schule heute und untersucht, ob und wie Schulsozialarbeit einen Beitrag zur Lösung dieser Schwierigkeiten leisten kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Diskursanalyse, die aktuelle schulpädagogische und sozialpädagogische Fachliteratur sowie bildungspolitische Dokumente kritisch zueinander in Bezug setzt.
Im Hauptteil werden zunächst die gesellschaftlichen Ursachen schulischer Überforderung diskutiert, gefolgt von einer Analyse gängiger Schulentwicklungskonzepte und der Rolle der Schulsozialarbeit.
Begriffe wie Schulentwicklung, Schulsozialarbeit, Lebensweltorientierung, Partizipation und Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe stehen im Zentrum der Arbeit.
Das "Haus des Lernens" dient als Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz, der Bildung nicht als bloße Stoffvermittlung versteht, sondern als aktiven, subjektorientierten Prozess.
Die Kooperation ermöglicht der Schule den Zugriff auf sozialpädagogische Fachlichkeit, um Schüler individueller zu fördern und auf deren Lebenswelt einzugehen, was intern allein oft nicht leistbar ist.
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