Bachelorarbeit, 2021
46 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Periphere Hörstörungen im Kindesalter
3 Deutsche Gebärdensprache
4 Gebärdenspracherwerb gehörloser Kinder
4.1 Phonologisch-lexikalische Entwicklung
4.2 Morphosyntaktische Entwicklung
4.3 Erwerb des Fingeralphabets
5 Autismus-Spektrum-Störungen
6 Hörstörung und Autismus-Spektrum-Störung
6.1 Epidemiologie
6.2 Ätiologie
6.3 Symptomatik
6.4 Diagnostik
6.5 Therapie
7 Gebärdensprache bei gehörlosen Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung
7.1 Forschungsergebnisse
7.2 Diskussion
8 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Doppeldiagnose einer Hörschädigung und einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) auf den Gebärdenspracherwerb sowie die charakteristischen Merkmale von Kindern mit dieser Komorbidität, um daraus Erkenntnisse für Diagnostik und Förderung abzuleiten.
6.3 Symptomatik
Die Menge der Forschungsergebnisse, die die Population der hörgeschädigten Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung beschreiben, ist gering. Roper, Arnold und Monteiro (2003, S. 250–251) könnten in ihrer Studie keine Unterschiede in der Schwere der autistischen Symptome zwischen gehörlosen und hörenden Kindern feststellen. Diese ist jedoch die einzige Quelle, die angibt, dass gehörlose Kinder mit Autismus dieselbe Symptomatik zeigen wie hörende autistische Kinder.
Es fehlt an weiteren Studien, die untersucht haben, ob sich das Sozialverhalten und die Verhaltensmuster bei hörgeschädigten Kindern mit ASS im Vergleich zu hörenden Kindern unterscheiden. Szymanski und Brice (2008, S. 14) argumentieren, dass gehörlose Kinder die Welt anders als hörende Kinder erleben und es daher logisch wäre, wenn Unterschiede im Verhalten oder den Sozialisationsmustern gibt. Auch Jure et al. (1991, S. 1062) vertreten die Meinung, dass sowohl Hörstörungen als auch Autismus-Spektrum-Störungen jeweils tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung von Sprache und Kommunikation haben und deshalb die gemeinsamen Auswirkungen wahrscheinlich kumulativ und gravierend sein können.
Hörstörungen bei Kindern mit Autismus reichen von peripheren und sensorineuralen Hörverlusten bis hin zu auditiver Überempfindlichkeit und bizarren Reaktionen auf Geräusche. Die Kommunikationsschwierigkeiten bei ASS könnten durch die sensorische Deprivation bei vorhandenem Hörverlust und durch sprachliche Defizite, die bereits vorhanden oder auf die Schwerhörigkeit zurückzuführen sind, verstärkt werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik, dass trotz guter Erforschung einzelner Störungen wenig Wissen über die Auswirkungen ihrer Kombination existiert, und stellt die Forschungsfragen bezüglich des Gebärdenspracherwerbs bei betroffenen Kindern.
2 Periphere Hörstörungen im Kindesalter: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Arten von Hörstörungen nach Ursache und Ort der Schädigung und erläutert die damit verbundenen Einschränkungen der auditive Wahrnehmungsfähigkeit.
3 Deutsche Gebärdensprache: Hier werden die Grundmerkmale der Deutschen Gebärdensprache dargestellt, insbesondere die visuell-gestische Modalität und die vier sublexikalischen Parameter der Gebärdenbildung.
4 Gebärdenspracherwerb gehörloser Kinder: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklungsstufen gehörloser Kinder beim Erstspracherwerb, wobei besonderes Augenmerk auf die phonologisch-lexikalische und morphosyntaktische Entwicklung gelegt wird.
5 Autismus-Spektrum-Störungen: Die Kernsymptome von ASS werden hier definiert, inklusive der sozialen Interaktionsschwierigkeiten, Kommunikationsauffälligkeiten und repetitiven Verhaltensmuster sowie eine Einordnung der Klassifikationssysteme.
6 Hörstörung und Autismus-Spektrum-Störung: Dieser Hauptteil analysiert die Epidemiologie, Ätiologie, Symptomatik und die Schwierigkeiten der Diagnostik und Therapie bei Kindern mit der genannten Doppeldiagnose.
7 Gebärdensprache bei gehörlosen Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung: Hier werden Forschungsergebnisse zum Gebärdenspracherwerb bei Kindern mit dieser Doppeldiagnose vorgestellt und diskutiert, wobei spezifische Phänomene wie Echolalie und Pronominalvermeidung analysiert werden.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, betont den aktuellen Mangel an Forschung und plädiert für die Entwicklung spezialisierter diagnostischer Verfahren für diese Population.
Doppeldiagnose, Hörschädigung, Autismus-Spektrum-Störung, ASS, Deutsche Gebärdensprache, Gebärdenspracherwerb, Komorbidität, Diagnostik, Frühförderung, Kommunikation, Echolalie, Pronomenvermeidung, Spracherwerb, visuelle Modalität, Inklusion
Die Arbeit beschäftigt sich mit Kindern, die sowohl eine Hörschädigung als auch eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) aufweisen. Ziel ist es zu ergründen, wie sich diese Doppeldiagnose auf den Spracherwerb, speziell den Gebärdenspracherwerb, auswirkt.
Zentral sind die medizinischen und pädagogischen Grundlagen von Hörschädigung und ASS, die Herausforderungen bei der Diagnosefindung für beide Störungen sowie die spezifischen sprachlichen Entwicklungsprozesse bei gehörlosen Kindern im autistischen Spektrum.
Das Hauptziel ist es, auf Basis der aktuellen Forschungslage zu beschreiben, inwieweit sich gehörlose autistische Kinder von hörgeschädigten Kindern ohne Autismus unterscheiden und welche Besonderheiten im Gebärdenspracherwerb auftreten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse und -synthese durchführt, indem sie bisherige internationale Studien und Forschungsergebnisse vergleicht und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Darstellung der Einzelstörungen sowie der komplexen Problematik ihrer Kombination hinsichtlich Epidemiologie, Symptomatik, Diagnostik und Therapie. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Gebärdenspracherwerb bei dieser speziellen Schülerpopulation.
Die zentralen Schlagworte sind Doppeldiagnose, Hörschädigung, Autismus-Spektrum-Störung, Gebärdenspracherwerb und Komorbidität.
Die Diagnose ist aufgrund von Symptomüberschneidungen schwierig; häufig werden autistische Merkmale fälschlicherweise als Folge des Hörverlusts interpretiert (Diagnostic Overshadowing), oder die standardisierten Tests sind nicht für gehörlose Kinder validiert.
Es treten atypische Phänomene auf, wie manuelle Echolalien, eine Neigung zur Pronominalvermeidung und Fehler bei komplexen phonologischen Parametern wie der Handflächenausrichtung, die in der typischen Entwicklung gehörloser Kinder sonst nicht vorkommen.
Da es an speziell validierten Instrumenten fehlt, müssen Experten häufig auf nicht-standardisierte Beobachtungen und Elterninterviews zurückgreifen, was die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit betont.
Die Forschung steht hier noch am Anfang. Oft werden Ansätze für Autismus oder für Hörschädigung kombiniert, wobei die Wirksamkeit bei Doppeldiagnosen aufgrund fehlender systematischer Analysen noch unzureichend belegt ist.
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