Examensarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Bestandsaufnahme der aktuellen Situation und Ausgangslage der Arbeit 3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Französischunterricht im Kontext der Aktualität
2.1 Die traditionelle Unterrichtsphilosophie
2.2 Französischunterricht unter veränderten Voraussetzungen
2.3 Aktuelle Fremdsprachendidaktik
3 Konstruktivismus im Kontext der Aktualität
II. Theoretische Einbettung einer konstruktivistischen Fremdsprachendidaktik
4 Konstruktivistische Grundannahmen
5 Konstruktivistische Didaktik
5.1 Allgemeine Grundlagen
5.1.1 Von der Didaktik der Moderne zur Didaktik der Postmoderne
5.1.2 Lernen
5.1.2.1 Lernen in der Postmoderne
5.1.2.2 Didaktisch wichtige Aspekte des Lernens
5.1.3 Grundpostulate
5.2 Grundlinien einer konstruktivistischen Didaktik
5.2.1 Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion
5.2.2 Drei didaktische Rollen
5.2.3 Drei Ebenen didaktischen Handelns
5.3 Der konstruktivistisch orientierte Lehrer
6 Unterrichtsplanung und -evaluation
6.1 Konstruktivistisch Unterricht planen
6.2 Konstruktivistisch(en) Unterricht evaluieren
III. Konstruktivistische Ansätze in der Fremdsprachendidaktik und ihre praktische Umsetzung
7 Fremdsprachenlernen als Konstruktion
7.1 Selbstorganisationsprozesse in Lernersprachen
7.2 Zur Förderung der Sprachverarbeitung im konstruktivistischen Fremdsprachenunterricht
7.2.1 Rezeptive Sprachverarbeitung
7.2.2 Produktive Sprachverarbeitung
8 Planung eines Unterrichtsentwurfes
8.1 Vorstellung des Themas der Unterrichtsreihe
8.2 Le chat de Tigali von Didier Daenickx
9 Vorstellung der konstruktivistisch ausgelegten Unterrichtsstunden
9.1 Einordnung der Unterrichtseinheiten in einen Jahrgang und in die Unterrichtsreihe
9.2 Unterrichtseinheit I
9.2.1 Tabellarischer Aufbau der Doppelstunde
9.2.2 Ablauf der Unterrichtseinheit
9.2.3 Lernziele
9.3 Unterrichtseinheit II
9.3.1 Tabellarischer Aufbau der Doppelstunde
9.3.2 Aufbau der Unterrichtseinheit II
9.3.3 Lernziele
9.4 Evaluation der beiden Unterrichtseinheiten
10 Praktikabilität und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, konstruktivistische Ansätze für die schulische Praxis im Fremdsprachenunterricht (speziell Französisch) zu adaptieren und zu erproben. Dabei wird untersucht, wie Lernen als aktiver Konstruktionsprozess des Individuums didaktisch gefördert werden kann, anstatt Wissen lediglich instruktiv zu vermitteln.
8.2 Le chat de Tigali von Didier Daenickx
Aus der Sicht eines Grundschullehrers in Form von knappen Tagebucheinträgen wird die Geschichte über die algerische Familie Huet und ihren Kater beschrieben, die aus Algerien zurück nach Marseille, Frankreich zieht. Der Ich-Erzähler nimmt in der Erzählung die Rolle des Familienvaters ein. Wie der Titel bereits verrät, spielt der Kater eine besondere Rolle in der Erzählung. Er wird im Wald angeschossen und schwer verletzt. Ob es sich dabei um einen Unfall oder ein Attentat handelt, wird erst später geklärt. Denn der Ich-Erzähler empfängt einen Brief: „Personne ici ne veut plus voir ta sale bestiole. La prochaine fois sera la bonne“. Auf diesen Brief folgt ein weiterer mit der Aufforderung den Kater kastrieren zu lassen. Nur wenige Tage nach Erhalt des zweiten Briefes wird der Kater durch Rattengift vergiftet tot aufgefunden. Gegen Ende des Buches schenken Dorfkinder Vanessa, der Tochter, fünf kleine Katzen des gleichen Vaters. Die fünf Katzen machen mit ihren achtzehn weiteren Geschwistern, die im Dorf verteilt sind auf sich aufmerksam: „La nuit, leurs cris interminables ressemblent étrangement à l’appel du muezzin de Tigali.“
Der Autor möchte mit der Geschichte beim näheren Betrachten auf Fremdenhass, Rassismus und dualistisches Denken aufmerksam machen.
1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Ausgangslage, der Problemstellung sowie des methodischen Aufbaus der Arbeit.
2 Französischunterricht im Kontext der Aktualität: Analyse der Kluft zwischen aktueller Didaktik und der schulischen Realität sowie Vorstellung der traditionellen Unterrichtsphilosophie.
3 Konstruktivismus im Kontext der Aktualität: Erläuterung der Bedeutung und der historischen Entwicklung des konstruktivistischen Denkens.
4 Konstruktivistische Grundannahmen: Darstellung der theoretischen Fundamente des Konstruktivismus anhand wichtiger Vertreter wie Maturana, Varela und Watzlawick.
5 Konstruktivistische Didaktik: Einführung in die Grundlagen, Methoden und Prinzipien einer konstruktivistischen Didaktik, inklusive der Lehrerrollen.
6 Unterrichtsplanung und -evaluation: Anleitung zur konstruktivistischen Gestaltung und kritischen Reflexion von Unterrichtsprozessen.
7 Fremdsprachenlernen als Konstruktion: Anwendung konstruktivistischer Prinzipien auf den Prozess des Zweitspracherwerbs und die Förderung von Sprachverarbeitung.
8 Planung eines Unterrichtsentwurfes: Theoretische Herleitung und Begründung der Wahl der Unterrichtsreihe am Beispiel der Lektüre „Le chat de Tigali“.
9 Vorstellung der konstruktivistisch ausgelegten Unterrichtsstunden: Konkrete Dokumentation und Analyse zweier unterrichtspraktischer Beispiele.
10 Praktikabilität und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung konstruktivistischer Ansätze für die zukünftige Schulpraxis.
Konstruktivismus, Fremdsprachendidaktik, Französischunterricht, Autopoiesis, Selbstgesteuertes Lernen, Konstruktion, Rekonstruktion, Dekonstruktion, Sprachverarbeitung, Unterrichtsplanung, Evaluation, Lernerorientierung, Handlungsorientierung, Le chat de Tigali, Fachdidaktik.
Das Hauptziel ist die Adaption konstruktivistischer Theorien auf die schulische Praxis im Fach Französisch, um ein subjektorientiertes und aktives Lernen zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch konstruktivistische Erkenntnistheorien, die in konkrete Unterrichtskonzepte übersetzt und evaluativ reflektiert werden.
Im Gegensatz zum instruktiven Modell, bei dem Wissen von außen übertragen wird, betrachtet der Konstruktivismus Lernen als aktiven, individuellen und sozialen Prozess der Wirklichkeitskonstruktion.
Die Lehrkraft agiert in den drei Rollen des Beobachters, des Teilnehmers und des Akteurs, um den Lernprozess zu moderieren statt ihn streng zu steuern.
Die Lektüre „Le chat de Tigali“ dient als inhaltlicher Anker, um durch Krimi-typische Spannungsaufbauten den Prozess des Hypothesenbildens und die subjektive Wirklichkeitskonstruktion der Schüler anzuregen.
Die Evaluation wird nicht nur als Leistungsüberprüfung verstanden, sondern als schüleraktiver Prozess der Selbstreflexion, der sowohl Lernerfolge als auch Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Durch die Minimierung der Lehrer-Redezeit und die Stärkung der Eigenverantwortung der Schüler wird anerkannt, dass Wissen nicht direkt vermittelt, sondern vom Individuum selbst konstruiert werden muss.
Durch die Bearbeitung von Themen wie Fremdenhass und Rassismus anhand der Lektüre werden aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Unterricht integriert und eine kritische Auseinandersetzung ermöglicht.
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