Abschlussarbeit, 2024
111 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Außerschulischer Lernort
2.1.1 Kontextualisierung
2.1.2 Definition
2.2 Lernformen und Lernorte
2.3 Schematisierung außerschulischer Lernorte
2.4 Verankerung in der Hessischen Gesetzgebung
2.5 Bildungstheoretische Grundlagen
2.5.1 Empirische Forschung
2.5.2 Normative Forschung
2.5.3 Zusammenfassung
2.6 Implikationen von außerschulischen Lernorten auf Lernen
2.6.1 Allgemein
2.6.2 Im Politik & Wirtschaftsunterricht
2.7 Akteure von außerschulischen Lernens
3. Forschungsfrage
4. Methodik
4.1 Untersuchungsdesign und Vorgehen
4.2 Beschreibung des Ausgangsmaterials
4.3 Stichprobenbeschreibung
4.4 Interviewleitfaden
5. Ergebnisse
5.1 Kategorien
5.2 Kategoriensystem
6. Diskussion
6.1 Ziele und Ergebnisse dieser Arbeit
6.2 Beitrag der Ergebnisse zur Forschung
6.3 Grenzen der Arbeit und Ideen für zukünftige Forschung
6.4 Praktische Implikationen
7. Fazit
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Perspektive von Lehrkräften an Gymnasien im Land Hessen auf die Nutzung außerschulischer Lernorte im Politik- und Wirtschaftsunterricht (PoWi) zu beleuchten und Faktoren zu identifizieren, die deren Durchführung beeinflussen.
2.1.2 Definition
Was ist ein außerschulischer Lernort? Aus dem Begriff selbst ist abzuleiten, dass es sich um einen Lernort handelt, der sich außerhalb der Schule befindet. Jedoch ist es lohnend, das Begriffspaar zunächst einzeln zu betrachten. Nach einer frühen bildungsbezogenen Definition des Wortes „Lernort“ ist unter einem „Lernort eine im Rahmen des öffentlichen Bildungswesens anerkannte Einrichtung zu verstehen, die Lernangebote organisiert“ (Deutsche Bildungskommission, 1977, S. 171). Diese enge Definition sieht Lernorte nur dann vorliegen, wenn sie ausschließlich auf den Zweck des formellen Lernens ausgerichtet sind. Weite Definitionen gehen darüber hinaus. Schmid und Klenk (2018) beschreiben den Lernort als „Ort, an dem der Lernprozess stattfindet“ (Schmid & Klenk, 2018, o. S.). In anderen Quellen sind unter dem Begriff „[…] alle Orte zu verstehen, die Lernprozesse anregen, ergänzen oder abrunden können“ (Marquard, 2006, S. 12).
Zur Definition des Begriffs „außerschulisch“ ist zu klären, was unter einer „Schule“ bzw. „schulisch“ verstanden wird. Der Duden definiert den Begriff „Schule“ als „Lehranstalt, in der Kindern und Jugendlichen durch planmäßigen Unterricht Wissen und Bildung vermittelt werden“ (Dudenredaktion, 2024a, o. S.) und als Synonym für den Begriff „Schulgebäude“ (Dudenredaktion, 2024a, o. S.). Das Brockhaus Lexikon fasst diese beiden Definitionen zusammen, indem von Schule als die „Bezeichnung für die institutionalisierten Formen des Unterrichts samt der Gebäude, in denen er stattfindet.“ (Brockhaus Enzyklopädie Online, 2024, o. S.) An dieser Stelle wird darauf verzichtet, auf weitere Bedeutungen von Schule in anderen Kontexten einzugehen.1
1. Einleitung: Diese expliziert das Paradoxon von Schule als in der Außenwelt abgeschotteter Lernraum und begründet die Notwendigkeit außerschulischer Lernorte.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden Definitionen sowie Forschungsstände zu außerschulischen Lernorten, didaktische Modelle und deren bildungstheoretische Verankerung erläutert.
3. Forschungsfrage: Dieses Kapitel leitet die Forschungsfrage aus der identifizierten Empirielücke ab und definiert die zentralen Begrifflichkeiten.
4. Methodik: Es wird das qualitative Untersuchungsdesign inklusive der Stichprobenbeschreibung und der Durchführung der Experteninterviews dargelegt.
5. Ergebnisse: Die induktive Inhaltsanalyse nach Mayring wird hier präsentiert und in acht thematische Kategorien unterteilt.
6. Diskussion: Die Forschungsergebnisse werden kritisch reflektiert, auf Basis der Eingangsprämissen bewertet und in einen forschungspraktischen Kontext gesetzt.
7. Fazit: Eine abschließende Zusammenfassung betont die positive Einstellung der Lehrkräfte und identifiziert den Organisationsaufwand als wesentliches Hindernis für außerschulische Lernorte.
Außerschulische Lernorte, Politik- und Wirtschaftsunterricht, Lehrkräfteperspektive, Qualitative Inhaltsanalyse, Gelingensbedingungen, Bildungstheorie, Unterrichtsqualität, Organisationsaufwand, Exkursionen, Mündigkeit, Handlungsorientierung, Gymnasien, Hessen, Lehrerbildung.
Die Arbeit untersucht die Nutzung außerschulischer Lernorte durch Lehrkräfte im Politik- und Wirtschaftsunterricht an hessischen Gymnasien.
Zentrale Themen sind die Gelingensbedingungen außerschulischen Lernens, die Einstellungen der Lehrkräfte, die didaktische Einbettung in den Unterricht sowie organisatorische Herausforderungen.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Faktoren beeinflussen die Durchführung außerschulischer Lernorte aus Lehrkräfteperspektive am Beispiel des Fachs ‚Politik und Wirtschaft‘ im Land Hessen?“
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit induktiver Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung von Experteninterviews mit fünf Lehrkräften angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung des Themas, eine methodische Herleitung und die Darstellung sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Außerschulische Lernorte, Lehrkräfteperspektive, PoWi-Unterricht, Gelingensbedingungen und qualitative Inhaltsanalyse.
Lehrkräfte stehen außerschulischen Lernorten grundsätzlich sehr positiv gegenüber, sehen jedoch den hohen organisatorischen Aufwand als wesentliche Hürde.
Die Ergebnisse zeigen, dass außerschulische Lernorte nur dann erfolgreich sind, wenn sie didaktisch in ein Gesamtkonzept integriert sind und eine intensive Vor- und Nachbereitung erfahren.
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