Diplomarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Zielsetzung
2 Erziehung und gesellschaftliche Einflüsse
2.1 Erziehungsbegriff
2.2 Ziele der Erziehung
2.2.1 Konstanz und Wandel von Erziehungszielen
2.2.2 Entstehung von Erziehungszielen
2.3 Erziehungsstile
2.3.1 Autoritative Erziehung
2.3.2 Autoritäre Erziehung
2.3.3 Antiautoritäre Erziehung
2.4 Gesellschaft als Einflussgröße
2.4.1 Gesellschaftlicher Informalisierungstrend
2.4.2 Allgemeine Verunsicherung
3 Familie
3.1 Familienbegriff
3.2 Familienformen
3.2.1 Kernfamilien
3.2.2 Ein-Eltern-Familien
3.2.3 Stieffamilien
3.3 Scheidungen
3.4 Wandel der Familiengröße und Auswirkungen auf den Familienalltag
3.5 Wandel der Mutter- und Vater-Rolle
3.5.1 Erwerbstätigkeit von Müttern
3.5.2 Neue Väter
4 Jugend
4.1 Lebensphase Jugend
4.2 Wertorientierungen
4.2.1 Zeitgeist und Wertegruppen
4.2.2 Stellenwert der Familie
4.3 Freizeitsektor
4.4 Konsumsektor
4.5 Gleichaltrigengruppen
4.6 Medien
4.7 Politisches Engagement
5 Schule und Unterricht
5.1 Funktionen der Schule
5.2 Kompetenzen im Lehrplan der HAK
5.2.1 Handlungskompetenz
5.2.2 Medienkompetenz
5.3 Unterrichtsmethoden
5.3.1 Methodenintegration
5.3.2 Ein Beispiel: Handlungsorientierter Unterricht
5.4 Veränderte Lehrerrolle
5.5 Teamentwicklung
6 Resumé
Diese Arbeit setzt sich mit den veränderten Lebensbedingungen der heutigen Jugend (14- bis 19-Jährige) auseinander, um daraus notwendige Konsequenzen für eine zeitgemäße Unterrichtsgestaltung an der Handelsakademie abzuleiten.
2.4.1 Gesellschaftlicher Informalisierungstrend
Erziehung impliziert immer ein Gewaltverhältnis von bestimmten Erwachsenen (Eltern, Lehrer) über bestimmte Kinder und Jugendliche. Da Kinder in zahlreichen Situationen nicht selbstständig handeln können, bedürfen sie der Fürsorge Erwachsener, die für sie die Verantwortung übernehmen. Dieses Gewalt- und Fürsorgeverhältnis beschränkt sich dabei auf die Unmündigkeit des Kindes und Jugendlichen. Ziel aller Erziehungsmaßnahmen ist damit das Erreichen der Mündigkeit, da mit ihm das Ende der Erziehung eintritt (Giesecke 1999, S. 71ff).
In der Erziehung dieser Unmündigen spiegelt sich auch ein Generationenverhältnis wider. In jedem Fall ist es die erwachsene, mündige Generation, die die nachwachsende, unmündige in die vorgegebenen kulturellen Normen und Rollen einführt. Die nachfolgenden Generationen behalten sich dabei aber immer einen gewissen Freiraum für etwaige Veränderungen, ansonsten gäbe es weder einen Wandel noch eine Weiterentwicklung (Giesecke 1999, S. 74).
Die Tradition übernimmt in Zeiten geringer gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen stets eine beherrschende Stellung im Erziehungsprozess. Sobald Veränderungen in diesen Bereichen jedoch schneller voranschreiten, wie etwa in der Gegenwart, verliert die Tradition an Bedeutung und neue, aktuelle Inhalte werden wichtig. Auch das Generationengefälle spielt in so einem Fall eine geringere Rolle, da die im Laufe des Lebens gewonnene Erfahrung und Reife der älteren Generation für die sich ständig ändernden Bedingungen in der Gegenwart wenig hilfreich erscheinen. Vielmehr kommt es dadurch zu einer Art gemeinsamer Solidarität gegenüber gleichen Lebensproblemen, die beide Generationen bewältigen müssen. Auf das Verständnis von Erziehung wirkt sich diese Tatsache sehr stark aus, denn von nun an gibt es kein hierarchisches Gefälle von ‚Wissenden‘ und ‚Unwissenden‘ oder ‚Erfahrenen‘ und ‚Unerfahrenen‘ mehr. Auch das bereits erwähnte Gewalt- und Fürsorgeverhältnis wird dadurch in Frage gestellt. Kinder und Jugendliche gewinnen das moralische Recht über ihr eigenes Leben in den Bereichen wie z.B. Freizeit, Schule und Beruf selber entscheiden zu können (Giesecke 1999, S. 75f).
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung, den Aufbau der Arbeit und die Zielsetzung im Hinblick auf die veränderten Lebensbedingungen Jugendlicher.
2 Erziehung und gesellschaftliche Einflüsse: Untersucht Erziehungsbegriffe, -ziele und -stile sowie den Einfluss der modernen Industriegesellschaft auf die elterliche Erziehung.
3 Familie: Analysiert den Wandel von Familienformen, die Auswirkungen von Scheidungen und die Rollenveränderungen bei Müttern und Vätern.
4 Jugend: Beleuchtet die Lebensphase Jugend, Wertorientierungen, den Freizeit- und Konsumsektor sowie die Rolle von Gleichaltrigengruppen, Medien und politischem Engagement.
5 Schule und Unterricht: Erläutert Funktionen der Schule, notwendige Kompetenzen im HAK-Lehrplan sowie handlungsorientierte Unterrichtsmethoden und die veränderte Lehrerrolle.
6 Resumé: Führt die wesentlichen Erkenntnisse über den gesellschaftlichen Wandel und dessen Konsequenzen für eine moderne, schüleraktive Unterrichtsgestaltung zusammen.
Erziehung, Jugend, Familie, Schule, Unterrichtsgestaltung, Handlungskompetenz, Medienkompetenz, Sozialisation, Wertorientierung, Gleichaltrigengruppen, Freizeitsektor, Konsumverhalten, Lehrerrolle, Teamentwicklung, HAK
Die Arbeit untersucht, wie sich die Lebenswelt heutiger Jugendlicher verändert hat und welche Konsequenzen sich daraus für die pädagogische Gestaltung des Unterrichts an Handelsakademien ergeben.
Die zentralen Felder sind die familiäre Sozialisation, die Lebenswelt Jugendlicher mit ihren Besonderheiten in Freizeit und Mediennutzung sowie die daraus resultierenden Anforderungen an schulische Lehrpläne und Unterrichtsmethodik.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrer durch offene und handlungsorientierte Unterrichtsformen besser auf die spezifische Lebenssituation 14- bis 19-jähriger Schüler eingehen können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf umfangreicher Literaturrecherche basiert, inklusive der Einbeziehung relevanter Ergebnisse wie der Shell Jugendstudie.
Der Hauptteil behandelt den Wandel von Erziehungszielen, die Bedeutung von Familienformen, das Verhalten von Jugendlichen in der Peergroup sowie die Transformation von Schule hin zu einem Ort der Kompetenzentwicklung.
Die Kernbegriffe umfassen Handlungskompetenz, Medienkompetenz, Sozialisation, jugendliche Lebenswelten und handlungsorientierten Unterricht.
Der handlungsorientierte Unterricht fördert die Eigenverantwortung und schüleraktive Teilhabe, was laut Autorin besonders wichtig ist, um die Motivation und das Selbstwertgefühl der Jugendlichen in einer komplexen Welt zu stärken.
Der Lehrer wandelt sich vom reinen Instrukteur zum Lernbegleiter, Organisator und Berater, der gemeinsam mit Schülern Lerngelegenheiten schafft, anstatt vorgegebene Lerninhalte frontal zu vermitteln.
Medien fungieren als mächtige Sozialisationsinstanz, die sowohl entwicklungschancen bietet, indem sie bei der Identitätsfindung unterstützen, als auch Risiken wie Konsumdruck oder Realitätsverzerrungen bergen können.
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