Examensarbeit, 2003
89 Seiten, Note: 1,00
Didaktik für das Fach Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Psycholinguistik und Wortschatzerwerb
2.1 Die Repräsentation von Wörtern im Gehirn
2.1.1 Das mentale Lexikon
2.1.1.1 Definition
2.1.1.2 Aufbau
2.1.1.3 Funktionsweise und Zugriffsmechanismen
2.1.1.4 Das mehrsprachige mentale Lexikon
2.2 Folgerungen für die Fremdsprachendidaktik
3 Lernpsychologie und das Lehren und Lernen fremdsprachlichen Wortschatzes
3.1 Behalten und Vergessen
3.1.1 Theorien des Vergessens
3.1.1.1 Die Spurenverfallstheorie
3.1.1.2 Die Interferenztheorie – Retroaktive und proaktive Hemmung
3.1.1.3 Das Fehlen geeigneter Abrufreize
3.1.2 Folgerungen für das Lehren und Lernen fremdsprachlichen Vokabulars
3.1.3 Behalten
3.1.3.1 Die Bedeutung des Verstehens
3.1.3.2 Das Konzept der Verarbeitungstiefe
3.1.3.3 Sensorische und motorische Enkodierung
3.1.3.4 Enkodierung und Emotion
3.1.4 Behaltenseffektive Wortschatzvermittlung
3.1.4.1 Die Nutzung des Vorwissens
3.1.4.2 Das Knüpfen assoziativer Netzwerke
3.1.4.3 Aktives Lernen über mehrere sensorische Kanäle
3.1.4.4 Die Berücksichtigung individueller Lernfaktoren
3.2 Diskussion unterschiedlicher Lerntechniken
3.2.1 Abrufarten und Speichermethoden
3.2.1.1 Reproduktion
3.2.1.2 Rekonstruktion
3.2.1.3 Konstruktion
3.2.2 Das Paarassoziationslernen (PAL)
3.2.3 Das Lernen der Wörter im Kontext
3.2.4 Das Lernen mit Vokabelkarteien
3.2.5 Die Vorgehensweise beim Lernen
3.3 Mnemotechniken als Gedächtnishilfen
3.3.1 Die Schlüsselwortmethode
4 Konstruktivistische Entwürfe
4.1 Autonomes Lernen
4.2 Lernstrategien
4.2.1 Definition
4.2.2 Klassifikation von Lernstrategien
4.2.3 Lernstrategientraining
4.2.3.1 Sensibilisierung für den eigenen Lernertyp bzw. Lernstil
4.2.3.2 Weitere Phasen des Lernstrategientrainings
4.3 Kompensationsstrategien
4.3.1 Wortschatzauswahl
4.3.2 Eigensemantisierung
4.3.3 Kommunikationsstrategien
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.2 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie Erkenntnisse aus Psycholinguistik und Lernpsychologie genutzt werden können, um den Erwerb und die Vermittlung fremdsprachlichen Wortschatzes im Französischunterricht effektiver zu gestalten und die Kommunikative Kompetenz der Schüler zu stärken.
2.1.1.2 Aufbau
Die Schwierigkeit, die Struktur des mentalen Lexikons zu ergründen liegt auf der Hand. Schließlich kann es nicht gesehen werden, und somit ist eine einfache Abbildung des mentalen Lexikons, welche Aufschluss geben würde über die Art und Weise, wie Wörter im Gehirn repräsentiert sind, nicht möglich. Die wohl entscheidenste Hilfe zur Entschlüsselung dieses Problems bot das sogenannte „Tip of the Tongue-Phänomen“ (TOT). Dabei kann eine Person zwar Bedeutungskomponenten oder auch formale Teilkomponenten eines Wortes produzieren, die Wortform bleibt der Person jedoch unzugänglich. Empirisch nachgewiesen wurde dieses Phänomen in den 60er-Jahren von den amerikanischen Psychologen Brown und McNeill. Sie versetzten Versuchspersonen künstlich in den Zustand, dass ihnen ein bestimmtes Wort „auf der Zunge lag“, dass sie sich also nicht genau daran erinnern konnten. Dazu lasen die Versuchsleiter ihren Probanden Definitionen relativ ungebräuchlicher Wörter vor. Einige der Versuchspersonen fielen daraufhin in einen „TOT-Zustand“. Sie waren also nicht in der Lage, von ihrem Konzept (= begriffliche Vorstellung) ausgehend, die Wortmarke (= mentale Repräsentation der Wortform) zu aktivieren. Fragen nach Wörtern mit ähnlicher Bedeutung, ähnlich klingenden Wörtern, dem Anfangsbuchstaben oder der Zahl der Silben des gesuchten Wortes konnten jedoch von vielen Probanden beantwortet werden.
Diese Versuchsergebnisse lassen Rückschlüsse auf die mentale Repräsentation von Lexemen zu. Sie zeigen, dass es eine Sache ist, die Bedeutung eines Wortes zu kennen, aber eine andere, die formale Repräsentation, z.B. als Artikulationsprogramm, verfügbar zu haben. Das mentale Lexikon enthält also zu einem Wort getrennt gespeicherte Informationen verschiedener sprachlicher Strukturebenen. Dies sind zum einen semantische Informationen, welche “das Wissen um die Bedeutung, also insbesondere um den semantischen Typ, die semantischen Merkmale und die lexikalischen Relationen [Ähnlichkeit, Kontrast usw.], die semantischen Rollen und Merkmale der Argumente“, sowie Konnotationen umfassen. Weiterhin sind pragmatische Informationen, wie etwa Informationen zum Register, gespeichert. Der Registerindex weist dabei das Lexem einem bestimmten Teillexikon (Soziolekt, Stilebene etc.) zu.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Kommunikativen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht heraus und problematisiert die bisherige Vernachlässigung einer systematischen Wortschatzvermittlung.
2 Psycholinguistik und Wortschatzerwerb: Dieses Kapitel erläutert die Repräsentation von Wörtern im mentalen Lexikon sowie deren Einfluss auf die Fremdsprachendidaktik.
3 Lernpsychologie und das Lehren und Lernen fremdsprachlichen Wortschatzes: Der Fokus liegt hier auf gedächtnispsychologischen Erkenntnissen zum Behalten und Vergessen sowie der Diskussion effizienter Lerntechniken und Mnemotechniken.
4 Konstruktivistische Entwürfe: Dieses Kapitel behandelt das autonome Lernen, die Förderung von Lernstrategien und die Bedeutung von Kompensationsstrategien im konstruktivistischen Kontext.
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Hier werden die zentralen Erkenntnisse zusammengeführt und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, behaltenseffektiven Wortschatzarbeit unterstrichen.
Wortschatzvermittlung, Französischunterricht, Psycholinguistik, Lernpsychologie, mentales Lexikon, Behalten, Vergessen, Lerntechniken, Mnemotechniken, Konstruktivismus, Lernerautonomie, Lernstrategien, Kompensationsstrategien, Kommunikative Kompetenz, Eigensemantisierung
Die Arbeit befasst sich mit den psycholinguistischen und lernpsychologischen Grundlagen des Wortschatzerwerbs und wie diese Erkenntnisse in eine behaltenseffektive Wortschatzvermittlung im Französischunterricht überführt werden können.
Zentral sind die Struktur des mentalen Lexikons, Ursachen des Vergessens, Strategien zur Verbesserung der Behaltensleistung sowie der konstruktivistische Ansatz zur Förderung selbstständigen Lernens.
Das Hauptziel ist es, auf Basis der Bezugswissenschaften konkrete Folgerungen für den Französischunterricht abzuleiten, um Lernenden eine dauerhafte und anwendungsorientierte Speicherung von Vokabeln zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte theoretische Literaturanalyse aktueller fachdidaktischer, lernpsychologischer und psycholinguistischer Studien.
Im Hauptteil werden neben der Funktionsweise des mentalen Lexikons diverse Lern- und Mnemotechniken diskutiert, die Wirksamkeit von Kontextualisierung analysiert und konstruktivistische Lehransätze zur Förderung von Lernstrategien erörtert.
Wortschatzvermittlung, mentales Lexikon, Lernpsychologie, Behaltensleistung, Lernstrategien und Lernerautonomie sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.
Die Arbeit zeigt, dass Konkreta besser durch visuelle oder motorische Hilfen zu erschließen sind, während abstrakte Begriffe eher über sprachliche Kontexte und Netzwerke gelernt werden müssen.
Sie werden als potenzielle Quelle für Interferenzen identifiziert, die zu proaktiver Hemmung führen können; daher wird empfohlen, sie explizit zu thematisieren, um Transferfehler zu vermeiden.
Es handelt sich um eine Mnemotechnik, bei der ein fremdsprachliches Wort über ein klangähnliches muttersprachliches Schlüsselwort und ein mentales Vorstellungsbild zur Bedeutung verknüpft wird.
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