Masterarbeit, 2010
108 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Historische Aspekte der Integration und Inklusion
2.1. Historische Aspekte der Integration und Inklusion aus politischer Sicht
2.2. Historische Aspekte der Integration und Inklusion aus gesellschaftlicher Sicht
2.3. Historische Aspekte der Integration und Inklusion aus pädagogischer Sicht
2.3.1. Regelschulpädagogik
2.3.2. Sonderschulpädagogik
3. Systematische Aspekte der Integration und Inklusion
3.1. Begriffsbestimmung Integration versus Separation
3.2. Begriffsbestimmung Inklusion versus Exklusion
3.3. Inteklusion als neuer Begriff
3.4. Inteklusionskonzept
4. Gesetzliche und gesellschaftliche Voraussetzung der Integration bzw. Inklusion
4.1. Gesetzliche Voraussetzungen
4.1.1. Grundgesetz (GG)
4.1.2. Sozialgesetz (SGB)
4.1.3. Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)
4.1.4. Schulgesetz Berlin (SchulG)
4.1.5. Entwurf eines Integrationsgesetzes
4.2. Gesellschaftliche Voraussetzungen
4.2.1. Barrierefreiheit aus pädagogischer Sicht
4.2.2. Barrierefreiheit aus gesellschaftlicher Sicht
4.3. Schlussfolgerungen
5. Integration und Inklusion von Kindern und Jugendlichen aus gesellschaftlicher Perspektive
5.1. Integration von Kindern mit Migrationshintergrund
5.2. Integration von Kindern mit Behinderungen
5.3. Integration von Kindern aus sozialschwachen Familien
5.4. Integration von Mädchen und Jungen
5.5. Schlussfolgerungen
6. Orientierungsrahmen zur pädagogischen Gestaltung des Lehrprozesses am Beispiel der Hamburger Integrationsklassen
6.1. Entstehung der Integrationsklassen
6.2. Integrative Schulstruktur
6.3. Integrative Unterrichtsstruktur
6.4. Elternarbeit
6.5. Schlussfolgerungen
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Voraussetzungen für Integration und Inklusion im Grundschulwesen unter Berücksichtigung historischer, gesetzlicher und gesellschaftlicher Kontexte. Ziel ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Integrationspädagogik die gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder ermöglicht werden kann, wobei ein neu definiertes "Inteklusionskonzept" als Brücke fungiert.
1. Einleitung
Im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. erwachte nahezu gleichzeitig an den verschiedensten Stellen des griechischen Lebensraumes das philosophische Denken, was sich in zahlreichen höchst originellen Köpfen zu einer philosophischen Weltansicht verdichtete. Gleichzeitig traten in voller Jugendfrische die mannigfaltigsten Möglichkeiten einer natürlichen Weltanschauung (Mythos) der philosophischen Weltansicht (Logos) entgegen. Aber gerade die Vielzahl der Lehren und die zwischen ihnen bestehenden Widersprüche waren es, die den nächsten Schritt in der philosophischen Entwicklung fast zwangsläufig herbeiführten.
Umso mehr Systeme es gab, umso mehr drängte sich die Notwendigkeit auf, zu prüfen, zu vergleichen und den Widersprüchen nachzugehen. Eben hier fanden die Sophisten, die später in der Geschichte als die ‚Aufklärer dieses Zeitalters‘ eingingen, ihr Betätigungsfeld. Wo vorher nur den Privilegierten das Recht auf höhere Bildung vorbestimmt wurde, sollte nun - nach den Verteidigungskriegen gegen die Perser - jedem einzelnen Bürger (hierin eingeschlossen waren Frauen und Männer, die den Bürgerstatus besaßen) die Bildung zugänglich gemacht werden. (Störig, 1999, S. 159 – 163) Sokrates – der berühmteste Vertreter seiner Zeit – suchte auf den Straßen Athens die Gespräche mit Schülern und Vorüberziehenden aus allen Volksschichten und trieb sie mit Fragen „Was ist Tugend?“ und „Wie gewinnen wir Wahrheit?“ (ebd., S. 164) so in die Enge, dass schließlich ihr Nichtwissen von den befragten Personen eingestanden wurde. Genau dies war das Ergebnis, was Sokrates erzielen wollte.
Seiner Auffassung nach lag seine Aufgabe darin, die Ideen der Anderen zu einer Geburt dessen, was schon in den Schülern existiert, (Vergleich zur Hebammentätigkeit) zu verhelfen; seine Aufgabe lag nicht darin seine Weisheit anderen zu vermitteln. (ebd., S. 168) Das eigentlich Neue der Lehre Sokrates ist die Verknüpfung der Tugend mit dem Wissen, „… es ist unmöglich das Rechte zu tun, sofern man es nicht kennt“ ebenso „ist es unmöglich das Rechte nicht zu tun, sofern man es kennt“ (ebd., S. 169). Somit unterzog er meines Erachtens jeden einzelnen befragten Menschen durch die Aufdeckung seines Nichtwissens möglicherweise erstmalig einer Selbstprüfung seines eigenen Verhaltens und seiner eigenen Intelligenz.
1. Einleitung: Die Einleitung spannt einen weiten Bogen von der griechischen Philosophie bis zur Aufklärung, um die historische Wurzel des Strebens nach Bildungsgerechtigkeit und der Auseinandersetzung mit Ungleichheit zu verdeutlichen.
2. Historische Aspekte der Integration und Inklusion: Dieses Kapitel zeichnet die etymologische und ideengeschichtliche Entwicklung der Begriffe Integration und Inklusion nach, von mathematischen Ursprüngen bis hin zur modernen Menschenrechtslehre.
3. Systematische Aspekte der Integration und Inklusion: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Konzepte Integration und Inklusion, gipfelnd in dem neuen Begriff der "Inteklusion" als methodischer Ansatz für einen fließenden Übergang.
4. Gesetzliche und gesellschaftliche Voraussetzung der Integration bzw. Inklusion: Das Kapitel analysiert relevante Bundes- und Landesgesetze sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie Barrierefreiheit und Arbeitsmarktmechanismen, auf ihre Inklusionsfähigkeit.
5. Integration und Inklusion von Kindern und Jugendlichen aus gesellschaftlicher Perspektive: Fokus auf vier spezifische Randgruppen: Kinder mit Migrationshintergrund, Behinderung, aus sozialschwachen Verhältnissen sowie die Koedukationsproblematik.
6. Orientierungsrahmen zur pädagogischen Gestaltung des Lehrprozesses am Beispiel der Hamburger Integrationsklassen: Die Arbeit prüft ein praktisches Fallbeispiel aus Hamburg, um Erkenntnisse über die Rolle von Eltern und die Notwendigkeit differenzierender Unterrichtsstrukturen zu gewinnen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein einheitliches, bundesweites Integrationsgesetz, um Integration als gesamtgesellschaftlichen Prozess jenseits von Insellösungen zu verankern.
Integration, Inklusion, Inteklusion, Grundschule, Pädagogik, Menschenrechte, Chancengleichheit, Bildungsreform, Barrierefreiheit, Behinderung, Migration, Sozialisation, Sonderpädagogik, Regelschule, Koedukation.
Die Arbeit untersucht, wie Integration und Inklusion im deutschen Grundschulwesen unter Berücksichtigung rechtlicher, historischer und gesellschaftlicher Faktoren erfolgreich gestaltet werden können.
Zentrale Themen sind die historische Genese der Integrationsbegriffe, die rechtliche Analyse des Schulwesens sowie die praktische Gestaltung des Unterrichts für Kinder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Weg von der Integration hin zur gelebten Inklusion gelingen kann, wobei das Modell der "Inteklusion" als Synthese vorgeschlagen wird.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine Auswertung gesetzlicher Grundlagen, gestützt durch eigene empirische Untersuchungsergebnisse aus der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse von Begriffen, eine Prüfung gesetzlicher Rahmenbedingungen (wie Grundgesetz und SGB) sowie eine detaillierte Betrachtung spezifischer Schülergruppen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inklusion, Chancengleichheit, Bildungsreform, Barrierefreiheit und soziale Integration.
Die Autorin versteht Inteklusion als einen Prozess, der Integration als Fundament begreift, auf dem Inklusion als nächster Schritt aufbaut, anstatt beide Konzepte als konkurrierende Ansätze zu betrachten.
Es zeigt, dass pädagogische Innovationen oft durch Elterninitiativen vorangetrieben wurden und verdeutlicht sowohl die Chancen als auch die Probleme (z.B. Entstehung von "Insellösungen") integrativer Schulversuche.
Sie bilden das fundamentale Gerüst, wobei die Arbeit kritisiert, dass Bildung in Deutschland Ländersache ist, was eine bundeseinheitliche Umsetzung inklusiver Anforderungen erschwert.
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