Examensarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Bedeutsamkeit des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit und Eingrenzung des Themas
2. Zur Geschichte des Schulbaus und des Klassenzimmers
2.1 Anfänge des elementaren Schulbaus und des Klassenzimmers
2.2 Johann Heinrich Pestalozzi: Die Idee der „Schulwohnstube“
2.3 Reformpädagogische Einflüsse
2.3.1 Maria Montessori: Selbsttätigkeit durch kindgerechte Möbel und Materialien
2.3.2 Peter Petersen: Die Schule als Handlungsraum einer Lebensgemeinschaft
2.3.3 Célestin Freinet: Kommunikation und Kooperation als Kriterien für die Raumgestaltung
2.4 Zur Klassenraumgestaltung in DDR und BRD
3. Aktuelle Rahmenbedingungen der Klassenraumgestaltung
3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen - Veränderte Kindheit
3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen in Sachsen
4. Architektur und Klassenraumgestaltung
4.1 Mensch und Raum – Kind und Raum
4.2 Schulraumformen und Platzbedarf
4.3 Farben
4.4 Licht
4.5 Akustik
4.6 Raumhygiene
4.7 Raumaufteilung
4.8 Mobiliar
4.9 Sitzordnung
5. Das Klassenzimmer - „Der dritte Pädagoge“
5.1 Das Klassenzimmer als Lernfaktor
5.2 Das Klassenzimmer als Erziehungsfaktor
5.3 Das Klassenzimmer als Lebensraum für Schüler und Lehrer
5.4 Zusammenfassung
6. Schlussbemerkungen
6.1 Möglichkeiten der Finanzierung
6.2 Stellenwert des Themas in der Literatur
6.3 Relevanz für das Studium und das Referendariat
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Innenarchitektur und der Raumgestaltung auf die Lernmöglichkeiten, erzieherische Ziele und das soziale Zusammenleben in Grundschulklassen. Dabei wird erörtert, wie das Klassenzimmer als „dritter Pädagoge“ durch eine gezielte Umgestaltung aktiv zur Verbesserung des Schulklimas und der Lernqualität beitragen kann.
2.3.1 Maria Montessori: Selbsttätigkeit durch kindgerechte Möbel und Materialien
Maria Montessori (1870-1952) entwickelte eine Pädagogik, in welcher das Kind als eigenständige Persönlichkeit im Mittelpunkt steht. Es wurde nicht mehr als ein, die „verkleinerten“ Eigenschaften eines Erwachsenen, tragender Mensch angesehen, der durch die Autorität der Erwachsenen, durch die Bestrafung von Fehlern und Ungehorsam erzogen wird. Das von Natur aus gute Kind besitze vielmehr von Geburt an die Grundzeichnungen seines Charakters, die sich zu seiner ganzen Persönlichkeit entfalten (vgl. Montessori 1988, S. 6f.). Unter Erziehung verstand Montessori demnach, der psychischen Entwicklung des Kindes von Geburt an zu helfen. Diese Hilfe könne nur in der Gestaltung der äußeren Welt liegen (vgl. ebd., S. 8). Der Erwachsene, oder der Lehrer, wird zum Beobachter. Die Methode der Beobachtung hat die Grundlage, dass sich Kinder in einer für sie geeigneten Umgebung, die spontane Aktivitäten zulässt, frei ausdrücken können und den Erwachsenen so ihre Bedürfnisse und Neigungen enthüllen und damit ihren natürlichen Charakter (vgl. Montessori 2008a, S. 98).
„Das kleine Kind hat das intensive Bedürfnis nach tätigen Sinneseindrücken. Wir bieten dem Kind Gegenstände dar, die ihm die Möglichkeit geben, viel klarer und viel leichter zu einer Befriedigung dieses Bedürfnisses zu kommen.“ (Montessori 1988, S. 13). Der Lehrer muss demnach passiv werden, eine helfende und nicht lehrende Haltung annehmen. Seine Aufgabe ist es, die Lernumgebung so vorzubereiten, dass das Kind sich diese selbst erschließen kann und somit selbstständig Neues erlernt. Diese Umgebung muss also den kindlichen Bedürfnissen und der Größe des Kindes entsprechen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Schulraums als pädagogisches Zeugnis ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Klassenraumgestaltung auf Schüler.
2. Zur Geschichte des Schulbaus und des Klassenzimmers: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung vom kasernenartigen Frontalunterricht bis hin zu reformpädagogischen Modellen wie der „Schulwohnstube“ nach.
3. Aktuelle Rahmenbedingungen der Klassenraumgestaltung: Hier werden die gesellschaftlichen Veränderungen („veränderte Kindheit“) sowie gesetzliche Bauvorschriften in Sachsen kritisch analysiert.
4. Architektur und Klassenraumgestaltung: Dieses Kapitel erläutert die Wirkung von physischen Faktoren wie Raumform, Licht, Akustik, Farbe und Mobiliar auf das Lernen und das Wohlbefinden.
5. Das Klassenzimmer - „Der dritte Pädagoge“: Dieses Kapitel synthetisiert die vorangegangenen Erkenntnisse und diskutiert den Raum als aktiven Lern-, Erziehungs- und Lebensfaktor.
6. Schlussbemerkungen: Den Abschluss bilden Überlegungen zur Finanzierung, eine kritische Einordnung des Themas in die aktuelle Literatur sowie die Relevanz für die eigene pädagogische Ausbildung.
Klassenzimmer, Dritter Pädagoge, Reformpädagogik, Schulbau, Lernumgebung, Raumgestaltung, Grundschule, Maria Montessori, Peter Petersen, Célestin Freinet, Ergonomie, Lernlandschaft, Schulraum, Pädagogik, Raumhygiene.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Bedeutung des Klassenzimmers und untersucht, wie Architektur und Ausstattung das Lernen, die Erziehung und das Zusammenleben von Grundschülern beeinflussen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Schulbaus, moderne Architekturansätze, psychologische Aspekte wie Farben und Licht sowie die Rolle des Raums als „dritter Pädagoge“.
Ziel ist es, den Einfluss der Raumgestaltung auf Schüler zu untersuchen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Umgestaltung Lernmöglichkeiten und soziale Interaktion verbessert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse theoretischer und literarischer Quellen zur Schularchitektur und pädagogischen Raumgestaltung.
Der Hauptteil analysiert Faktoren wie Raumhygiene, Licht, Akustik, Mobiliar und die Gestaltung von Lernecken sowie die verschiedenen Grundtypen des Schulbaus wie Flur- oder Großraumschulen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Klassenzimmer, Raumgestaltung, Lernumgebung, Reformpädagogik und Schularchitektur charakterisieren.
Tageslicht ist für den zikadianen Rhythmus von Kindern essentiell, während künstliches Licht oft als eintönig empfunden wird und die Konzentration negativ beeinflussen kann.
Der Autor schlägt unter anderem die Einbeziehung der Schüler bei der Umgestaltung, das Anlegen von Lernecken durch Möbelumstellungen oder die Nutzung von Pflanzen als günstige Maßnahmen vor.
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