Diplomarbeit, 2008
134 Seiten, Note: 2
Einleitung
1 Kompetenzen von Lehrenden
2 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3 Theoretische Ansätze und praktische Umsetzung
3.1 Fachkompetenz
3.2 Methodenkompetenz
3.2.1 Strukturierung
3.2.2 Methodenvielfalt
3.2.3 Lernzeit
3.2.4 Üben
3.2.5 Klarheit
3.2.6 Vorbereitete Umgebung
3.2.7 Diagnose, Förderung und Leistungsbeurteilung
3.3 Beziehungskompetenz
3.3.1 Unterrichtsklima
3.3.2 Unterrichtskommunikation
3.3.3 Feedbackkultur
3.3.4 Konfliktlösungskompetenz
3.4 Kontrollkompetenz
3.5 Zusammenfassung der theoretischen Ansätze
4 Empirische Untersuchung
4.1 Zielsetzung
4.2 Fragebogenkonzeption
4.2.1 Schülerfragebogen
4.2.2 Lehrerfragebogen
4.3 Datenerhebung
4.3.1 Stichprobe
4.3.2 Auswertungsmethodik
4.4 Hypothesen, Auswertungsergebnisse und Diskussion
4.4.1 Realsituation vs. Idealsituation
4.4.2 Selbsteinschätzung vs. Fremdeinschätzung
4.4.3 Problemverhalten
4.4.4 Lernstrategien
5 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie steirische Berufsschüler die Kompetenzen ihrer Lehrenden im fachlichen Unterricht beurteilen, welche Erwartungen sie an diese stellen und inwieweit Zusammenhänge zwischen diesen Fremdeinschätzungen und dem eigenen Lernverhalten der Schüler bestehen.
3.2.7 Diagnose, Förderung und Leistungsbeurteilung
In Bezug auf Leistungsbeurteilung und Diagnose gibt es in der Literatur unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema.
Helmke spricht von der diagnostischen Expertise, um diese von der diagnostischen Kompetenz im engeren Sinn (Urteilsgenauigkeit) abzuheben. Mit Expertise meint er zum einen das methodische und prozedurale Wissen (das Vorhandensein und Anwenden von Methoden zur Einschätzung von Leistungen der Schüler/innen und der Selbstdiagnose), und zum anderen das konzeptuelle Wissen, welches die Kenntnis von Urteilstendenzen und Urteilsfehlern beschreibt. Zusätzlich umfasst der Begriff Expertise noch ein hohes Niveau an zutreffender Orientiertheit (vgl. Helmke, 2007, S. 85).
Meyer stellt in diesem Zusammenhang die transparente Leistungserwartung in den Mittelpunkt. Er geht auf die Veränderung des Leistungsbegriffes ein, indem er darauf hinweist, dass früher Leistung nur einseitig auf der Schüler/innenseite beurteilt wurde. Der Begriff Leistung setzte sich zusammen aus den Kenntnissen der Schüler/innen, deren Leistungsvermögen und deren Anstrengung. Meyer geht nun davon aus, dass das Lernangebot einen wesentlichen Bestandteil der Leistung darstellt. Somit sind auch Lehrende für die Leistung ihrer Schüler/innen verantwortlich. Er beschreibt weiter, dass die Leistungserwartung der Lehrenden für Schüler/innen einen Lernanreiz darstellen soll. Es ist wesentlich, dass sowohl lernschwache als auch gute Schüler/innen auf individuelle Art und Weise gefordert und gefördert werden (vgl. Meyer, 2007, S. 113). Wie Lehrende dieses umsetzen können wird noch genauer erläutert. Gudjons stimmt insofern mit Meyer überein, als dass auch er die Bedeutung der individuellen Diagnostik und Förderung aller Lernenden, als eigenes Merkmal für effektiven Unterricht anführt (vgl. Gudjons, 2006, S. 49). Auch Winter weist darauf hin, dass sich die Aufgabe der Lehrenden in Bezug auf die Leistungsbeurteilung verändert hat. Er spricht vor allem die veränderte Rolle der Lehrenden an.
1 Kompetenzen von Lehrenden: Definition des Kompetenzbegriffs unter Bezugnahme auf Fachautoren wie Arnold und Erpenbeck zur theoretischen Fundierung der Arbeit.
2 Gesetzliche Rahmenbedingungen: Überblick über das österreichische Schulrecht, das spezifische Kompetenzanforderungen an Lehrende in Berufsschulen stellt.
3 Theoretische Ansätze und praktische Umsetzung: Detaillierte Beschreibung der vier Kompetenzdimensionen (Fach-, Methoden-, Beziehungs- und Kontrollkompetenz) und ihrer Bedeutung für effektiven Unterricht.
4 Empirische Untersuchung: Präsentation der Studiendesign-Grundlagen, der Fragebogenkonzeption, der Datenerhebung sowie der statistischen Hypothesenprüfung und Diskussion.
5 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, insbesondere der Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung und der Bedeutung der kontinuierlichen Reflexion für Lehrende.
Lehrendenkompetenzen, Berufsschule, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Beziehungskompetenz, Kontrollkompetenz, Unterrichtsqualität, Leistungsbeurteilung, Diagnose, Lernstrategien, Schülerbefragung, Lehrerrolle, Unterrichtskommunikation, Unterrichtsklima, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht das Kompetenzprofil von Berufsschullehrern in der Steiermark aus der Perspektive der Schüler und analysiert, wie diese Kompetenzen wahrgenommen werden und welche Erwartungen an eine "gute" Lehrkraft bestehen.
Die Arbeit unterteilt die Kompetenzen der Lehrenden in Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Beziehungskompetenz und Kontrollkompetenz.
Die zentrale Frage lautet: "Wie beurteilen Schüler/innen an steirischen Berufsschulen die Lehrendenkompetenzen im fachlichen Unterricht?"
Es wird eine empirische quantitative Studie mittels Fragebögen durchgeführt, deren Daten statistisch mit der Software SPSS (u.a. Faktoren- und Korrelationsanalysen) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil erörtert theoretische Ansätze effektiven Unterrichts und verknüpft diese mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen des österreichischen Schulwesens sowie den Anforderungen an die professionelle Lehrerrolle.
Wesentliche Begriffe sind "neue Lernkultur", "Fremd- vs. Selbsteinschätzung", "Leistungsdiagnostik" und der Zusammenhang zwischen Lehrerhandeln und Schüler-Lernstrategien.
Die Autorin grenzt die Untersuchung auf die fachtheoretische Fachgruppe II ein, da hier die Vermittlung grundlegender beruflicher Theoriekenntnisse und damit die fachliche Kompetenz der Lehrenden besonders im Vordergrund steht.
Die Autorin plädiert für eine "Forscherhaltung" bei Lehrkräften und die regelmäßige Nutzung von Schülerfeedback (z. B. durch Diagnosesysteme), um die eigene Unterrichtsqualität kontinuierlich zu reflektieren und zu verbessern.
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