Examensarbeit, 2011
28 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Lebenswelt
2.1 Lebenswelt im Allgemeinen
2.2 Lebenswelt Schule
3. Der Klassenrat
3.1 Der Klassenrat bei Freinet
3.2 Der Klassenrat in der Individualpsychologie
4. Gesprächsführung
5. Schlussfolgerung aus den theoretischen Grundlagen
6. Die Konzeption der Einführung des Klassenrats in der Klasse 3b
6.1 Darstellung der Lerngruppe
6.2. Erste Überlegungen für ein mögliches Vorgehen
6.3 Der organisatorische Rahmen
6.3.1 Die Elemente des Klassenrats
6.4 Vorbereitung des Klassenrats im Deutschunterricht
6.5 Darstellung der ersten Sitzung nach Einführung des Klassenrats
6.6 Die Gesprächsregeln für den Klassenrat
6.7 Zwischenreflexion
6.8 Darstellung einer Sitzung drei Wochen nach Einführung des Klassenrats
6.9. Schlussreflexion
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie ein Klassenrat als Instrument zur Demokratieerziehung und Konfliktlösung in einer dritten Grundschulklasse erfolgreich eingeführt werden kann, um soziale Kompetenzen und ein gemeinschaftliches Schulklima zu fördern.
3.1 Der Klassenrat bei Freinet
Der französische Reformpädagoge Célestin Freinet (1896 – 1966) hat die Entwicklung der Methode Klassenrat wesentlich geprägt. Seine Motivation zur Entwicklung einer Klassenversammlung ist mit seiner eigenen Lebenssituation zu erklären, in der er sich als junger Lehrer befand. Er nahm seine eigene Schulzeit als „eine Kette leidvoller Erfahrungen“ wahr. Körperliche Züchtigung und unverständliche Schulbücher bestimmten den Unterricht, den er als ein Vermitteln von Inhalten ohne Bezug zum eigenen Leben erlebte. Seine elementare Kritik am französischen Schulwesen bewog Freinet, die Partizipation seiner Schülerinnen und Schüler an den Unterrichtsinhalten zu fördern. Eine Klasse sollte wie eine Kooperative geführt werden und sich selbst im Klassenrat verwalten. Für Freinet bildeten Eigenverantwortung und Selbstorganisation die Grundlage für seine Vorstellung von „moderner Schule“.
Die wöchentliche Klassenversammlung fungierte hier als ein Forum für die verschiedenen Meinungen zum gemeinsamen Leben und Arbeiten in der Klasse. In der Klassenversammlung wurden Regeln für die Zusammenarbeit festgelegt, Arbeitsergebnisse präsentiert und Lösungen für vorhandene Probleme gesucht. Freinet sah Konflikte als unabdingbare Lerngelegenheiten, ihre konstruktive Bearbeitung vorausgesetzt. Der Klassenrat im Sinne Freinets dient somit der Möglichkeit zur Selbstkritik, der Ermunterung zur Äußerung der eigenen Meinung und der Förderung des Gemeinschaftsempfindens.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Bildungsauftrag der Schule, soziale Kompetenzen zu vermitteln, und führt den Klassenrat als förderliches Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung ein.
2. Lebenswelt: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lebenswelt und verdeutlicht, wie Schule als eigener Lebensraum für Kinder die verschiedenen Facetten ihrer individuellen Vorerfahrungen und Bedürfnisse integrieren muss.
3. Der Klassenrat: Hier werden die historischen und theoretischen Ursprünge der Klassenrats-Methode, insbesondere die Ansätze von Célestin Freinet und der Individualpsychologie nach Alfred Adler, erläutert.
4. Gesprächsführung: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung von Gesprächskompetenzen und wie diese bei Grundschulkindern gezielt gefördert werden können, um eine konstruktive Kommunikation zu ermöglichen.
5. Schlussfolgerung aus den theoretischen Grundlagen: Die Autorin leitet aus der Theorie ab, dass ein fester organisatorischer Rahmen und ein strukturierter Ablauf essenziell für die Sicherheit und Akzeptanz des Klassenrats durch die Kinder sind.
6. Die Konzeption der Einführung des Klassenrats in der Klasse 3b: Dieses umfangreiche Kapitel dokumentiert den praktischen Einführungsprozess, von der Analyse der Lerngruppe über die Planung und Erarbeitung von Regeln bis hin zur Reflexion konkreter Sitzungsbeispiele.
7. Fazit: Das Fazit fasst die erfolgreiche Einführung des Klassenrats zusammen und betont, dass dieser einen wichtigen Beitrag zur Mündigkeit und demokratischen Teilhabe der Schüler leistet.
Klassenrat, Freinet-Pädagogik, Demokratieerziehung, Grundschule, Gesprächskultur, Partizipation, Konfliktlösung, Lebenswelt, Ich-Botschaften, Selbstorganisation, soziale Kompetenzen, Ermutigung, Schulqualität, Klassenversammlung, Zusammenleben.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Einführung eines Klassenrates als Forum für Lob, Kritik und Anregungen in einer dritten Grundschulklasse.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von Theorie (Pädagogik) und Praxis (Klassenzimmer-Management), der Förderung von Gesprächskompetenzen und der Etablierung demokratischer Partizipationsstrukturen.
Das Ziel ist zu untersuchen, welche gestaltenden Faktoren notwendig sind, damit ein Einstieg in die Arbeit im Klassenrat gelingen kann und die Kinder ihre Anliegen konstruktiv bearbeiten können.
Die Autorin nutzt eine handlungsorientierte, praxisbegleitende Methode, basierend auf der Reformpädagogik nach Freinet und Erkenntnissen der Individualpsychologie.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zur Lebenswelt und Gesprächsführung sowie die detaillierte Darstellung der praktischen Konzeption und Implementierung des Klassenrats in der Klasse 3b.
Kernbegriffe sind Klassenrat, Partizipation, Demokratieerziehung, Gesprächskompetenz, Konfliktlösung und Freinet-Pädagogik.
Der Briefkasten wurde gewählt, um den Kindern in der Anfangsphase einen geschützten Raum für ihre Äußerungen zu bieten, da die Klasse noch wenig Erfahrung im direkten Austausch hatte.
Die Kinder lernten, diese Kommunikationsform zu nutzen, um Konflikte zu klären, ohne den Mitschülern direkt die Schuld zuzuweisen, was die Aggressionen verringerte.
Die Lehrerin nimmt eine unterstützende Rolle ein, wirkt als Vorbild für Gesprächsfähigkeit und zieht sich zunehmend zurück, um den Kindern Eigenverantwortung zu übertragen.
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