Examensarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 1,0
1. ZU DEM BEITRAG DER VIKTIMOLOGIE
1.1 Definition und Aufgabe
1.2 Geschichte und gegenwärtiger Stand
1.3 Fragestellungen der Viktimologie
1.3.1 Zur Person des Opfers
1.3.2 Verbrechensfurcht
1.3.3 Täter-Opfer-Beziehung
1.4 Prozess der Viktimisierung
1.5 Zusammenfassung
2 THEORIEN ZUR SOZIOLOGIE DES OPFERS
2.1 Was bedeutet Opfer sein – eine Definition
2.2 Opfertypologien
2.2.1 Typologie von v. Hentig (1948)
2.2.2 Typologie von Mendelsohn (1956)
2.2.3 Typologie von Sellin/Wolfgang (1964)
2.2.4 Typologie von Fattah (1967)
2.3 Theorien der Viktimisierung
2.3.1 Situationsorientierte Theorien
2.3.1.1 Das Lebensstilkonzept
2.3.1.2 Das Konzept der Routineaktivität
2.3.2 Opferkarrieren
2.3.2.1 Lern- oder etikettierungstheoretisch
2.3.2.2 Die Theorie der erlernten Hilflosigkeit
2.3.3 Die Theorie der Opferpräzipation
2.4 Zusammenfassung
3 EXKURS: GEWALT AN SCHULEN ALS PÄDAGOGISCHES PROBLEM
3.1 Forschungsstand zur Gewaltentwicklung an Schulen
3.2 Statistische Befunde
3.2.1 Schulische Befunde nach dem Bundesverband für Unfallkassen
3.2.2 Kriminalistische Befunde über Kinder und Jugendliche allgemein
3.3 Schulische Gewaltformen
3.4 Zusammenfassung
4 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER: DIE OPFER VON GEWALT
4.01 Jugendliche Opfer im Schulkontext
4.02 Einflussfaktoren der Opferwahrscheinlichkeit
4.02.1 Physische und psychische Merkmale
4.02.2 Familiäres Umfeld / Cliquenmitgliedschaft
4.02.3 Schulkontext
4.02.4 Soziale Akzeptanz
4.02.5 Abweichendes Verhalten und Gewaltaffinität
4.03 Opfertypologie der Schüler
4.04 Erkennung der Opfer durch mögliche Anzeichen
4.05 Schüler als Täter / Opfer
4.06 Täter–Opfer–Beziehung im Schulkontext
4.07 Angst Opfer zu werden
4.08 Anzeigeverhalten jugendlicher Opfer
4.09 Auswirkungen und Folgen für die Schulopfer
4.10 Zusammenfassung
5 WAS FÜR (SCHUL-) OPFER GETAN WERDEN KANN
5.1 Zur rechtlichen Opferentschädigung und Wiedergutmachung im Allgemeinen
5.2 Zu den Hilfen der Schulopfer
5.3 Schulische Gewaltprävention und -intervention
5.3.1 Präventionsformen und gegenwärtiger Stand
5.3.2 Präventionsprogramme - ein schulumfassendes Interventionsbeispiel
5.3.3 Außerschulisches Präventionskonzept für Jugendliche und Schüler - der Täter-Opfer-Ausgleich
5.4 Zusammenfassung
6 AUSBLICK:
6.1 Zur Viktimologie im Allgemeinen
6.2 Zur Viktimologie im Kontext Schule
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Viktimologie im Kontext Schule, wobei der Fokus auf Schülern als viktimisierten Jugendlichen liegt. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Opfererleben, die Gründe der Viktimisierung sowie präventive und intervenierende Ansätze im schulischen Umfeld zu entwickeln.
1.3.1 Zur Person des Opfers
Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es aus viktimologischer Sicht nicht begründet ist, bestimmte Erbfaktoren einer Opfereignung bzw. -neigung zuzuschreiben. Zur Viktimisierung führen individuelle, näher zu beschreibende Sozialprozesse. In der viktimologischen Prognoseforschung ist auf Grund der Persönlichkeitsmerkmale, der Einstellungen, der Beziehungen und der Kennzeichen des sozialen Nahraums des Opfers zu erarbeiten, mit wie hoher Wahrscheinlichkeit eine Person dazu neigt, Opfer zu werden.
Die folgenden acht gewählten Opfervariablen Alter, Geschlecht, Familienstand und Haushaltsgröße, geringe soziale Integration, Wohnort, Nationalität, körperliche Merkmale und Opferpersönlichkeit sowie Sozialstatus und Beruf, werden zunächst isoliert betrachtet. Je nach ihrer Ausprägung und ihrer Verbindung, welche sie mit anderen Variablen eingehen, kann es zu viktimogenen Effekten kommen.
(1) Alter: Das Alter kann im Zusammenhang mit dem Viktimisierungsrisiko von entscheidender Bedeutung sein. Kiefl und Lamnek (1986, S. 186) erwähnen, dass ältere Menschen, die aufgrund ihrer physischen, mentalen und psychischen Einschränkung und wegen ihrer relativen sozialen Isolation bevorzugt Opfer werden. Im Gegensatz dazu, besitzen junge Menschen ein hohes Viktimisierungsrisiko aufgrund ihrer aktiven Teilnahme am Leben. Meier (2007, S. 205) spricht von einem deutlich höheren Risiko bei Jugendlichen bzw. Heranwachsenden, als bei älteren Menschen, vor allem bei Delikten mit direktem Kontakt zwischen Täter und Opfer. Auch Walter (2008, S. 101) redet von einer etwa fünfmal so hohen Opferbelastung bei jungen Menschen unter 21 Jahren, als bei älteren Menschen von über 60 Jahren.
1. ZU DEM BEITRAG DER VIKTIMOLOGIE: Definiert die Viktimologie als kriminologische Teildisziplin und erläutert die zentrale Bedeutung der Untersuchung von Täter-Opfer-Beziehungen sowie Viktimisierungsprozessen.
2 THEORIEN ZUR SOZIOLOGIE DES OPFERS: Bietet einen Überblick über diverse Opferdefinitionen und wichtige viktimologische Typologien sowie theoretische Ansätze zur Entstehung von Viktimisierung.
3 EXKURS: GEWALT AN SCHULEN ALS PÄDAGOGISCHES PROBLEM: Beleuchtet das Ausmaß und die Formen schulischer Gewalt sowie den Forschungsstand zur Gewaltentwicklung an Schulen.
4 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER: DIE OPFER VON GEWALT: Untersucht spezifisch jugendliche Opfer im Schulkontext, identifiziert Einflussfaktoren der Opferwahrscheinlichkeit und thematisiert Anzeichen für Viktimisierung sowie deren Folgen.
5 WAS FÜR (SCHUL-) OPFER GETAN WERDEN KANN: Stellt rechtliche Rahmenbedingungen zur Entschädigung vor und diskutiert Präventions- sowie Interventionskonzepte wie den Täter-Opfer-Ausgleich.
6 AUSBLICK: Fasst die aktuelle Entwicklung der Opferstellung zusammen und identifiziert weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf im Bereich der Viktimologie.
Viktimologie, Schulgewalt, Opfer, Täter, Mobbing, Prävention, Intervention, Jugendliche, Täter-Opfer-Ausgleich, Opferwahrscheinlichkeit, Kriminologie, Opfertypologie, Anzeigeverhalten, Gewaltprävention, Schulkontext.
Die Arbeit befasst sich mit der Viktimologie, also der Wissenschaft vom Verbrechensopfer, mit einem spezifischen Fokus auf die Situation von Schülerinnen und Schülern im Schulkontext.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Viktimologie, die verschiedenen Formen und Ursachen von Gewalt an Schulen, die Einflussfaktoren für eine erhöhte Opferwahrscheinlichkeit sowie Möglichkeiten der Gewaltprävention und -intervention.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Schulopfer zu schaffen, die Mechanismen hinter der Opferwerdung zu analysieren und praktische Ansätze zur Unterstützung der Betroffenen sowie zur Gewaltprävention in der Schule aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender kriminologischer Forschung, statistischer Daten sowie der Anwendung viktimologischer Theorien auf das spezifische Feld des schulischen Mobbings.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Opfertheorien, eine Untersuchung des pädagogischen Gewaltproblems an Schulen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Schüler als Täter und Opfer.
Zentrale Begriffe sind Viktimologie, Schulgewalt, Mobbing, Täter-Opfer-Ausgleich, Opferwahrscheinlichkeit und Präventionsprogramme.
Der TOA bietet eine außergerichtliche Möglichkeit, Konflikte aufzuarbeiten, die sozialen Ursachen hinter der Gewalt zu verstehen und nachhaltige Wiedergutmachung für die „Seele“ des Opfers zu erzielen, was oft effektiver als rein rechtliche Sanktionen ist.
Die Folgen können von kurzfristigen Gefühlen wie Wut und Trauer bis hin zu schwerwiegenden Langzeitfolgen wie einem schwachen Selbstwertgefühl, depressiven Beschwerden, sozialen Anpassungsproblemen oder anhaltenden Ängsten reichen.
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