Masterarbeit, 2011
33 Seiten
1 Einleitung
2 Begabung und Hochbegabung
3 Hochbegabtenförderung
3.1 Akzeleration
3.2 Enrichment
3.2.1 Pull-Out-Programme
3.2.2 Sommerakademien und Schülerakademien
3.2.3 Begabtenförderung Niedersachsen
3.2.4 Schülerwettbewerbe
4 Theorien
4.1 Psychologisch orientierte Theorien
4.1.1 Kindheit aus Sicht der Lerntheorie
4.1.2 Kindheit aus der Sicht der kognitiven Entwicklungspsychologie
4.2 Soziologisch orientierte Theorie
4.2.1 Kindheit aus der Sicht der Sozialisationstheorie
4.3 Bewältigungs- und Stressmodell
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der gezielten schulischen Förderung hochbegabter Kinder und deren Recht auf eine unbeschwerte Kindheit. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit verschiedene Fördermaßnahmen wie Enrichment und Akzeleration die kindliche Entwicklung unterstützen oder durch Überforderung gefährden können, basierend auf lerntheoretischen, entwicklungspsychologischen und soziologischen Ansätzen.
3.2.1 Pull-Out-Programme
Eine Enrichtmentmaßnahme stellen die Pull-Out-Programme dar, die 72% der Grundschulbezirke als schulische Fördermöglichkeit für hochbegabte Schüler übernommen haben. In diesen Programmen werden besonders befähigte Schülerinnen und Schüler für einige Stunden oder auch Tage in der Woche aus ihrem regulären Klassenverband herausgenommen und in speziellen Kursen zusammengefasst. Diese Programme stellen eine zeitbegrenzte „separierende Form der Begabtenförderung“ dar, bei der jedoch darauf geachtet wird, dass die Schülerinnen und Schüler trotzdem einen Großteil der Zeit in ihrem regulären Verband verweilen. Neben den herkömmlichen akademischen Inhalten werden in den Kursen auch Themen wie soziale Beziehungen, Freundschaften und das Sozialverhalten angesprochen, um mögliche negative soziale Effekte zu vermeiden.
Schiever und Maker (1997) unterscheiden drei verschiedene Formen der Pull-Out Programme:
1. Prozessorientierte Programme: Diese bieten einen Unterricht im kreativen Problemlösen und einem kritischen Denken an. Der Unterricht vollzieht sich jedoch nicht im Kontext eines speziellen Themas oder Schulfaches.
2. Inhaltsorientierte Programme: Dieses sind kleine Kurse oder Betreuungen zu bestimmten Themengebieten.
3. Ergebnisorientierte Programme: In diesen werden den Schülern bestimmte Projekte übergeben, über diese sie anschließend Berichte verfassen und Verträge halten sollen.
Die am häufigsten genutzte Form ist der Pullout - Ansatz von Renzulli und Reis (1997). Dieses SEM (schoolwide enrichment modell) besteht aus drei verschiedenen Phasen: Einführung, Entwicklung kritischer Denkfähigkeiten, sowie der Chance ein selbstgewähltes Thema zu erforschen. Für die erste Phase des Programmes werden ca. 20% der Schüler einer Schule zugelassen und man hat feststellen können, dass diese Kinder in der dritten Phase genauso gut abschneiden, wie 3-5% der Kinder, die durch einen klassischen IQ-Test ausgewählt wurden, anstatt im Vorfeld von den Lehrern.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Hochbegabtenförderung ein und stellt die zentrale Frage nach der Vereinbarkeit von Talentförderung und dem Recht auf eine normale Kindheit.
2 Begabung und Hochbegabung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Begabung und Hochbegabung und erläutert wissenschaftliche Kriterien sowie Modelle zur Identifikation intellektueller Potenziale.
3 Hochbegabtenförderung: Hier werden die Förderansätze Akzeleration und Enrichment theoretisch und praktisch diskutiert sowie spezifische Maßnahmen wie Sommerakademien und Wettbewerbe vorgestellt.
4 Theorien: Dieser Abschnitt beleuchtet kindliche Entwicklungsprozesse aus lerntheoretischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Perspektive, um die Auswirkungen von Förderung kritisch zu bewerten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Förderung zwar sinnvoll ist, aber stets das kindliche Wohlbefinden und die Zeit zum altersgerechten Spielen im Blick behalten muss.
Hochbegabung, Begabtenförderung, Enrichment, Akzeleration, Pull-Out-Programme, Lerntheorie, Sozialisationstheorie, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Sommerakademien, Schülerwettbewerbe, Begabungsförderung, Individuelle Förderung, Bildungskonzepte, Kindliche Entwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, hochbegabte Schüler gezielt zu fördern, ohne dabei deren kindliche Entwicklung durch zu hohe Erwartungen oder zeitliche Überlastung zu gefährden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Hochbegabung, der Analyse verschiedener Förderstrategien wie Enrichment und Akzeleration sowie der theoretischen Einbettung in Kindheits- und Sozialisationsmodelle.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Spannungsfeld zwischen notwendiger Förderung und der Wahrung einer unbeschwerten Kindheit zu entwickeln und pädagogische Empfehlungen abzuleiten.
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die bestehende Literatur, Studien sowie Konzepte wie das "Mehr-Faktoren-Modell" von Mönks heranzieht, um die Argumente für und gegen spezielle Fördermaßnahmen abzuwägen.
Der Hauptteil behandelt die Unterscheidung zwischen Akzeleration und Enrichment, analysiert konkrete Maßnahmen wie die Deutsche SchülerAkademie oder Pull-Out-Programme und bewertet diese aus lerntheoretischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Sicht.
Kernbegriffe sind Hochbegabung, Enrichment, Akzeleration, Sozialisation, Kindheit und individuelle Förderung.
Das Spielen wird als essenzielle Tätigkeit der kindlichen Entwicklung hervorgehoben. Der Autor warnt davor, dass zu frühe und intensive schulische Förderung diesen notwendigen Raum zur freien Entfaltung abrupt beenden könnte.
Der Autor befürwortet eine gezielte Förderung, betont jedoch, dass diese maßvoll sein muss und das Kind immer die Möglichkeit behalten sollte, "Kind zu sein", um psychosoziale Belastungen zu vermeiden.
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