Examensarbeit, 2002
73 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Philosophieren im Sachunterricht
2. Philosophieren mit Kindern in der Grundschule
2.1. Wozu philosophieren mit Kindern?
2.2. Aufgaben und Ziele des Philosophieunterrichts in der Grundschule
2.3. Philosophieren mit Kindern und Entwicklungspsychologie
2.4. Methoden und Medien als Zugänge, oder Jedes Gespräch sucht seinen Anfang
3. Philosophieren über Naturbegegnungen
3.1. Der Gegenstand des Sachunterrichts bzw. die Sache Sachunterricht
3.2. Von Zugangsweisen zu den Inhalten im Sachunterricht auf der Basis der Vielperspektivität des Unterrichts
3.2.1. Vielperspektivität im Sachunterricht führt zum Philosophieren
4. Der Gegenstand Natur
4.1. Naturbegegnungen als Phänomene Verstehen
4.1.2. Naturphänomene der belebten und unbelebten Natur
4.1.2.1. Zum didaktischen Konzept Martin Wagenscheins
4.1.2.2. Naturphänomene wahrnehmen, begegnen, verstehen und erleben als Zugang zum Philosophieren
4.3. Mit Kindern über Natur philosophieren?
4.4. Naturbegegnungen im Jahresverlauf
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und die pädagogische Relevanz des Philosophierens mit Kindern im Kontext von Naturbegegnungen im Grundschulunterricht. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch philosophisches Nachdenken ein vertieftes Naturverständnis gefördert und eine kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt sowie dem eigenen Selbst als Teil der Natur ermöglicht werden kann.
4.1.2. Naturphänomene der belebten und unbelebten Natur
Kinder interessieren sich unvoreingenommen für naturwissenschaftliche Phänomene und Arbeitsweisen. Sie beobachten, sie staunen und sie experimentieren. Dieses Interesse muss frühzeitig in der Grundschule mit Inhalten und Eindrücken gefüllt werden.
Die gegenwärtige Umwelt ist durch die Naturwissenschaften und ihre Erkenntnisweise geprägt. Kinder erfahren Natur auf unterschiedliche Weise und nehmen Naturphänomene wahr. Durch Naturerlebnisse und durch deren Erschließung können Naturphänomene gedeutet und kann Verantwortung im Umgang mit der Natur angebahnt werden.
Kinder im Kindergarten und der Vorschule werden schon recht früh an die Phänomene der belebte Natur herangeführt, bedingt durch den jahreszeitlichen Wechsel der Tier- und Pflanzenwelt. Sie werden zum Beispiel auf die Veränderungen der Blätter der Bäume aufmerksam, und setzten sich so mit belebten Naturphänomenen auseinander. Weiterhin teilt man die Gruppen im Kindergarten und Grundschule in Elefanten und Tiger ein, und erhält wiederum eine Auseinandersetzung mit Lebewesen. Jahreszeitliche Naturvorgänge der belebten Natur scheinen einer größeren Aufmerksamkeit durch die Pädagogen.
Eines lässt sich daran erkennen, denn während Phänomene der belebten Natur schon ganz zu Beginn der Schule einen festen Platz einnehmen, treten die der unbelebten in den Hintergrund. Und dies obwohl Kinder Interesse an chemischen oder physikalischen Vorgängen haben.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Staunen über die Natur als grundlegende Aufgabe der Gesellschaft und leitet die Idee her, naturphilosophisches Denken in den Sachunterricht zu integrieren.
2. Philosophieren mit Kindern in der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Begriffs „Philosophieren“ mit Kindern, benennt zentrale Ziele wie die Förderung der Denk- und Kommunikationsfähigkeit und setzt sich mit entwicklungspsychologischen Aspekten auseinander.
3. Philosophieren über Naturbegegnungen: Hier wird der Sachunterricht als Ort der Wirklichkeitserschließung definiert, wobei die Vielperspektivität und verschiedene Zugangsweisen zum Lernen im Mittelpunkt stehen.
4. Der Gegenstand Natur: Dieses Kapitel vertieft den Naturbegriff, analysiert Naturerleben als emotionalen Kern des Lernprozesses und stellt didaktische Konzepte sowie Methoden für Naturbegegnungen vor.
Philosophieren mit Kindern, Sachunterricht, Naturbegegnung, Jahresverlauf, Naturphänomene, Staunen, Kindliche Naivität, Vielperspektivität, Didaktisches Konzept, Martin Wagenschein, Lebenswelt, Naturerleben, Reflexion, Argumentation, Umweltbewusstsein.
Die Arbeit untersucht das Potenzial, philosophisches Denken mit der Erfahrung von Naturphänomenen im Grundschulalltag zu verknüpfen, um Kindern ein tieferes Verständnis ihrer Lebenswelt zu ermöglichen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Philosophieren mit Kindern, der Didaktik des Sachunterrichts, dem Verständnis von Naturphänomenen und der Verbindung von Naturwissenschaft und Ethik.
Ziel ist es, den Mehrwert des gemeinsamen Nachdenkens über Naturbegegnungen aufzuzeigen, um Kinder zu eigenständigem Denken, Urteilsvermögen und einem verantwortungsbewussten Naturverhältnis zu befähigen.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller didaktischer Konzepte und fachphilosophischer Positionen zum Philosophieren mit Kindern basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Philosophierens, die Methoden des Gesprächsführungs sowie die konkrete Anwendung auf Naturphänomene im Jahresverlauf unter Berücksichtigung didaktischer Konzepte.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Philosophieren, Sachunterricht, Naturbegegnungen, Staunen, Lebenswelt und Vielperspektivität.
Indem man Kinder nicht nur Fakten auswendig lernen lässt, sondern sie dazu anregt, Naturphänomene durch Beobachten, Staunen und gezielte Fragen als Ausgangspunkt für philosophische Nachdenk-Gespräche zu verwenden.
Wagenscheins Konzept des „wahren Verstehens“, das genetisch, sokratisch und exemplarisch orientiert ist, dient als wichtiges theoretisches Fundament und Vorläufer für den in der Arbeit geforderten Ansatz des Philosophierens mit Kindern.
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