Bachelorarbeit, 2011
30 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Politik
2.1 Politik und Medien
2.1.1 Politikdarstellung im Fernsehen
2.2 Rhetorik und Politik
3. Öffentlichkeit
3.1 Medienorganisierte Öffentlichkeit
3.2 Öffentlichkeit und Rhetorik
4. Fernsehmediale Massenkommunikation
4.1 Rhetorik des Fernsehens, Rhetorik im Fernsehen
5. Ein Dreieck: Politik, Rhetorik, Öffentlichkeit
5.1 Rhetorik der öffentlichen Debatte
6. Stuttgart 21: Die Schlichtung
6.1 Die spezifische Rhetorik des Diskurses
6.2 Visuelle Aspekte
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der fernsehmedialen Öffentlichkeit auf die Rhetorik des politischen Diskurses. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie das Medium Fernsehen politische Kommunikationsstrategien verändert und welche rhetorischen Mittel Akteure einsetzen, um in einer durch mediale Inszenierung geprägten Umgebung Überzeugungsarbeit zu leisten, beispielhaft analysiert anhand der Schlichtungsgespräche zum Projekt "Stuttgart 21".
6.1 Die spezifische Rhetorik des Diskurses
Logos
Der Stil der Debatte ist dominiert vom Überzeugungsmittel Logos. Die Argumentationen sind sachlich, die Vorträge stellen Fakten dar und kommen größtenteils ohne jeden Redeschmuck oder Emotionalisierung aus. Die Debatte entspricht in ihrer technischen und wirtschaftlichen Detailliertheit und Komplexität vor allem der Wirkungsfunktion des docere. Spekulationen, Unterstellungen oder gegenseitige Diffamierung, die man sonst im politischen Diskurs häufig antrifft, sind kaum zu finden oder werden durch Heiner Geißler im Ansatz unterbunden. Wie in den vorherigen Kapiteln dargestellt, gilt der strikte Bezug auf Fakten und Zahlen im Fernsehen grundsätzlich als ungeeignet, um den Zuschauer für die Sendung zu interessieren: zu „trocken“, zu wenig unterhaltsam. Im Fall der Schlichtung ist der Einsatz von Logos aber durchaus angemessen: Zum einen war der öffentliche und politische Diskurs vor der Schlichtung bereits sehr emotional geladen, eine zusätzliche Anheizung wäre wenig sinnvoll gewesen. Eine Beruhigung der Situation durch politische Handlungen im Sinne eines Projektabbruchs o. ä. war nicht möglich, also sollte die Beruhigung durch sprachliche bzw. rhetorische Mittel stattfinden. Zum anderen sorgt der Stil des docere für den Eindruck der Vertrauens- und Glaubwürdigkeit. Der Orator kann sich damit als sachlich kompetent, verantwortungsbewusst und ehrlich darstellen. Dies war wichtig, um das Vertrauen und die Zustimmung der Bürger wieder zu erlangen, von denen sich im Vorfeld viele schlecht informiert und übergangen gefühlt hatten. Es war in der Öffentlichkeit ein gewisser Überdruss entstanden an politischen Worthülsen und nichtssagenden Scheinargumenten, somit war die Fokussierung auf Logos die richtige – und wirksame – Kommunikationsstrategie.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Politikvermittlung durch das Massenmedium Fernsehen ein und benennt die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 als zentrales Fallbeispiel für die Untersuchung rhetorischer Strategien.
2. Politik: Dieses Kapitel definiert Politik anhand der drei Dimensionen Polity, Policy und Politics und beleuchtet die komplexen, oft wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen dem politischen System und den Massenmedien.
3. Öffentlichkeit: Es wird die historische und funktionale Bedeutung von Öffentlichkeit analysiert, wobei der Fokus auf der medienorganisierten Öffentlichkeit liegt, die in modernen Gesellschaften maßgeblich durch das Fernsehen hergestellt wird.
4. Fernsehmediale Massenkommunikation: Das Kapitel widmet sich den spezifischen Bedingungen und Wirkmechanismen des Fernsehens, insbesondere der durch Bildlichkeit und Zeitdruck geprägten Kommunikationssituation.
5. Ein Dreieck: Politik, Rhetorik, Öffentlichkeit: Die Trias aus Politik, Medien und Öffentlichkeit wird als System beschrieben, das auf rhetorischer Kommunikation basiert, wobei die spezifischen Anforderungen der Debatte im Fokus stehen.
6. Stuttgart 21: Die Schlichtung: Dieser Hauptteil analysiert die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 hinsichtlich der rhetorischen Inszenierung von Befürwortern und Gegnern sowie der Rolle des Schlichters Heiner Geißler.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Schlichtung als einen interessanten, wenn auch problematischen Versuch, eine sachliche Debatte unter den Bedingungen der Fernsehmedialität zu führen.
Politische Kommunikation, Fernsehrhetorik, Öffentlichkeit, Stuttgart 21, Schlichtung, Inszenierung, Logos, Rezipientenorientierung, Mediokratie, Politischer Diskurs, Mehrfachadressierung, Heiner Geißler, Symbolische Politik, Fernsehmediale Massenkommunikation, Rhetorische Strategien.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Fernsehberichterstattung über politische Prozesse auf die Rhetorik und Qualität des politischen Diskurses auswirkt.
Die zentralen Felder sind das Zusammenspiel von Politik, Medien und Öffentlichkeit, die mediale Inszenierung von Politik sowie rhetorische Analysemethoden im TV-Kontext.
Ziel ist es zu zeigen, welche rhetorischen Strategien Akteure nutzen, um in einer fernsehmedialen Öffentlichkeit zu überzeugen, und inwiefern diese Inszenierungen den politischen Prozess beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine rhetorische Analyse, um anhand theoretischer Konzepte spezifische Redebeiträge und Kommunikationsmodelle in der Fallstudie Stuttgart 21 zu untersuchen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Fallstudie der Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21, wobei insbesondere die Rollen von Befürwortern, Gegnern und des Schlichters Heiner Geißler rhetorisch analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Fernsehmediale Massenkommunikation, die rhetorische Inszenierung, die Rezipientenorientierung und der Begriff der Mediokratie.
Weil die Schlichtungsgespräche trotz ihrer langen Dauer und der Dominanz von Sachthemen (Logos) eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit erzielten, was den üblichen, eher unterhaltungsorientierten Gesetzen des Fernsehens widerspricht.
Geißler nimmt eine Doppelrolle als neutraler Schlichter und als Vermittler zum Fernsehpublikum („Anwalt der Zuschauer“) ein, indem er auf Verständlichkeit drängt und die Teilnehmer an ihre Fernsehwirkung erinnert.
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