Examensarbeit, 2010
117 Seiten, Note: 1,00
1 Soziales Lernen in der Schule
1.1 Begriffsdefinition
1.2 Formen sozialen Lernens in der Schule
1.2.1 Erziehender Unterricht
1.2.2 Schulleben
1.2.3 Gemeinwesenorientierte Schule
1.2.4 Sozialpädagogische Schule
1.2.5 Trainingsprogramme
1.2.6 Lernziele des sozialen Lernens
1.3 Lernprozesse des sozialen Denkens und Handelns – Psychologische Aspekte und pädagogische Schlüsse
2 Soziale Dienste an Schulen
2.1 Begriffsexplikation und -abgrenzung
2.2 Unterrichtskonzepte und Projekte zum sozialen Lernen
2.3 Gründe für die Einführung sozialer Dienste an Schulen
3 Der Schulsanitätsdienst und seine Aufgaben
4 Die Teilnehmerstruktur des Schulsanitätsdienstes
5 Aus- und Fortbildung des Schulsanitätsdienstes
5.1 Ausbildung in Erster Hilfe
5.2 Schulsanitätsdienstspezifische Ausbildung
5.3 Fallbeispiele als spezielle Methode der Schulsanitätsdienstausbildung und –übung
5.4 Fortbildung
5.4.1 Wöchentliche interne Übungsstunden
5.4.2 Externe Fortbildung
5.5 Weiterbildung
5.6 Wettbewerbe
6 Struktur und Organisation des Schulsanitätsdienstes
7 Ausstattung des Schulsanitätsdienstes
7.1 Minimalausstattung
7.2 Ergänzende Ausstattung
8 Einsatz des Schulsanitätsdienstes
8.1 Alarmierung
8.2 Vorgehen am Notfallort
8.3 Einsatzdokumentation
8.4 Besondere Unglücksfälle und der Schulsanitätsdienst
8.4.1 Der Schulsanitätsdienst bei Massenanfällen von Verletzten
8.4.2 Amoklauf und Schoolshooting
9 Schulsanitätsdienst aus der Sicht des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen
10 Schulsanitätsdienst und Krankheitsprävention
11 Der rechtliche Rahmen – Verpflichtung der Schule zur Ersten Hilfe
12 Pädagogische Beweisführung: Was leistet der Schulsanitätsdienst?
12.1 Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen und der Schulsanitätsdienst (BV, GG und BayEUG)
12.1.1 Die Forderungen der Bayerischen Verfassung
12.1.2 Die Forderungen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
12.1.3 Die Forderungen des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes
12.2 Empfehlungen und Forderungen des Kultusministeriums und der Unfallkasse
12.3 Die Forderungen des Lehrplans für die Bayerischen Realschulen und ihre Erfüllung im Schulsanitätsdienst
12.3.1 Allgemeine Ziele der Realschule
12.3.2 Fachlehrpläne
12.3.3 Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben
12.3.4 Fächerverbindende Unterrichtsvorhaben
12.4 Die Kompetenzen des Schülers und der Schulsanitätsdienst
12.5 Die Humanfunktion von Schule und wie der Schulsanitätsdienst sie erfüllt
12.6 Hentigs Bewährung und der Schulsanitätsdienst
13 Fazit und Plädoyer: Schulsanitätsdienst in jede Schule
Diese Arbeit zielt darauf ab, die pädagogische Legitimation des Schulsanitätsdienstes zu belegen, um dessen Verbreitung an Schulen zu fördern, indem die rechtlichen Voraussetzungen, der pädagogische Nutzen sowie die praktische Einbettung in den Schulalltag untersucht werden.
Fallbeispiele als spezielle Methode der Schulsanitätsdienstausbildung und –übung
Wann immer im Schulsanitätsdienst das Vorgehen am Betroffenen, also seine Betreuung und Versorgung von der Alarmierung der Helfer bis zur Entlassung oder Übergabe an weitere Hilfspersonen geübt wird, so wird dies „Fallbeispiel“ genannt (vgl. Kraut 2011, S. 73; Nachtmann 1996, S. 109-110).
Fallbeispiele sind in vielen Wissenschaftsdisziplinen (z.B. Medizin, Sozialpädagogik, Recht, Politologie) bekannt. Jedoch sind dort in der Regel schriftlich formulierte Fallkonstellationen gemeint, an denen mündlich oder schriftlich das Vorgehen erörtert wird.
In der Schulsanitätsdienstausbildung und -übung werden Fallbeispiele in der Regel praktisch ausgeführt. Die Methode steht dem aus der Unterrichtsmethodik bekannten Rollenspiel nahe. Nachfolgend sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Methoden erörtert werden. Anschließend soll das Fallbeispiel auf seinen, über die reine Übung der Handlung hinausgehenden pädagogischen Mehrwert hin betrachtet werden.
1 Soziales Lernen in der Schule: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und verschiedene Konzeptionen sozialen Lernens innerhalb des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags.
2 Soziale Dienste an Schulen: Es erfolgt eine Begriffsexplikation sowie eine Analyse verschiedener Formen sozialer Dienste und deren Bedeutung für das Schulleben.
3 Der Schulsanitätsdienst und seine Aufgaben: Dieses Kapitel definiert den Schulsanitätsdienst als qualifizierte Erste Hilfe durch Schüler und beschreibt seine Kernaufgaben sowie Einsatzbereiche.
4 Die Teilnehmerstruktur des Schulsanitätsdienstes: Die Analyse untersucht die Motivation, das Alter und die soziale Zusammensetzung der Schulsanitäter im Kontext schulischer Anforderungen.
5 Aus- und Fortbildung des Schulsanitätsdienstes: Hier werden die Ausbildungsschritte vom Erste-Hilfe-Basiskurs bis hin zur spezifischen Schulsanitätsdienstausbildung sowie Methoden wie Fallbeispiele detailliert dargelegt.
6 Struktur und Organisation des Schulsanitätsdienstes: Das Kapitel behandelt die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen, inklusive Leitung und Dienstplanerstellung, für einen wirksamen Betrieb.
7 Ausstattung des Schulsanitätsdienstes: Dieses Kapitel listet die erforderliche Minimalausstattung sowie sinnvolle ergänzende Materialien für den Sanitätsdiensteinsatz auf.
8 Einsatz des Schulsanitätsdienstes: Es wird das Vorgehen bei Notfällen, von der Alarmierung über die Einsatzdokumentation bis hin zu speziellen Szenarien wie Massenanfällen von Verletzten, beschrieben.
9 Schulsanitätsdienst aus der Sicht des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen: Hierbei wird die wichtige Schnittstellenfunktion der Schulsanitäter in der Rettungskette und die Kooperation mit externen Fachkräften beleuchtet.
10 Schulsanitätsdienst und Krankheitsprävention: Dieses Kapitel erörtert das Potenzial des Dienstes als Beitrag zur gesundheitsfördernden Präventionsarbeit in der Schule.
11 Der rechtliche Rahmen – Verpflichtung der Schule zur Ersten Hilfe: Eine Untersuchung der rechtlichen Grundlagen, inklusive Haftung und Versicherungsschutz, für die Erste Hilfe im schulischen Kontext.
12 Pädagogische Beweisführung: Was leistet der Schulsanitätsdienst?: Ein umfassendes Kapitel, das die Legitimation des Dienstes anhand von Verfassungsnormen, Lehrplänen und erziehungswissenschaftlichen Kompetenzmodellen nachweist.
13 Fazit und Plädoyer: Schulsanitätsdienst in jede Schule: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert nachdrücklich für die flächendeckende Implementierung des Schulsanitätsdienstes.
Schulsanitätsdienst, Soziales Lernen, Erste Hilfe, Schulpädagogik, Krankheitsprävention, Kompetenzerwerb, Verantwortungsübernahme, Lehrplan, Rettungskette, Schulentwicklung, soziale Dienste, Fallbeispiele, Lebenskompetenz, Werteerziehung, Teamarbeit.
Die Arbeit untersucht den Schulsanitätsdienst aus schulpädagogischer Perspektive als wichtigen sozialen Dienst, der über die reine Erste Hilfe hinaus eine bedeutende Rolle bei der Persönlichkeitsbildung und Erfüllung des schulischen Erziehungsauftrags spielt.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des sozialen Lernens, die rechtliche Legitimation des Dienstes, die Einbettung in den Lehrplan, die Ausbildung der Schüler sowie der Beitrag zur Krankheitsprävention und Schulentwicklung.
Das primäre Ziel ist es, die pädagogische Legitimation des Schulsanitätsdienstes wissenschaftlich zu belegen, um für eine möglichst weit verbreitete Einrichtung solcher Dienste an staatlichen Schulen zu argumentieren.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, indem er pädagogische Konzepte, Gesetze, Verordnungen, Lehrpläne und empirische Erfahrungen aus der schulischen Praxis im Raum Würzburg miteinander verknüpft und bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Voraussetzungen, die Beschreibung von Aufgaben und Struktur, eine detaillierte Aufarbeitung der Aus- und Fortbildungsmethoden sowie eine ausführliche Analyse der Leistungsfähigkeit des Dienstes in Bezug auf Bildungsziele und Lehrplananforderungen.
Schlüsselaspekte sind der Schulsanitätsdienst als soziales Lernen, die Förderung sozialer Kompetenzen, die Verzahnung mit dem Lehrplan sowie die Rolle als Bindeglied zwischen Schule und Rettungsdiensten.
Der Dienst fungiert informierend über Krankheitsursachen und fördert durch das Wissen um Zusammenhänge bei Schülern eine Schutzmotivierung sowie Eigenverantwortung, wodurch krankheitsfördernde Verhaltensweisen reduziert werden können.
Die Einbindung stellt sicher, dass in Extremsituationen, wie etwa bei einem Amoklauf, professionell ausgebildete Schulsanitäter Fehlhandlungen der Mitschüler verhindern und eine präzise Lagemeldung an die Rettungsleitstelle abgeben können.
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