Examensarbeit, 2010
197 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Aufbau
1.2 Quellenlage
2 Einführung in den Themenbereich Ägypten
2.1 Gründung Ägyptens
2.2 Wohnverhältnisse der alten Ägypter
2.3 Weisheitslehrer als Idealbild
2.4 Verhältnis zur Götterwelt
2.5 Herrscher Ägyptens
3 Die Familie im Alten Ägypten
3.1 Stellung der Frau im Alten Ägypten
3.1.1 Rechte und Pflichten der Frauen im Alten Ägypten
3.1.2 Titel der Frauen in der altägyptischen Gesellschaft
3.1.3 Verpflichtungen der Dienerinnen
3.1.4 Aufgaben der Hausherrin
3.1.5 Frauen im Tempelkult
3.2 Über die Gattenwahl zur Ehe bis das der Tod sie scheidet
3.2.1 Wahl des Ehepartners
3.2.2 Geschwisterehe
3.2.3 Polygamie – Vielehen – Mehrehen
3.2.4 Weitere Variationen der Ehe in Altägypten
3.2.5 Eheverträge, Ehebruch und Scheidung
3.3 Kinder – Segen der Familie
3.3.1 Erziehung der Kinder
3.3.2 Ausbildung der Jungen und Erziehung der Mädchen
4 Der Götterglaube der alten Ägypter
4.1 Religion oder Aberglaube?
4.2 Charakterisierung einiger Gottheiten
4.2.1 Anthropomorphe (menschliche) Gottheiten
4.2.2 Hybride oder bimorphe Gottheiten
4.3 Priesterschaft und Götterkult
4.4 Prozessionen zu Ehren der Götter und Göttinnen
5 Pharaonen – Herrscher über Altägypten
5.1 Vermittler zwischen Menschen und Göttern
5.2 Die bedeutendsten Könige
5.2.1 Osiris
5.2.2 Cheops
5.2.3 Pepi II. (Amasis)
5.2.4 Ahmose (Ahmosis I.)
5.2.5 Amenophis I.
5.2.6 Amenophis III.
5.2.7 Echnaton (Amenophis IV.)
5.2.8 Ramses II. – der Große
5.2.9 Ramses III.
5.3 Der König in Gleichsetzung mit Osiris und Rê
5.3.1 Der Pharao als Osiris
5.3.2 Der Pharao als Rê
6 Königinnen – Macht oder Ohnmacht?
6.1 Der göttliche Aspekt der Königinnen
6.2 Die großen Königinnen des Alten Ägyptens
6.2.1 Ahhotep I.
6.2.2 Ahmes-Nefertari
6.2.3 Hatschepsut – eine Ausnahmeherrscherin
6.2.4 Teje
6.2.5 Nofretete
6.2.6 Nefertari
6.3 Die Rolle der Gottesgemahlinnen
6.3.1 Gottesgemahlin des Amun
6.3.2 Regentschaft der Gottesgemahlinnen
6.4 Ptolemäische Königinnen in Ägypten
7 Antikes Griechenland – Ein historischer Vergleich
7.1 Erziehung in der Antike
7.1.1 Bildung in Athen
7.1.2 Ausbildung in Sparta
7.1.3 Vergleich der ägyptischen Erziehung mit Sparta und Athen
7.2 Rollenverteilung im historischen Griechenland
7.2.1 Gleichberechtigung in Sparta
7.2.2 Unterdrückung in Athen
7.2.3 Vergleich der Rolle der Frau mit dem Alten Ägypten
7.3 Der Götterglaube im antiken Griechenland
7.3.1 Der Olymp der Götter
7.3.2 Gottesverehrung am Beispiel Spartas
7.3.3 Rolle der Kinder im Götterkult
7.3.4 Verhältnis zu den Gottheiten in Griechenland und Ägypten
8 Schlussgedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und religiöse Stellung der Frau im Alten Ägypten und setzt diese in Bezug zur familiären Struktur, Erziehung und Götterwelt. Ziel ist es, die häufig assoziierte Vorstellung einer Unterdrückung der Frau im Alten Ägypten kritisch zu hinterfragen und deren tatsächliche Autonomie und Einflussmöglichkeiten im Vergleich mit dem antiken Griechenland herauszuarbeiten.
3.1.1 Rechte und Pflichten der Frauen im Alten Ägypten
„In juristischer Hinsicht [war] die ägyptische Frau dem Mann gleichgestellt und [genoss] bestimmte Grundrechte.“45 Sie hatten schon zu Beginn des Alten Reiches ein „Recht auf Eigentum“46 und konnten darüber ganz frei verfügen.47 Zwick betont zudem, dass das freie Verfügungsrecht über ihren Besitz sowohl für ledige als auch für verheiratete Frauen gegolten habe.48 Das bedeutet, dass sie ihr Eigentum nach der Heirat nicht an die Verfügungsgewalt des Mannes verloren, wie es zum Beispiel in Europa noch lange Zeit gehandhabt wurde.49 Robins belegt mit juristischen Dokumenten, dass sowohl die Ehefrau von ihrem Mann, als auch die Tochter von ihrem Vater erben konnte.50
„Sie konnte erben und vererben, [zusätzliches] Eigentum erwerben […] und weltliche und religiöse Ämter verwalten. Sie vertrat ihre Kinder vor Gericht und bei Abwesenheit ihres Mannes übernahm sie dessen dienstliche Aufgaben.“51
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert die besondere Rolle der Frau im Vergleich zu anderen antiken Kulturen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Einführung in den Themenbereich Ägypten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen und kulturellen Rahmenbedingungen Ägyptens, inklusive der Bedeutung von Götterglauben und Pharaonenherrschaft.
3 Die Familie im Alten Ägypten: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Stellung der Frau, die Dynamiken der Ehe und die Erziehung der Kinder im sozialen Kontext der ägyptischen Gesellschaft.
4 Der Götterglaube der alten Ägypter: Hier werden die ägyptische Religion, die vielfältige Götterwelt und die Praxis des Tempelkultes sowie religiöse Prozessionen beleuchtet.
5 Pharaonen – Herrscher über Altägypten: Dieses Kapitel widmet sich der sakralen und politischen Rolle des Pharaos als Vermittler zwischen Menschen und Göttern und stellt bedeutende Regenten vor.
6 Königinnen – Macht oder Ohnmacht?: Hier wird der politische Einfluss herausragender Königinnen und Gottesgemahlinnen im Neuen Reich und darüber hinaus untersucht.
7 Antikes Griechenland – Ein historischer Vergleich: Das abschließende Kapitel setzt die ägyptischen Verhältnisse in Kontrast zur Erziehung und den Rollenverteilungen in den griechischen Stadtstaaten Athen und Sparta.
8 Schlussgedanken: Die Schlussgedanken fassen die Ergebnisse zusammen und reflektieren offene Forschungsfragen zur Stellung der Frau in der ägyptischen Geschichte.
Ägypten, Frau, Familie, Ehe, Erziehung, Pharao, Götter, Tempelkult, Königin, Gottesgemahlin, Vergleich, Griechenland, Athen, Sparta, Historische Gesellschaft
Die Arbeit beleuchtet die oft unterschätzte, starke Rolle der Frau im Alten Ägypten und setzt diese in Bezug zu sozialen, familiären und religiösen Strukturen im Vergleich mit der griechischen Antike.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Stellung der Frau, der Struktur der Ehe, dem Bildungswesen, der Machtstellung von Königinnen sowie dem Vergleich mit den gesellschaftlichen Rollen in Athen und Sparta.
Ziel ist es, die moderne Vorstellung einer allgemeinen Unterdrückung der Frau im Altertum durch eine differenzierte Analyse der ägyptischen Gesellschaftsstruktur zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine historische Facharbeit, die auf einer Literaturanalyse von Fachbüchern, antiken Texten, Grabinschriften und archäologischen Befunden basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Familie (Stellung der Frau, Ehe, Kindererziehung), Götterglaube und Tempelwesen, sowie die Analyse politischer Macht von Pharaonen und Königinnen.
Zentrale Begriffe sind Frauenstatus, Altägypten, Sozialgeschichte, Gottesgemahlinnen, historischer Vergleich und Götterglaube.
Während Frauen in Athen weitgehend rechtlos waren und unter männlicher Vormundschaft lebten, genossen ägyptische Frauen eine bemerkenswerte rechtliche Eigenständigkeit, inklusive Eigentums- und Erbrechten.
Frauen konnten im Alten Ägypten, insbesondere als Priesterinnen der Hathor oder als Gottesgemahlinnen des Amun, bedeutende religiöse und teilweise politische Funktionen ausüben.
Der Vergleich zeigt, dass Frauen in Sparta ähnlich wie in Ägypten eine freiere und wirtschaftlich einflussreichere Rolle innehatten als in Athen, was Ägypten als Referenz für Emanzipation im Altertum hervorhebt.
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