Bachelorarbeit, 2012
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und persönlicher Zugang
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Leistung in der Schule
2.1. Gesellschaftlicher Leistungsbegriff
2.2. Pädagogischer Leistungsbegriff
3. Historischer Abriss zur Leistungsbeurteilung
4. Traditionelle Leistungsbeurteilung
5. Gütekriterien der Leistungsmessung und deren Verletzung
5.1. Objektivität
5.2. Reliabilität
5.3. Validität
6. Kritik an der heutigen Leistungsbeurteilung
7. Mögliche Fehler bei der Leistungsbeurteilung
8. Mängel der Funktionen der Leistungsbeurteilung
8.1. Berichts- und Kontrollfunktion
8.2. Allokationsfunktion
8.3. Pädagogische Funktion
9. Neue Leistungsbewertung im Lichte der neuen Lernkultur
10. Gründe für die neue Leistungsbeurteilung
11. Die neue Leistungsbeurteilung
12. Das Portfolio in der Theorie
12.1. Geschichtliche Entwicklung und Definition
12.2. Portfolioarten
12.2.1. Prozessportfolio
12.2.2. Produktportfolio
12.2.3. Entwicklungsportfolio
12.2.4. Arbeitsportfolio
12.2.5. Beurteilungsportfolio
12.2.6. Präsentationsportfolio
12.3. Prozesskomponenten der Portfolioarbeit
12.3.1. Phase 1: Context definition
12.3.2. Phase 2: Collection
12.3.3. Phase 3: Selection
12.3.4. Phase 4: Reflection
12.3.5. Phase 5: Projection
12.3.6. Phase 6: Presentation
13. Das Portfolio in der Praxis
13.1. Realisierungsmöglichkeiten nach Inglin
13.1.1. Das Parallelmodell
13.1.2. Das Zentrifugalmodell
13.1.3. Das Zentripetalmodell
13.1.4. Das Einheitsmodell
14. Leistungsbeurteilung mittels pädagogischer Portfolios
15. Das Für und Wider der Portfoliobewertung mittels Noten
16. Portfoliokonzept in der Beurteilungspraxis
17. Problemfeld Gütekriterien und Messqualität
18. Qualitatives Experteninterview zur Portfoliothematik
18.1. Methodik
18.2. Leitfaden
18.3. Auswahl der Befragten
18.4. Ablauf der Interviews
18.5. Datenauswertung
18.5.1. Auswertung Interview 1
18.5.2. Auswertung Interview 2
18.6. Zusammenfassender Vergleich der Interviews
19. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das schulische Portfolio als alternative Methode der Leistungsbewertung im Vergleich zur traditionellen Ziffernnotengebung. Ziel ist es zu erörtern, ob Portfolios ein adäquates Instrument zur Förderung und Messung von Lernprozessen und Handlungskompetenzen darstellen und wie sie in der schulischen Praxis unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gütekriterien realisiert werden können.
1.1. Problemstellung und persönlicher Zugang
Seit über zehn Jahren werden von den Bildungsstudien PISA oder TIMMS immer wieder neue erschreckende Bildungsdefizite und zwar im Bereich des Könnens, nicht des Wissens der Schüler, deutlich gemacht. Es geht folglich aus den Studien hervor, dass der traditionellen Lehre, im Sinne der Wissensadaption, die Nachhaltigkeit fehlt. Das schulische Lernen unterliegt gerade auch deshalb einer starken Veränderung. Dem Lernen müssen neue Zugänge geschaffen werden, die es ermöglichen, die aktuellen Missstände der traditionellen Lehre zu beseitigen. Einer dieser Missstände ist unter anderem die Übertragung der Prinzipien unserer Leistungsgesellschaft auf die Schule. Demzufolge entscheidet die individuelle Leistung eines Menschen über seine soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft. Gerade die schulische Leistungsmessung ist aber derartig in Verruf geraten, nicht zuletzt wegen ihrer unzureichenden Erfüllung der Gütekriterien, dass die Forderungen nach alternativen Wegen der Leistungsbeurteilung immer lauter werden.
Dennoch regiert die Leistungsbewertung mittels Ziffernnoten noch immer die Bewertungspraxis deutscher Schulen. An dieser Stelle tritt die Frage auf, ob es tatsächlich realistische Alternativen zu Ziffernbenotung gibt und wie diese in den Unterricht übertragen werden könnten. In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Aufsätze und Bücher zum Thema „schulisches Portfolio“ in der Fachliteratur. Die vorliegende Zulassungsarbeit beschäftigt sich daher mit dem Themenbereich des Portfolios und dessen Realisierung im schulischen Unterricht. Aufmerksam wurde ich auf das Portfolio als Instrument der schulischen Leistungsbewertung, während eines studienbegleitenden Praktikums im Jahr 2010. Der betreffende Lehrer führte seit mehreren Jahren einen Kampf gegen die traditionelle Leitungsbeurteilung und setzte daher das Portfolio in seinen Klassen als Alternative dazu ein. Ich war erstaunt über das große Lerninteresse der Schüler, die vollkommen selbstverantwortlich an ihren Portfolios arbeiteten. Doch bei genauerer Analyse der Portfoliomethode, ergaben sich auch hier einige Mängel und problematische Situationen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, in einer ausführlicheren Arbeit, das thematische Feld des Portfolios genauer zu beleuchten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der aktuellen schulischen Leistungsbewertung mittels Ziffernnoten ein und beschreibt den persönlichen Zugang der Autorin zum Thema Portfolio.
2. Leistung in der Schule: Das Kapitel differenziert zwischen gesellschaftlichen und pädagogischen Leistungsbegriffen und unterstreicht die Notwendigkeit, prozessuale Aspekte des Lernens zu berücksichtigen.
3. Historischer Abriss zur Leistungsbeurteilung: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung der schulischen Leistungsbewertung von der Antike bis zum sechsstufigen Leistungssystem von 1938 und den KMK-Beschlüssen nach.
4. Traditionelle Leistungsbeurteilung: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Praxis der Notenvergabe am Beispiel Bayerns dargestellt.
5. Gütekriterien der Leistungsmessung und deren Verletzung: Das Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität und zeigt auf, dass traditionelle Benotungen diese in der Praxis oft verletzen.
6. Kritik an der heutigen Leistungsbeurteilung: Es wird die fachwissenschaftliche Diskussion um die Fragwürdigkeit und die Mängel von Ziffernnoten zusammengefasst.
7. Mögliche Fehler bei der Leistungsbeurteilung: Hier werden psychologische Urteilsfehler, wie Nähefehler oder der Halo-Effekt, als Ursachen für Verfälschungen bei der Notengebung identifiziert.
8. Mängel der Funktionen der Leistungsbeurteilung: Die Funktionen der Noten (Bericht/Kontrolle, Allokation, Pädagogik) werden auf ihre Mängel und Auswirkungen auf das Schulklima hin geprüft.
9. Neue Leistungsbewertung im Lichte der neuen Lernkultur: Der Begriff der neuen Lernkultur wird eingeführt und in Bezug zu den notwendigen Reformen der Leistungsbeurteilung gesetzt.
10. Gründe für die neue Leistungsbeurteilung: Es werden die Diskrepanzen zwischen veränderten curricularen Zielen (Selbstständigkeit) und traditioneller Bewertung aufgezeigt.
11. Die neue Leistungsbeurteilung: Dieses Kapitel skizziert die Anforderungen an eine moderne Beurteilungspraxis, die selbstreflektiertes Lernen in den Mittelpunkt stellt.
12. Das Portfolio in der Theorie: Es werden Definitionen, Arten und die sechs Prozessphasen der Portfolioarbeit systematisch hergeleitet.
13. Das Portfolio in der Praxis: Die Umsetzungsmöglichkeiten von Portfolios im Unterricht werden anhand der Modelle nach Inglin vorgestellt.
14. Leistungsbeurteilung mittels pädagogischer Portfolios: Hier wird diskutiert, ob und in welcher Form Portfolios trotz dominanter Notengebung als alternative Leistungsdokumentation fungieren können.
15. Das Für und Wider der Portfoliobewertung mittels Noten: Das Kapitel wägt die Argumente zwischen notenfreier Portfolioarbeit und der Einbindung in das bestehende Notensystem ab.
16. Portfoliokonzept in der Beurteilungspraxis: Es werden verschiedene Verfahrenstypen vorgestellt, wie Portfolios in den schulischen Alltag integriert und bewertet werden können.
17. Problemfeld Gütekriterien und Messqualität: Hier wird kritisch reflektiert, ob Portfolios die klassischen Gütekriterien besser erfüllen können als traditionelle Prüfungen.
18. Qualitatives Experteninterview zur Portfoliothematik: Dieser Teil beschreibt die methodische Anlage und Auswertung von Interviews mit zwei praktizierenden Lehrkräften.
19. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Portfolios ein hohes Potenzial zur Verbesserung des Unterrichts besitzen, jedoch keine universelle Lösung für die Problematik der Zensurengebung in der gegenwärtigen Leistungsgesellschaft darstellen.
Leistungsbeurteilung, Portfolio, Ziffernnoten, Gütekriterien, neue Lernkultur, Portfolioarbeit, Selbstreflexion, Leistungsmessung, Schulunterricht, pädagogische Diagnostik, Handlungskompetenz, Experteninterview, Schulreform, Bildungsdefizite, Portfolioarten.
Die Arbeit untersucht kritisch die traditionelle schulische Leistungsbewertung durch Ziffernnoten und evaluiert das Portfolio als alternative oder ergänzende Methode zur Messung von Schülerleistungen.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Leistungsbewertung, die wissenschaftlichen Gütekriterien, Konzepte der neuen Lernkultur sowie die praktische Umsetzung und Evaluation von Portfolios im Unterricht.
Ziel ist es, den Nutzen des Portfolios für die Förderung von Selbstständigkeit und Handlungskompetenzen zu bestimmen und herauszufinden, ob es die Mängel traditioneller Bewertungssysteme beheben kann.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die Experteninterviews mit zwei im Portfolio-Bereich erfahrenen Lehrkräften umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Leistungsbegriffen, Gütekriterien und Portfolio-Modellen sowie einen empirischen Teil, in dem die Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis interviewter Lehrkräfte analysiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leistungsbeurteilung, Portfolio, Gütekriterien, neue Lernkultur und pädagogische Praxis geprägt.
Die Arbeit identifiziert insbesondere die schwierige Einhaltung wissenschaftlicher Gütekriterien (wie Objektivität und Reliabilität) sowie den Zielkonflikt zwischen der angestrebten neuen Lernkultur und dem von der Gesellschaft geforderten Notensystem.
Beide interviewten Lehrkräfte betrachten das Portfolio nicht als pädagogische Revolution, sondern als wertvolle Unterrichtsmethode und Abwechslung, betonen jedoch, dass in der aktuellen Gesellschaftsstruktur kein Umdenken ohne Ziffernnoten absehbar sei.
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