Magisterarbeit, 2010
135 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Gliederung
2 Stimme
2.1 Phonation und akustische Artikulation
2.2 Einfluss des Testosteronspiegels auf die männliche Stimme
2.3 Frequency Code nach Ohala (1994)
3 Attraktivität der Stimme
3.1 Welche Stimmen finden Frauen attraktiv?
3.2 Auditive, visuelle und visuell-auditive Bewertungssituationen
3.3 Beziehungen zwischen Stimme und Persönlichkeitsattributen
3.3.1 Einfluss der wahrgenommenen Reife auf Persönlichkeitsurteile
3.4 Beziehungen zwischen Stimme und physischer Attraktivität
3.4.1 Einfluss der shoulder-to-hip-ratio
3.4.2 Einfluss der fluktuierenden Asymmetrie
3.4.3 Maskulinität
3.4.4 Wahrnehmung von Größe und Gewicht
4 Neue Ansätze nach Zuta (2007)
4.1 Grundfrequenz (F0)
4.2 Formantfrequenzen
4.3 Pausen
4.4 Hesitationen
4.5 Sprechgeschwindigkeit
4.6 Artikulationsgeschwindigkeit
5 Dialekt versus Hochdeutsch
5.1 Einleitung
5.2 Begriffserklärungen
5.3 Dialektkompetenz und –gebrauch
5.3.1 Geschlecht und Dialekt
5.3.2 Alter und Dialekt
5.4 Prestige des Hochdeutschen
5.5 Einstellungen gegenüber Dialektsprechern
5.5.1 Assoziationen zwischen Dialekt und sozialer Schicht
5.5.2 Stereotype
6 Vorüberlegungen
7 Hypothesen
8 Methode
8.1 Sprachmaterial
8.1.1 Auswahl der Dialektgebiete
8.1.2 Sprecherauswahl
8.1.3 Aufnahmen der Sprecher
8.1.4 Stimulusherstellung
8.2 Durchführung des Perzeptionsexperiments
8.2.1 Versuchspersonen
8.2.2 Durchführung
8.2.3 Matched-Guise-Technik
8.2.4 Bewertungsskalen der Stimme
8.3 Akustische Analysen
9 Ergebnisse und Diskussion
9.1 Bewertungen der Stimmen
9.1.1 Bewertungen der hochdeutschen Stimmen
9.1.2 Vergleich Hochdeutsch – Dialekt
9.1.3 Einfluss des Geschlechts
9.1.4 Zwischendiskussion
9.2 Ergebnisse der akustischen Analysen
9.2.1 Grundfrequenz
9.2.2 Pausen
9.2.3 Hesitationen
9.2.4 Sprechgeschwindigkeit
9.2.5 Artikulationsgeschwindigkeit
9.2.6 Zwischendiskussion
10 Diskussion
11 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Attraktivität der männlichen Stimme unter Berücksichtigung akustischer Parameter sowie den Einfluss von Dialekten auf diese Wahrnehmung. Ziel ist es, durch ein Perzeptionsexperiment und akustische Analysen zu klären, ob die bewertete Attraktivität einer Männerstimme primär von der Tonhöhe abhängt oder ob eine komplexe Kombination verschiedener Faktoren, wie Sprechgeschwindigkeit, Pausenverhalten und Hesitationen, eine entscheidende Rolle spielt.
3.1 Welche Stimmen finden Frauen attraktiv?
Viele Studien haben gezeigt, dass Frauen ihre Partner nach Anzeichen auswählen, die die Qualitäten des Mannes verraten (Johnstone 1995; Bruckert, Liénard, Lacroix, Kreutzer & Leboucher 2006).
So zeigen die Ergebnisse einiger Studien, dass Frauen Männerstimmen attraktiv finden, die durch eine mittlere oder starke Grundfrequenzvariation (Ray, Ray & Zahn 1991; Zuckerman & Miyake 1993) gekennzeichnet sind, die reif wirken (Zuckerman, Miyake & Elkin 1995), eine tiefe Grundfrequenz haben und/oder nicht monoton sind (Zuckerman & Miyake 1993). Ungewöhnlich scheint, dass nach einer Untersuchung von Raines, Hechtman & Rosenthal (1990) Männerstimmen attraktiv sind, die Unterwürfigkeit ausstrahlen. Denn eine Studie von Collins (2000) besagt, dass eine männliche Stimme mit einer hohen durchschnittlichen Grundfrequenz (avgF0) auf Frauen unattraktiv wirkt. Außerdem wird in dieser Untersuchung erklärt, dass eine tiefe durchschnittliche Grundfrequenz (avgF0) mit starker Dominanz assoziiert wird. Erklären lässt sich das dadurch, dass Frauen auf der Suche nach starken und dominanten Männern sind (Barber 1995).
Oguchi & Kikuchi (1997) fanden bei einer Befragung von japanischen Studenten heraus, dass die Männerstimmen als attraktiv bewertet wurden, die, im Gegensatz zu weniger attraktiven Stimmen, eine signifikant tiefere Stimme haben. Auch Collins (2000) stellte fest, dass niederländische Frauen tiefere Männerstimmen als signifikant attraktiver bewerten. Auch als in einer Studie Frauen und Männer gebeten wurden eine ‚sexy‘ Stimme zu simulieren, zeigte sich, dass davon ausgegangen wird, dass eine ‚sexy‘ Stimme tief sein muss, denn alle senkten ihre Stimme um 20-25 Hz (Tuomi & Fischer 1979).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentralen Forschungsfragen zur Attraktivität männlicher Stimmen und den Einfluss von Dialekten vor.
2 Stimme: Hier werden die physiologischen Grundlagen der menschlichen Stimme, insbesondere Phonation und der Einfluss von Hormonen wie Testosteron, erläutert.
3 Attraktivität der Stimme: Dieses Kapitel untersucht, welche Merkmale Stimmen attraktiv machen und wie diese mit Persönlichkeits- und körperlichen Attributen korrelieren.
4 Neue Ansätze nach Zuta (2007): Die Forschung von Vivien Zuta wird vorgestellt, die die Komplexität akustischer Parameter jenseits der reinen Grundfrequenz hervorhebt.
5 Dialekt versus Hochdeutsch: Dieses Kapitel behandelt die begrifflichen Unterschiede und die soziolinguistische Wahrnehmung von Dialekten gegenüber der Standardsprache.
6 Vorüberlegungen: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse als Basis für die empirische Untersuchung.
7 Hypothesen: Darstellung der aufgestellten Forschungsannahmen zur Attraktivität und dem Dialekteinfluss.
8 Methode: Detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens, inklusive Sprachmaterial, Sprecherauswahl und des Perzeptionsexperiments.
9 Ergebnisse und Diskussion: Präsentation und Analyse der erhobenen Daten aus den Fragebögen und den akustischen Analysen.
10 Diskussion: Reflexion der Ergebnisse im Hinblick auf die initialen Fragestellungen.
11 Schlussbetrachtung und Ausblick: Resümee der Arbeit sowie Anregungen für zukünftige Forschungsansätze.
männliche Stimme, stimmliche Attraktivität, Grundfrequenz, Dialekt, Hochdeutsch, Testosteronspiegel, Persönlichkeitseinschätzung, Matched-Guise-Technik, Sprechgeschwindigkeit, Pausen, akustische Analyse, Stereotype, Maskulinität, physische Attraktivität, Perzeptionsexperiment
Die Arbeit untersucht, welche akustischen Merkmale männliche Stimmen auf Frauen attraktiv wirken lassen und welchen Einfluss die Verwendung eines Dialekts gegenüber der Hochsprache auf diese Attraktivitätsbewertung hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Phonetik, der Attraktivitätsforschung, soziolinguistischen Aspekten von Dialekten sowie der Korrelation von Stimmeigenschaften mit wahrgenommenen Persönlichkeits- und körperlichen Merkmalen.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob ein Dialekt die stimmliche Attraktivität eines Mannes negativ beeinflusst und welche akustischen Parameter (wie Grundfrequenz, Pausen oder Sprechgeschwindigkeit) dabei eine entscheidende Rolle für die Bewertung durch Hörerinnen spielen.
Die Untersuchung basiert auf einer empirischen Studie, die ein Perzeptionsexperiment mit Hilfe der Matched-Guise-Technik und anschließende statistische akustische Analysen nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Phonetik und Attraktivitätsforschung sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der eigenen Experimente und Analysen vorgestellt und diskutiert werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind stimmliche Attraktivität, männliche Stimme, Dialekt, Grundfrequenz, Sprechgeschwindigkeit, Persönlichkeitseinschätzung und akustische Analyse.
Die Arbeit diskutiert den Zusammenhang zwischen Testosteron und der Stimmlippenanatomie, da ein höherer Testosteronspiegel häufig mit einer tieferen Stimme korreliert, die oft mit Maskulinität und Dominanz assoziiert wird.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Dialekte stereotype Vorstellungen auslösen, die bei den Hörerinnen zu einer negativen Verzerrung bei der Bewertung führen, verglichen mit der hochdeutschen Variante desselben Sprechers.
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