Masterarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Demokratiebegriff bei Dewey
2.2 Demokratiebegriff bei Klafki
2.3 Demokratiebegriff bei Himmelmann/Edelstein
2.4 Demokratie in der Schule – Instrumente der Demokratie in der Schule
2.4.1 KlassensprecherInnen
2.4.2 Klassenrat
2.4.3 Stopp-Regel
2.5 Forschungsstand zum Thema Demokratie mit Grundschulkindern
2.6 Demokratieverständnis von Kindern
2.7 Forschen mit Kindern
3 Entwicklung der Forschungsfrage
3.1 Forschungsvorhaben
3.2 Begründung der Forschungsmethode
4 Qualitätsmaßstäbe qualitativer Forschung
4.1 Transkriptionsregeln
4.2 Entwicklung und Begründung der Fragen
4.3 Rahmenbedingungen und Auswahl der Stichprobe
5 Datenerhebung und Auswertung
5.1 Datenerhebung
5.2 Auswertungsmethode
5.2.1 Kompetenzen
5.2.2 Kompetenzstufenmodelle
5.3 Kompetenzstufenmodell für Demokratieverständnis von Grundschülern und Grundschülerinnen
5.3.1 Stufungen und Dimensionen des Kompetenzstufenmodells
5.3.2 Dimensionen des Demokratieverständnisses
5.4 Auswertung
5.5 Einzelergebnisse der Interviews
5.6 Ergebnisse der einzelnen Fragen
6 Interpretation der Ergebnisse
6.1 Vergleich Stufe 3
6.2 Vergleich Stufe 2
6.3 Einzelfallanalyse Stufe 1
6.4 Dimensionen des Kompetenzstufenmodells
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Demokratieverständnis von Kindern im Grundschulalter durch leitfadengestützte Interviews, um auf dieser Basis ein Kompetenzstufenmodell zu entwickeln, das Lehrkräften eine differenzierte Förderung demokratischer Kompetenzen im schulischen Kontext ermöglicht.
2.7 Forschen mit Kindern
Forschen mit Kindern ist eine besondere Herausforderung. Deren Grenzen und die Möglichkeiten eines entsprechenden methodischen Vorgehens bedürfen einer Reflexion. Aufgabe der Kindheitsforschung ist es, die soziale Wirklichkeit der Kinder sichtbar zu machen, die sich von der der Erwachsenen unterscheidet. Damit ist es möglich, den Erwachsenen einen Zugang zu der unbekannten Kultur der Kinder zu ermöglichen (Fuhs, 2000). Kindheitsforschung aus der Perspektive von Kindern ist in der wissenschaftlichen Forschung ein relativ neues Thema. Ihr Anliegen ist es, nicht einfach Methoden der Sozialforschung auf Kinder zu übertragen, sondern ihre methodischen Zugänge in Bezug auf Forschen mit Kindern zu reflektieren.
Viele Fragen, die für die pädagogische Forschung interessant sind, können nur beantwortet werden, wenn die Perspektive der Kinder berücksichtigt wird. Die allgemeinen Forschungsmethoden der Sozialforschung haben die Interaktion von Erwachsenen zum Maßstab. Sie müssen jedoch beim Forschen mit Kindern den veränderten Bedingungen angepasst werden. Dazu gehört die Ausdrucksweise der Forschenden ebenso wie die kindtypischen Ausdrucksformen, die bei der Auswertung von verbalen Daten berücksichtigt werden müssen. Ebenso verlangt die Forschung mit Kindern eine empathische Verbalisierung der Bedürfnisse und Gefühle von Kindern durch die Forschenden (vgl. Heinzel, 2000). Da der vorliegenden Arbeit qualitative Interviews als Erhebungsmethode zugrunde liegen, werden lediglich die Besonderheiten dieser Methode beim Forschen mit Kindern berücksichtigt.
Fuhs betont, dass eine besondere Schwierigkeit in der mündlichen Kommunikation der Wahrheitsgehalt sein kann: „Ein weiteres Problem des Interviews als Methode in der Kindheitsforschung ist der Zweifel am Wahrheitsgehalt von kindlichen Aussagen“ (Fuhs, 2000, 90). Diese Annahme ist allerdings wenig überzeugend, da aus der empirischen Sozialforschung mit Erwachsenen längst bekannt ist, dass das Bewusstsein, sich in einer Testsituation zu befinden, das Antwortverhalten der befragten Person beeinflusst und so zu erheblichen Verzerrungen führen kann – der sogenannte Hawthorne-Effekt (vgl. Schirmer, 2009).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und pädagogische Relevanz von Demokratie als Lebens- und Gesellschaftsform und führt in das Forschungsdesiderat des Demokratieverständnisses bei Kindern ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Demokratiebegriffe (Dewey, Klafki, Himmelmann) und diskutiert Instrumente der Partizipation in der Schule sowie den Stand der Forschung zur politischen Orientierung von Kindern.
3 Entwicklung der Forschungsfrage: Hier wird der Fokus auf die Kinder als Akteure gelegt und begründet, warum ein Leitfadeninterview als geeignete Methode zur Ermittlung des kindlichen Demokratieverständnisses gewählt wurde.
4 Qualitätsmaßstäbe qualitativer Forschung: Dieses Kapitel definiert die methodischen Gütekriterien für die Untersuchung, insbesondere die Intersubjektivität und Transparenz der Auswertung, und legt die Regeln für die Transkription fest.
5 Datenerhebung und Auswertung: Der Prozess der Datengewinnung wird beschrieben und ein Kompetenzstufenmodell entwickelt, das Partizipations- und Regelkompetenz als Dimensionen des Demokratieverständnisses operationalisiert.
6 Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden anhand des Modells verglichen und interpretiert, wobei insbesondere die Divergenz zwischen deklarativem Wissen und Reflexionsfähigkeit bei den Kindern hervortritt.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kinder ein grundlegendes Demokratieverständnis besitzen, und betont die Notwendigkeit, Unterrichtsangebote an deren individuelle Voraussetzungen anzupassen.
Demokratieerziehung, Grundschule, Kindheitsforschung, Partizipation, Kompetenzstufenmodell, Leitfadeninterview, Demokratieverständnis, Regelkompetenz, Partizipationskompetenz, qualitative Sozialforschung, Schulkultur, Mitbestimmung, SchülerInnen, Politische Bildung, Bildungsstandards.
Die Arbeit untersucht, über welches Demokratieverständnis Grundschülerinnen und Grundschüler am Ende ihrer Grundschulzeit verfügen und wie sich dieses in schulischen Kontexten äußert.
Die zentralen Themen umfassen Demokratie als Lebens- und Gesellschaftsform, die Partizipation von Kindern in der Schule sowie das Verhältnis zwischen individuellen Lernprozessen und kollektiven Regelstrukturen.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Kompetenzstufenmodells, das Lehrkräften helfen soll, das Demokratieverständnis ihrer Schülerinnen und Schüler besser einzuschätzen und individuell zu fördern.
Die Autorin führt qualitative, leitfadengestützte Interviews mit Grundschulkindern durch und wertet diese anhand eines selbst entwickelten Kompetenzstufenmodells nach Gütekriterien der qualitativen Sozialforschung aus.
Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund, die methodische Begründung der Interviewform, die Durchführung der Datenerhebung sowie die detaillierte Auswertung und Interpretation der Einzelergebnisse dargestellt.
Wichtige Begriffe sind Demokratiepädagogik, Partizipation, kindliches Demokratieverständnis, Kompetenzstufen und die schulische Alltagspraxis.
Die Studie zeigt eine große Bandbreite: Während einige Kinder bereits kritisch über demokratische Strukturen reflektieren können, sind andere stärker auf fremdbestimmte Regeln angewiesen oder assoziieren den Begriff nur diffus.
Die Stopp-Regel wird von mehreren Kindern als konkretes Beispiel für Regeln an ihrer Schule genannt und dient im Analyseprozess als Ankerpunkt für die Einschätzung ihrer Regelkompetenz.
Sie schlussfolgert, dass Schulen ein Umfeld schaffen müssen, in dem Demokratie nicht nur als Wissen vermittelt, sondern als Alltagserfahrung gelebt wird, wobei der Lehrerrolle eine Vorbildfunktion zukommt.
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