Masterarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 11
1. EINLEITUNG
2. DATENSAMMLUNG
2.1. ERHEBUNG DES AKTUELLEN FORSCHUNGSSTANDES
2.2. TELEFON-INTERVIEW
2.2.1. Wahl der Methode
2.2.2. Vorstellung der Interview-Partner
2.2.2.1. KAP-Institut
2.2.2.2. Wellenbrecher e.V.
2.2.3. Durchführung der Interviews
3. ALLGEMEINES ZUR ISE IM AUSLAND
3.1. GRUNDLAGEN DER ISE
3.2. AKTUELLE ZAHLEN UND ENTWICKLUNGEN
3.3. ABLAUF EINER ISE MASSNAHME IM AUSLAND
3.4. ZIELGRUPPE EINER AUSLANDSMASSNAHME
3.5. CHANCEN DER ISE IM AUSLAND
3.5.1. CHANCEN DES STANDORTS IM AUSLAND
3.5.2. CHANCEN DER 1:1 BETREUUNG
3.5.3. CHANCEN DER INDIVIDUELLEN ANPASSUNG
3.5.4. CHANCEN DER ALLTAGSORIENTIERUNG
3.5.5. CHANCEN VON ARBEITSPROJEKTEN
3.6. GRENZEN DER ISE IM AUSLAND
3.6.1. TRANSFERPROBLEM
3.6.2. PROBLEM DES MESSBAREN ERFOLGS
3.6.3. EINGESCHRÄNKTE FREIWILLIGKEIT UND BETEILIGUNGS-MÖGLICHKEITEN
3.6.4. QUALIFIZIERTES PERSONAL ALS MANGELWARE
3.6.5. ISE ALS UNZUREICHENDER THERAPIE-ERSATZ
3.6.6. ISE ALS FINALES RETTUNGSKONZEPT
3.6.7. KOSTENFRAGE UND ERFOLGSQUOTE
3.6.8. FAZIT: CHANCEN UND GRENZEN DER ISE
4. ERLEBNISPÄDAGOGIK IN DER JUGENDARBEIT
4.1. DEFINITIONSVERSUCHE
4.1.1. Kurt Hahn als Begründer der Erlebnispädagogik
4.1.2. Erlebnispädagogik nach Heckmair/Michl
4.1.3. Das Modell des Abenteuers nach Becker
4.2. ZIELGRUPPE DER EP
4.3. ROLLE DER EP IN DER ISE
5. CHANCEN DER EP IN DER ISE
5.1. ERHÖHUNG DER MOTIVATION
5.2. ERHÖHUNG DER SELBSTWIRKSAMKEIT
5.3. INTENSIVE BEZIEHUNG
5.4. INDIVIDUELLE ANPASSUNG
5.5. BRUCH MIT ROUTINEN
5.6. BETONUNG DER REFLEXION
5.7. NACHHALTIGES LERNEN
5.8. ZEITERSPARNIS DURCH EINSATZ ERLEBNISPÄDAGOGISCHER METHODEN
5.9. DAS FREMDE ALS BILDUNGSPOTENZIAL IN DER ISE
5.10. FAZIT: CHANCEN DER EP IN DER ISE
6. GRENZEN DER EP IN DER ISE
6.1. BEGRENZTE EINSATZMÖGLICHKEITEN VON EP IN DER ISE
6.2. UNEINIGKEIT ÜBER METHODIK
6.3. EINGESCHRÄNKTE ZIELGRUPPENKONFORMITÄT
6.4. SPASS-AKTIONEN UNTER DEM DECKMANTEL DER EP
6.5. EP ALS GRATWANDERUNG IN DER ISE
6.6. FAZIT: GRENZEN DER EP IN DER ISE
7. DISKUSSION
8. AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Chancen und Grenzen der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) im Ausland, insbesondere unter Einbeziehung erlebnispädagogischer Methoden, um einen Beitrag zur Debatte über deren Wirksamkeit bei verhaltensauffälligen Jugendlichen zu leisten.
3.6.1. TRANSFERPROBLEM
Wie bereits unter 3.3. dargestellt, gilt der gelungene Transfer des Gelernten in den Alltag als ein wichtiger Bestandteil einer ISE-Maßnahme. Dies stellt jedoch in der Praxis für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar.
Neue einstudierte Verhaltensweisen können nicht einfach vom Ausland nach Deutschland übertragen werden. Hierzu bedarf es der personell kontinuierlichen Betreuung des Jugendlichen, was allerdings in der Praxis nur selten der Fall ist (Klawe, 2010, Buchkremer, Emmerich & Groneick, 2011). Denn nur wenn der Jugendliche nach der Auslandsmaßnahme weiterhin vom selben Betreuer unterstützt wird, kann die Reintegration gelingen und der Jugendliche lernen, seine neu einstudierten Verhaltensweisen im Alltag anzuwenden. Diese personelle Kontinuität scheitert aber oftmals nicht nur aus Kostengründen der Ämter, sondern auch an der begrenzten Verfügbarkeit des Betreuers. Dieser kann nach einem längeren Auslandsaufenthalt in der intensiven Arbeit mit ein und demselben Jugendlichen erhöhten Erholungsbedarf haben. Die Weiterbetreuung kann aber auch aufgrund der oftmals befristeten Arbeitsverträge nicht fortgeführt werden (Klawe, 2005).
Denn nur wenn der Jugendliche nach seiner Rückkehr nicht sich selbst überlassen bleibt und bei der Wiedereingliederung unterstützt wird, kann der Transfer gelingen (Klawe, 2010; Buchkremer, Emmerich & Groneick, 2011).
Weiterhin ist die Strukturähnlichkeit einer im Rahmen der ISE erlebten Situation mit einer möglichen Situation im Alltag ein wichtiger Faktor, um die Anwendung des Gelernten zu ermöglichen. Erwartete Erfolge können allerdings nur dann eintreten, wenn u.a. der Nachbereitung des Auslandsaufenthaltes ein hoher Stellenwert angerechnet wird. Nicht die ISE-Maßnahme allein führt zum Erfolg, denn damit untrennbar verbunden sind zudem die Rahmenbedingungen, die Nachbereitung nach der Rückkehr aus dem Ausland sowie der insgesamt benötigte zeitliche Umfang der Maßnahme (Günder, 2011). Das rührt daher, dass sich der Jugendliche an die Alltagsabläufe im Ausland gegen Ende der Maßnahme gewöhnt hat und nun zurück in Deutschland erst wieder eine neue Tagesstruktur entwickeln muss. Zudem fällt mit der Rückkehr oftmals die exklusive Beziehung zum Betreuer weg und der Jugendliche ist auf sich allein gestellt oder auf eine neue Bezugsperson angewiesen. Dies kann v.a. bei der Konfrontation mit alten Konfliktkonstellationen bisher erreichte Erfolge gefährden und zu Rückschritten führen (Klawe, 2005).
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet das Thema der Arbeit durch eigene Praxiserfahrung und beleuchtet die aktuelle öffentliche und wissenschaftliche Debatte um ISE-Maßnahmen im Ausland.
2. DATENSAMMLUNG: Es wird dargelegt, wie die Datenbasis durch Literaturrecherche und Experteninterviews mit Vertretern des KAP-Instituts und Wellenbrecher e.V. erhoben wurde.
3. ALLGEMEINES ZUR ISE IM AUSLAND: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen, den Ablauf und die Zielgruppe der ISE, sowie Chancen und Grenzen dieser speziellen Erziehungshilfe.
4. ERLEBNISPÄDAGOGIK IN DER JUGENDARBEIT: Der Begriff der Erlebnispädagogik wird historisch durch Kurt Hahn und theoretisch durch Autoren wie Heckmair/Michl und Becker definiert.
5. CHANCEN DER EP IN DER ISE: Es wird analysiert, wie erlebnispädagogische Elemente wie Motivation, Selbstwirksamkeit und intensiver Beziehungsaufbau den Erfolg von ISE-Maßnahmen fördern können.
6. GRENZEN DER EP IN DER ISE: Dieses Kapitel kritisiert potenzielle Probleme beim Einsatz erlebnispädagogischer Methoden, wie Sicherheitsrisiken, fehlende Standards und die Gefahr des Missbrauchs als bloßes Freizeitvergnügen.
7. DISKUSSION: Die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammenfassend bewertet und die Bedeutung einer professionellen Vorbereitung sowie individuellen Anpassung betont.
8. AUSBLICK: Es wird ein Fazit zur Notwendigkeit und Zukunftsfähigkeit der ISE gezogen und auf den Forschungsbedarf bezüglich Langzeitstudien und Vergleichbarkeit hingewiesen.
Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung, ISE, Erlebnispädagogik, Auslandsprojekte, Jugendhilfe, Standortprojekte, Selbstwirksamkeit, Motivation, Erziehungsresistent, Individualpädagogik, Transfer, Diagnostik, Jugendhilfekarriere, Betreuer-Jugendlicher-Beziehung
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und den methodischen Ansätzen der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) in Form von Standortprojekten im Ausland.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Chancen und Grenzen von ISE-Maßnahmen sowie dem zusätzlichen Einsatz erlebnispädagogischer Methoden zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit.
Das Ziel ist es, ein neutrales Bild der ISE im Ausland zu zeichnen, um sowohl das Potenzial dieser Maßnahmen aufzuzeigen als auch berechtigte Kritikpunkte und Herausforderungen wissenschaftlich zu fundieren.
Neben einer umfangreichen Literaturanalyse wurden qualitative Telefon-Interviews mit Experten zweier bekannter ISE-Träger (KAP-Institut, Wellenbrecher e.V.) geführt und ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur ISE und Erlebnispädagogik sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Chancen und Grenzen der Kombination beider Ansätze im Ausland.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie ISE, Erlebnispädagogik, "finales Rettungskonzept", "Jugendhilfekarriere", Transfer, Selbstwirksamkeit und individuelle Anpassung.
Es beschreibt die Schwierigkeit, im Ausland erlernte Verhaltensweisen und Kompetenzen nach der Rückkehr erfolgreich in den heimischen Alltag in Deutschland zu integrieren, was oft an mangelnder Nachbetreuung scheitert.
Da die ISE auf einer exklusiven 1:1-Beziehung basiert, sind fachliche Qualifikation und Fingerspitzengefühl des Betreuers essenziell, um den Jugendlichen zu motivieren und auf ihn zugeschnittene Lernprozesse zu steuern.
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