Examensarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Funktionen von Schule
3. Betrachtung der Zielgruppe Kinder psychisch kranker Eltern
3.1. Allgemeine Beschreibung der Zielgruppe
3.2. Mögliche Auswirkungen der elterlichen Erkrankung auf Entwicklung und Lebenssituation der Kinder
3.2.1. Entwicklungsbedingungen der Kinder
3.2.1.1. Biologische Ebene
3.2.1.2. Entwicklungspsychologische Besonderheiten
3.2.1.3. Weitere mit der psychischen Erkrankung eines Elternteils verbundene Probleme
3.2.2. Stresserleben und Bewältigungsstrategien von Kindern psychisch kranker Eltern
4. Resilienz
4.1. Resilienzbegriff und Resilienzforschung
4.1.1. Charakteristika des Resilienzkonzepts
4.1.2. Resilienzforschung
4.2. Resilienz bei Kindern psychisch kranker Eltern
4.2.1. Kindzentrierte Schutzfaktoren
4.2.2. Familien- und umweltzentrierte Schutzfaktoren
5. Förderung von Resilienz in der Schule
5.1. Schule – ein resilienzförderlicher Schutzfaktor?
5.2. Programmatische Ansätze schulischer Resilienzförderung
5.3. Analyse eines Beispielprogramms zur Resilienzförderung für die Grundschule
5.3.1. Vorstellung des Programms
5.3.2. Analyse hinsichtlich der Resilienzfaktoren aus der Forschung
5.3.3. Kritik am Programm
6. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die zentrale Frage, welche Bedeutung die Schule für die Förderung der Resilienz bei Kindern psychisch kranker Eltern haben kann. Dabei wird analysiert, inwieweit die Schule als resilienzförderlicher Schutzfaktor fungieren kann und welche programmatischen Ansätze hierfür existieren, um die Belastungen dieser Risikogruppe abzumildern.
3.2.1.1. Biologische Ebene
Psychische Erkrankungen sind häufig Familienkrankheiten, das heißt sie kommen in einigen Familien gehäuft vor.
Vorliegende Studien zu Entwicklungsverlauf und Auftretenshäufigkeit psychischer Störungen kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass eine psychische Erkrankung eines Elternteils das Risiko für Kinder, im Verlauf ihres Lebens selbst eine psychische Störung auszubilden, beträchtlich erhöht (Lenz 2008, S. 10).
Das Risiko variiert je nach psychiatrischem Krankheitsbild zwischen 10 und 50 %. Dimova geht von einem nochmals deutlich erhöhten generellen Risiko bei Schizophrenie, Sucherkrankungen, Depressionen und bipolaren Störungen aus (Dimova 2004, S. 44).
Bei schweren psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie kommt es bei 30 bis 40 % der Betroffenen zu klinisch relevanten Auffälligkeiten bis zum Jugendalter. Wenn beide Elternteile von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für psychische Auffälligkeiten bei den Kindern noch einmal deutlich an. Die jeweilige psychiatrische Diagnose ist jedoch weniger bedeutsam für die Belastungssituation der Kinder und das Erkrankungsrisiko als andere Faktoren wie Schweregrad, Art und Chronizität der Symptome, Rückfallhäufigkeit, sowie allgemeine familiäre und soziale Bedingungen des Aufwachsens (Lenz 2008, S. 10ff.).
Es gibt einen unspezifischen Zusammenhang zwischen der Art der psychischen Erkrankung der Eltern und den Reaktionen der Kinder. Die Auswirkungen auf die Kinder ergeben sich aus einem erhöhten Stressniveau (Dimova 2004, S. 45).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der schulischen Resilienzförderung ein und umreißt die pädagogische Relevanz im Hinblick auf benachteiligte Kinder.
2. Funktionen von Schule: Dieses Kapitel erläutert den gesellschaftlichen Auftrag der Schule sowie deren Rolle bei der Förderung von Persönlichkeitsentwicklung und psychischer Gesundheit.
3. Betrachtung der Zielgruppe Kinder psychisch kranker Eltern: Das Kapitel analysiert die spezifischen Entwicklungsrisiken, Stressfaktoren und Bewältigungsstrategien von Kindern psychisch erkrankter Eltern.
4. Resilienz: Hier werden das theoretische Resilienzkonzept, der aktuelle Forschungsstand sowie relevante kindzentrierte und umweltzentrierte Schutzfaktoren diskutiert.
5. Förderung von Resilienz in der Schule: Das Kapitel untersucht die Schule als Schutzfaktor und analysiert kritisch die Eignung eines konkreten Beispielprogramms zur Resilienzförderung für die Grundschule.
6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht die Grenzen schulischer Interventionsmöglichkeiten sowie den Bedarf an weiterer Forschung.
Resilienz, Schule, Kinder psychisch kranker Eltern, Resilienzförderung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Entwicklungsrisiken, Pädagogik, Grundschule, Stressbewältigung, Coping, Eltern-Kind-Beziehung, Selbstwertgefühl, Salutogenese, Interventionsforschung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Schule als Lern- und Lebensort bei der Förderung der Resilienz von Kindern, die mit psychisch kranken Eltern aufwachsen.
Die zentralen Felder umfassen die Entwicklungsbedingungen von Kindern in Risikofamilien, das theoretische Konzept der Resilienz und die Möglichkeiten sowie Grenzen schulischer Förderprogramme.
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob und wie Schule die Resilienz bei Kindern psychisch kranker Eltern stärken kann, um deren Entwicklungsrisiken zu minimieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung und kritischen Analyse aktueller wissenschaftlicher Literatur, Studien und existierender Förderprogramme.
Der Hauptteil befasst sich mit den Auswirkungen elterlicher Erkrankungen auf Kinder, den psychologischen Resilienzfaktoren und einer kritischen Analyse eines spezifischen Beispielprogramms für die Grundschule.
Wichtige Schlagworte sind Resilienz, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, schulische Förderung und pädagogische Intervention.
Die Arbeit identifiziert Herausforderungen wie die Heterogenität der Schülerschaft, den hohen Zeitaufwand für echte Förderprogramme sowie die Gefahr, dass standardisierte Ansätze bei spezifischen Risikogruppen kontraproduktiv wirken könnten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das untersuchte Programm für die Zielgruppe der Kinder psychisch kranker Eltern nicht geeignet ist, da es nur oberflächliche, kindzentrierte Aspekte adressiert und die komplexen Belastungen der Kinder ignoriert.
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