Bachelorarbeit, 2013
26 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Aggression
2.2 Gewalt
2.3 Mobbing
3. Differenzierungsmerkmale von schulischer Gewalt
3.1 Geschlecht
3.2 Schulform
3.3 Alter
3.4 Gewalt – ein neues Phänomen?
4. Ursachen von schulischer Gewalt
4.1 Sozialisationstheoretischer Ansatz
4.2 Familie
4.3 Schule
4.4 Peers
4.5 Medien
5. Der „Fall-Rütli“
6. Peer-Mediation
7. Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem Phänomen Gewalt an Schulen und untersucht systematisch deren Ursachen sowie die verschiedenen Erscheinungsformen. Ziel der Arbeit ist es, ein differenziertes Verständnis für das Thema zu entwickeln, gängige mediale Mythen wissenschaftlich zu hinterfragen und effektive Handlungsmöglichkeiten, insbesondere durch Peer-Mediation, aufzuzeigen.
2.3 Mobbing
Der Begriff Mobbing kommt vom englischen Verb „to mob“ und bedeutet „fertigmachen, anpöbeln“. Nach Olweus wird Mobbing wie folgt definiert: „Ein Schüler wird gemobbt, wenn er wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist“ (Schubarth, 2013, S. 17). Zudem werden für Mobbing folgende Merkmale genannt:
• „zielgerichtete Schädigungshandlung: verbal (z.B. Drohen, Hänseln, Spotten, Beschimpfen), körperlich (Schlagen, Treten, Stoßen, Kneifen usw.), nonverbal (z.B. Gestik, aus Gruppe ausschließen, Ignorieren)
• Häufigkeit und Dauer: wiederholt und über eine längere Zeit
• Ungleichgewicht der Kräfte: Der Schüler ist alleine nicht in der Lage, aus der Mobbingsituation herauszukommen“ (Schubarth, 2013, S. 18).
Das letzte Merkmal zeigt, wie wichtig die Rolle von Außenstehenden wie Mitschülern, Lehrern oder Eltern ist. Vor allem Lehrer müssen Signale frühzeitig wahrnehmen.
Jedoch stellt sich die Frage: „Verfügen Lehrer über die erforderlichen Qualifikationen, um solche Situationen wahrzunehmen, zu thematisieren und erfolgreich zu bearbeiten?“ (Gebauer, 2005, S. 28).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mediale Bild von Schulgewalt und setzt sich kritisch mit der Wahrnehmung zunehmender Kriminalität auseinander, um den Fokus auf eine wissenschaftlich fundierte Analyse zu lenken.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel präzisiert die zentralen Termini Aggression, Gewalt und Mobbing, indem es zwischen engem und weitem Begriffsverständnis sowie destruktiven und konstruktiven Ausprägungen unterscheidet.
3. Differenzierungsmerkmale von schulischer Gewalt: Hier wird der Forschungsstand hinsichtlich beeinflussender Faktoren wie dem Geschlecht der Schüler, der besuchten Schulform und dem Alter in Bezug auf Gewaltanwendung und Gewaltarten untersucht.
4. Ursachen von schulischer Gewalt: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Entstehungsbedingungen von Gewalt unter Einbeziehung des sozialisationstheoretischen Ansatzes und beleuchtet die Einflüsse von Familie, Schule, Peer-Groups und Medien.
5. Der „Fall-Rütli“: Anhand des bekannten Fallbeispiels der Rütli-Schule wird veranschaulicht, wie öffentliche Debatten um Schulgewalt entstehen und welche Belastungen das Lehrerkollegium im Schulalltag erfahren kann.
6. Peer-Mediation: Als präventive Maßnahme wird das Konzept der Peer-Mediation vorgestellt, bei dem Jugendliche durch Gleichaltrige lernen, Konflikte gewaltfrei und konstruktiv zu lösen.
7. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass es keine einfache Patentlösung gibt, sondern Gewalt als komplexes soziales Problem verstanden werden muss, das bereits in der Grundschule präventives Handeln erfordert.
Schulgewalt, Aggression, Mobbing, Sozialisation, Peer-Mediation, Erziehungswissenschaft, Gewaltprävention, Schulform, Jugendgewalt, Konfliktlösung, Identitätsfindung, Mediensozialisation, Lehrerrolle, Fall-Rütli, Schulentwicklung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt an Schulen, analysiert die Ursachen für gewaltförmiges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen und bewertet Präventionsmöglichkeiten.
Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Definition von Gewalt, die Identifikation von Risikofaktoren im sozialen Umfeld sowie die Darstellung von Lösungsstrategien im schulischen Kontext.
Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Schulgewalt zu vermitteln, das über mediale Berichterstattung hinausgeht, und aufzuzeigen, wie Institutionen durch gezielte Maßnahmen wie Peer-Mediation intervenieren können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung aktueller erziehungswissenschaftlicher sowie kriminologischer Erkenntnisse zum Thema Schulgewalt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Differenzierungsmerkmalen, die sozialisationstheoretische Ursachenforschung sowie die praktische Betrachtung von Fallbeispielen und Mediationsprogrammen.
Kernbegriffe sind Schulgewalt, Aggression, Mobbing, Sozialisation, Peer-Mediation und Gewaltprävention.
Es dient als praxisorientierter Lösungsansatz, da es Jugendlichen die Verantwortung für ihre Konfliktkultur überträgt und durch die Kommunikation unter Gleichaltrigen oft effektiver ist als externe Interventionen.
Der „Fall Rütli“ wird als Beispiel für die mediale Fokussierung auf Schulgewalt genutzt und dient dazu, die Überforderung der Institution Schule sowie die Notwendigkeit von präventivem Handeln zu verdeutlichen.
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