Bachelorarbeit, 2014
99 Seiten, Note: 1,0
Vorbemerkung
1 Einleitung und Formulierung der Fragestellung
2 Integration und Sport - Theoretische Hinführung
2.1 Integration – Begriffsklärung
2.1.1 Der Integrationsbegriff nach Hartmut Esser
2.1.1.1 Allgemeine Definition
2.1.1.2 Sozialintegration
2.1.2 Diskussion des Integrationsbegriffs
2.1.2.1 Kritik am Integrationsbegriff verstanden als Integrationsimperativ im Bezugsrahmen des Nationalstaats
2.1.2.2 Kritische Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der sportbezogenen Integrationsforschung
2.2 Der vereinsorganisierte Sport als mögliche Plattform der Integration
2.2.1 Analytische Ausdifferenzierung integrativer Potenziale des Vereinssports
2.2.1.1 Binnen- und außenintegrative Wirkungsweisen des Vereinssports
2.2.1.2 Betrachtung entlang der Formen der Sozialintegration nach Esser
2.2.2 Der Vereinssport als Möglichkeit, nicht als Garantie, der Integration
2.2.2.1 Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Körperlichkeit
2.2.2.2 Fehlende Vertrautheit mit dem deutschen Vereinswesen
3 Forschungsstand der sportbezogenen Integrationsforschung
3.1 Überblick
3.2 Forschungsstand hinsichtlich der interkulturellen Öffnung von Sportvereinen
4 Interviewauswertung
4.1 Darstellung des Hintergrunds und Rahmens der geführten Interviews
4.2 Methodischer Teil
4.3 Ergebnisdarstellung und –analyse
4.4 Zusammenfassung
4.5 Fazit
Die Arbeit untersucht unter welchen Bedingungen Sportvereine Potenziale für integrative Prozesse eröffnen können, um eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, die über den Sport hinausreicht.
Der vereinsorganisierte Sport als mögliche Plattform der Integration
Es ist darauf hinzuweisen, dass im Folgenden in Vereinen organisierter Sport als solcher zu verstehen ist, der im Breitensport angesiedelt ist. Klassisch wird der Vereinssport innerhalb des sog. Pyramidenmodells in Breiten-, Leistungs- und Hochleistungssport unterteilt. Der Breitensport bildet hierbei die Basis, der Leistungs- und Hochleistungssport die leistungsbezogenen Spitze dieser „Pyramide“ (daher auch die Bezeichnung Spitzensport).
Während im Spitzensport vor allem leistungsmäßiger Erfolg entscheidend ist, so sind im Breitensport zwar auch sportliche Ambitionen zum Teil wichtig, diese schlagen sich aber nicht in einem solch hohen Leistungsniveau nieder, wie dies im Leistungs- und Hochleistungssport der Fall ist. Darüber hinaus sind im Breitensport auch Aspekte wie z.B. Geselligkeit, die Förderung der Gesundheit oder die Ablenkung vom Alltag als dem Leistungsprinzip übergeordnet zu betrachten. Strukturell liegen zum Teil große Unterschiede vor zwischen Vereinen, in denen vor allem Breitensport und solchen in denen vor allem Leistungssport betrieben wird, was eine Differenzierung an dieser Stelle notwendig macht (vgl. Wippert, 2003, 43-52).
Auch der organisierte Sport, von dem der Vereinssport einen Bestandteil ausmacht, lässt sich in unterschiedliche Organisationsformen ausdifferenzieren: So gibt es beispielsweise an Hochschulen organisierten Sport, kommerzielle Sportanbieter, wie Fitnessstudios oder Sporthotels und eben Sport in Vereinen. Den Bezugspunkt dieser Arbeit stellt der vereinsorganisierte Breitensport dar, da die im Kapitel 4 folgenden Ausführungen eine Auswertung von Interviews darstellt, die mit zwei Befragten geführt wurden, die im Bereich des vereinsorganisierten Breitensports tätig sind. Eine ausführlichere Begründung der Auswahl dieser beiden Befragten für die geführten Interviews wird eingangs des Kapitels 4 noch folgen.
1 Einleitung und Formulierung der Fragestellung: Diese Einleitung führt in die olympische Idee ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den Bedingungen, unter denen Sportvereine integrative Potenziale entfalten können.
2 Integration und Sport - Theoretische Hinführung: Hier wird der Integrationsbegriff nach Hartmut Esser theoretisch hergeleitet und kritisch diskutiert, um als analytischer Rahmen für die Untersuchung von Sportvereinen zu dienen.
3 Forschungsstand der sportbezogenen Integrationsforschung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Unterrepräsentation von Personen mit Migrationshintergrund im Sport und thematisiert die interkulturelle Öffnung von Vereinen.
4 Interviewauswertung: Der Hauptteil analysiert die geführten Interviews mit Experten aus dem Programm "Integration durch Sport" und der Boxakademie Hamburg hinsichtlich der praktischen Umsetzung integrativer Arbeit.
Integration, Sportverein, Breitensport, Sozialintegration, Hartmut Esser, Kulturation, Platzierung, Interaktion, Identifikation, interkulturelle Öffnung, Migrationshintergrund, Partizipation, Ehrenamt, Vereinsstruktur, Integrationsförderung.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den integrativen Potenzialen des vereinsorganisierten Sports und den spezifischen Bedingungen, unter denen Sportvereine zur Integration von Personen mit Migrationshintergrund beitragen können.
Die Arbeit verknüpft sozialwissenschaftliche Integrationstheorien mit der sportwissenschaftlichen Praxis, wobei besonders die Rollen von Ehrenamt, Vereinsstrukturen und Kommunikation im Zentrum stehen.
Das Ziel ist die Identifikation der Voraussetzungen, die in Sportvereinen geschaffen werden müssen, damit gleichberechtigte Teilhabe stattfinden kann und positive Effekte auf die Integration entstehen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Hinführung sowie eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, basierend auf zwei Experteninterviews.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte (nach Hartmut Esser) als auch die Ergebnisse der Interviewauswertung detailliert dargelegt, insbesondere unter den Kategorien Kulturation, Platzierung, Interaktion und Identifikation.
Zentrale Begriffe sind die "doppelte Integrationsannahme", "interkulturelle Öffnung", "lebensweltliche Fremdheit" und die Unterscheidung in "binnenintegrative" und "außenintegrative" Wirkungsweisen.
Das "Container-Modell" dient als Gegenentwurf zur theoretischen Ausrichtung der Arbeit; sie lehnt die Vorstellung eines homogenen Nationalstaats ab und bevorzugt transnationale Ansätze.
Die Boxakademie dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine bewusst integrationsorientierte Vereinsarbeit, die spezifische pädagogische Ziele verfolgt und stark auf die Lebenswelt der Zielgruppe eingeht.
Sportvereine werden als wichtige, aber nicht als automatisch wirkende Integrationsorte verstanden; ihr Erfolg hängt stark von einer bewussten Gestaltung der Angebote und der aktiven Einbindung der Akteure ab.
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