Examensarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Ziele der Arbeit
1.2 Zum Aufbau der Arbeit
2. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal
2.1 Soziohistorische Aspekte
2.1.1 Die Entdeckung Neufrankreichs
2.1.2 Québec unter britischer Herrschaft
2.1.3 Montréal im Zuge der Industrialisierung
2.1.4 Die Rückeroberung Montréals
2.1.4.1 Am Vorabend der Révolution Tranquille
2.1.4.2 La Révolution Tranquille
2.2 Soziopolitische Aspekte
2.2.1 Die Anfänge der Sprachpolitik in Québec
2.2.2 Die Sprachpolitik Québecs in den 60er Jahren
2.2.3 Die Sprachpolitik Québecs in den 70er Jahren
2.2.3.1 Loi 22
2.2.3.2 Loi 101
2.2.4 Auswirkungen von Loi 101
2.2.4.1 Le visage français du Québec
2.2.4.2 Veränderungen im Bildungsbereich
2.2.4.3 Französisierung von Unternehmen
2.2.4.4 Kritik und Grenzen der Französisierung
2.2.4.5 Sprache und Identität
2.2.5 Aktuelle sprachpoltitische Angelegenheiten
2.3 Soziolinguistische Aspekte
2.3.1 Der Sonderfall Montréal
2.3.1.1 Demolinguistisches Profil
2.3.1.2 Soziolinguistisches Profil
2.3.2 Hypothesen zur Sprachverwendung in Montréal
2.3.2.1 Im Privatleben
2.3.2.2 Im Berufsleben
2.3.2.3 Im Handel und öffentlichen Einrichtungen
2.3.2.4 In den Unterhaltungsmedien
2.3.2.5 Im Bildungssektor
3. Empirie: Umfrage zur Sprachverwendung in Montréal
3.1 Profil der Befragung
3.2 Forschungsmethoden
3.3 Beteiligte der Umfrage
3.4 Die Ergebnisse des Fragebogens
3.5 Überprüfung der Hypothesen anhand der Ergebnisse
3. 6 Fazit der Umfrage
4. Untersuchung : Le visage linguistique de Montréal
4.1 Beobachtungsprofil und Forschungsmethoden
4.2 Ergebnisse und Auswertung
4.3 Fazit der Untersuchung
5. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal – ein Fazit
Die Arbeit untersucht das Zusammenleben sowie die Sprachverwendung der frankophonen und anglophonen Sprachgemeinschaften im soziolinguistisch besonderen Ballungsraum Montréal unter Berücksichtigung historischer, politischer und aktueller gesellschaftlicher Faktoren.
2.1.1 Die Entdeckung Neufrankreichs
Kanada wird im Jahre 1534 unter der Herrschaft Franz I von Jacques Cartier entdeckt, der durch die Meerenge von Belle-Isle eindringt und in der heutigen Gaspésie landet (vgl. Niederehe 1977: 10). Im Jahre 1608 befährt Samuel de Champlain den Saint-Laurent und gründet an der Stelle, an welcher der Fluss sich verengt, die Stadt Québec (Tremblay 1980: 25). Auf Grund freundschaftlicher Beziehungen zu den Huronen und den Algonkin gelingt es den Franzosen innerhalb kurzer Zeit das Gebiet der großen Seen zu erschließen, Neu-Frankreich anzugliedern und von dort den Pelzhandel zu führen. 1642 gründet Chomedy de Maisonneuve die Stadt Montréal (vgl. Niederehe 1977: 11). Durch den Kontakt zwischen Franzosen und Autochthonen kommt es zu verschiedenen Entlehnungen aus der Autochthonensprache, welche sich bis heute in Orts- und Straßennamen der Provinz Québec sowie als Begriffe in Flora und Fauna erhalten haben (vgl. Cajolet-Langanière 1995: 50ff).
Zwischen 1665 und 1713 gelingt es den Franzosen Neufrankreich zu vergrößern und alle Flussbecken, die zu den Pelzgebieten führen, zu kontrollieren, wobei es ständig zu Unruhen zwischen den Kolonialmächten Neuenglands und Neufrankreichs kommt (vgl. Niederehe 1977: 11). Aus den in Europa seit 1618 bestehenden kaiserlichen Kriegen zwischen England und Frankreich geht Frankreich als Verlierer hervor und wird gezwungen den Vertrag von Utrecht zu unterschreiben und somit die Hudson-Bucht, Neufundland sowie Französisch-Arkadien an England abzugeben (vgl. Niederehe 1977: 11). Im Jahre 1759 greifen die Engländer das Gebiet des heutigen Québecs an und erobern es. Nachdem diese als Sieger aus dem Siebenjährigen Kriege hervorgehen, muss Frankreich das heutige Québec an England abtreten, welches mit der Unterzeichnung des Traité de Paris 1763 offiziell zur englischen Provinz wird (vgl. Niederehe 1993: 51). Dieser Zeitpunkt markiert die Anfänge des Sprachkontaktes zwischen der französischen und der englischen Sprache und deren Sprechern im heutigen Québec.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, erläutert die Relevanz des Sprachkontakts in Montréal und beschreibt den Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit.
2. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal: Dieses Kapitel liefert eine soziohistorische und soziopolitische Analyse der Entstehung und Entwicklung des Sprachkontakts sowie der Sprachgesetzgebung in Québec.
3. Empirie: Umfrage zur Sprachverwendung in Montréal: In diesem empirischen Teil wird eine Befragung vorgestellt, die die tatsächlichen Sprachgewohnheiten der frankophonen Bevölkerung Montréals untersucht und mit theoretischen Hypothesen vergleicht.
4. Untersuchung : Le visage linguistique de Montréal: Hier werden eigene Beobachtungen zur linguistischen Landschaft der Stadt, insbesondere zur Beschilderung und Architektur, dokumentiert und analysiert.
5. Der Kontakt zwischen Englisch und Französisch in Montréal – ein Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht eine Bilanz über die Entwicklung des Sprachkontakts in Montréal.
Montréal, Québec, Sprachkontakt, Französisch, Englisch, Loi 101, Soziolinguistik, Frankophone, Anglophone, Bilingualismus, Sprachpolitik, Sprachverwendung, Integration, Identität, Empirie
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der französischen und der englischen Sprache im Ballungsraum Montréal unter Berücksichtigung historischer und gesellschaftlicher Faktoren.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die Auswirkungen der sprachpolitischen Gesetzgebung, die aktuelle Sprachverwendung im Alltag sowie das linguistische Erscheinungsbild der Stadt.
Das Ziel ist es, mittels aktueller Forschung, einer eigenen empirischen Umfrage und Beobachtungen vor Ort aufzuzeigen, wie sich der Sprachkontakt zwischen Frankophonen und Anglophonen im Alltag Montréals auswirkt.
Es wird eine gemischte Methodik angewandt, bestehend aus einer theoretischen Aufarbeitung der soziohistorischen Hintergründe, einer quantitativen empirischen Umfrage sowie einer qualitativen visuellen Analyse des Stadtbildes.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung soziohistorischer Aspekte, eine detaillierte Analyse der Sprachgesetzgebung, eine empirische Auswertung zur Sprachverwendung und eine Untersuchung zur Beschilderung und Architektur in Montréal.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Montréal, Québec, Sprachkontakt, Loi 101, Frankophone, Anglophone und Bilingualismus.
Die Loi 101 ist als zentrales Sprachgesetz der Ausgangspunkt für die Analyse der Französisierung in allen Lebensbereichen, von der Wirtschaft bis zur Beschilderung im öffentlichen Raum.
Die Umfrage zeigt eine Tendenz zur bevorzugten Verwendung des Französischen im Alltag, verdeutlicht jedoch gleichzeitig die starke Präsenz des Englischen und die hohe Relevanz der Zweisprachigkeit in Montréal.
Es beschreibt, wie die Koexistenz von Sprachen im Stadtbild durch Verkehrs- und Straßenschilder sowie durch Architektur sichtbar wird und wie diese oft im Widerspruch zu geltenden Gesetzen steht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

