Bachelorarbeit, 2015
145 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Das Märchen – eine Begriffsbestimmung
1.1 Das Märchen – Ein geschichtlicher Abriss zur Entwicklung des europäischen Märchens
1.1.1 Die Entstehung der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm
1.2 Das Märchen – literarische und allgemeine Gattungsmerkmale
1.2.1 Unterschiede des Märchens zu anderen literarischen Gattungen
1.3 Stand der Forschung – Interpretationen und Zugänge
1.3.1 Stand der Forschung – Interpretationen und Zugänge der Pädagogik
2. Theorien und Annahmen zur Entwicklung der Moral bei Kindern und Jugendlichen
2.1 Märchen – Pro und Contra – Inhalte und Vorstellungen im Märchen und ihre Bedeutung für Kinder
3. Bildungspolitische Veränderungen und der Kompetenzbegriff in Deutschland – Einführung des Berliner Bildungsprogramms 2004/14
3.1 Die Struktur des Berliner Bildungsprogramms
4. Märchen im Fokus der einzelnen Bildungsbereiche
4.1 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Gesundheit
4.1.1 Inszenierung des Projektes: “Tischchendeckdich“ – Wie is(s)t man anderswo
4.2 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Soziales und kulturelles Leben
4.3 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
4.4 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik und Theaterspiel
4.5 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Mathematik
4.6 Kinder- und Hausmärchen im Bildungsbereich: Natur – Umwelt – Technik
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern die traditionellen Märchen der Brüder Grimm in der heutigen pädagogischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen sinnvoll und reflektiert eingesetzt werden können. Dabei steht die Analyse der Märchen im Kontext des Berliner Bildungsprogramms sowie die Erforschung ihrer Wirkung auf die moralische Entwicklung und die sozialen Kompetenzen von Kindern im Mittelpunkt.
1.1 Das Märchen – Ein geschichtlicher Abriss zur Entwicklung des europäischen Märchens
In der Vergangenheit in Zeiten ohne medialen Einfluss, hat das Tradieren von Märchen, Mythen, Erzählungen, Sagen und Fabeln einen elementaren Stellenwert und findet sich als kultureller Bestandteil, beziehungsweise als Kulturtechnik in allen Völkern der Welt. Geschichten wurden aus zugrundeliegendem mündlichem „Erzählgut“ überliefert, sie implizieren erzählen und zuhören als Teil einer sozialen Kommunikation zwischen Menschen einer Gesellschaft. Es gibt bereits sehr alte schriftlich erhaltene Aufzeichnungen von Märchen aus Babylon und Ägypten (altägyptisches Brudermärchen), ferner stammen die ältesten überlieferten Märchenerzählungen aus Indien und China bereits aus dem 1. Jahrhundert (vgl. Rölleke 2004, 104, Pöge-Alder 2011, 87).
Theodor Benfey ein deutscher Sprachforscher, formulierte (1809) als einer der ersten im Rahmen seiner Forschungsstudien die Annahme (vgl. Pöge-Alder 2011, 86f), dass diese indischen Märchen des „Pantschatantra“, fünf Bücher über Lebensklugheit, in Europa durch die Herrschaft der Mongolen verbreitet worden sind.
Auch in der Gegenwart sind Märchen wichtige kultur- und geistesgeschichtliche Dokumente, die Auskunft über Leben und Denken der Menschen vergangener Epochen geben, ferner auch einen wichtigen Bestandteil von Forschungsinhalten der Anthropologie, Ethnologie, Philologie, Soziologie, Philosophie, Pädagogik und anderer Fachrichtungen bilden.
1. Das Märchen – eine Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Märchenbegriffs und bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung des europäischen Märchens sowie dessen Einordnung in die literarische Gattungsforschung.
2. Theorien und Annahmen zur Entwicklung der Moral bei Kindern und Jugendlichen: Hier werden zentrale entwicklungspsychologische Theorien zur Moralentstehung diskutiert und in Bezug auf das Pro und Contra der Märchennutzung in der Erziehung gesetzt.
3. Bildungspolitische Veränderungen und der Kompetenzbegriff in Deutschland – Einführung des Berliner Bildungsprogramms 2004/14: Das Kapitel analysiert die bildungspolitische Landschaft in Deutschland und die Struktur des Berliner Bildungsprogramms als Grundlage für eine kompetenzorientierte Pädagogik.
4. Märchen im Fokus der einzelnen Bildungsbereiche: Dies ist der praktische Hauptteil, der zeigt, wie Märchen in verschiedenen Bildungsbereichen – von Gesundheit über Soziales bis hin zu Technik und Mathematik – reflektiert in die pädagogische Arbeit integriert werden können.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Märchen als Kulturgut in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft.
Märchen, Brüder Grimm, Berliner Bildungsprogramm, Moralentwicklung, Kinderliteratur, Pädagogik, Medienkompetenz, Bildungsbereiche, Sozialisation, Reflexion, Inklusion, Kulturtechnik, Erzählforschung, Identitätsbildung, Interkulturelles Lernen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und den pädagogischen Einsatz von klassischen Märchen, insbesondere der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, in modernen Bildungseinrichtungen unter Berücksichtigung aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Märchens, Theorien zur moralischen Entwicklung, das Berliner Bildungsprogramm sowie die praktische Anwendung von Märchen in verschiedenen pädagogischen Bildungsbereichen.
Ziel ist es zu klären, wie Pädagogen Märchen reflektiert nutzen können, um Bildungsprozesse anzuregen, ohne dabei problematische oder veraltete Stereotypen unkritisch zu vermitteln.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Abschlussarbeit, die Literaturanalysen, die Einbeziehung psychologischer und pädagogischer Theorien sowie die Dokumentation praktischer Projektbeispiele und Gruppendiskussionen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Moralentwicklung bei Kindern und die detaillierte Darstellung, wie Märchen in den sechs Bildungsbereichen des Berliner Bildungsprogramms praktisch eingesetzt werden können.
Neben den zentralen Begriffen wie Märchen, Bildungsprogramm und Pädagogik sind Begriffe wie Inklusion, moralische Urteilsfähigkeit, Sozialisation und Medienkompetenz entscheidend für den Inhalt.
Die KHM werden als Kulturgut gewürdigt, aber kritisch im Kontext von Genderrollen, Diskriminierung und zeitgemäßen Erziehungswerten hinterfragt, wobei ihr Potenzial zur Förderung kindlicher Fantasie betont wird.
Die Arbeit plädiert für eine reflektierte pädagogische Begleitung, bei der die Kinder die Märcheninhalte kritisch hinterfragen und in einen zeitgemäßen, demokratischen Kontext einordnen, statt sie unkommentiert stehen zu lassen.
Die Diskussion verdeutlicht, dass Kinder Märchen durchaus differenziert wahrnehmen, sich mit Identifikationsfiguren beschäftigen und ein Gespür für Moral sowie für die Brutalität in einigen Erzählungen haben.
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