Examensarbeit, 2014
86 Seiten, Note: 1,0
I. Theoretischer Teil
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Begriffsbestimmung „Lernort“
2.2 Begriffsbestimmung „Außerschulisches Lernen“ und „Außerschulischer Lernort“
2.3 Begriffsbestimmung „Lernort Bauernhof“
2.4 Begriffsbestimmung „Lernort Schulbauernhof“
3 Historische Entwicklung
3.1 Reformpädagogik
4 Aktuelle Entwicklungen zu außerschulischem und informellem Lernen
4.1 Diskussion zu fehlenden Primärerfahrungen
4.2 UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung und Agenda 21
4.3 UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und informelles Lernen
4.3.1 Arbeitsgruppe „Informelles Lernen“
4.3.2 Umfang informeller Lernprozesse
4.4 didacta 2012: Außerschulisches Lernen
4.5 Leitfaden „Bundesinitiative – Lernen auf dem Bauernhof“
4.6 Bundesforum „Lernort Bauernhof“
4.7 Qualifizierungen zum Bauernhofpädagogen
4.8 UNESCO-Auszeichnungen für Schulbauernhöfe
5 Möglichkeiten außerschulischen Lernens
5.1 Zeitliche Differenzierung
5.2 Didaktisch nicht aufbereitete Lernorte
5.3 Didaktisch gestaltete Lernorte
5.4 Lernorte im Spannungsfeld zwischen Lernen, Erlebnis und Konsum
6 Begründung außerschulischen Lernens
6.1 Kindheit im Wandel
6.1.1 Veränderung durch Medien
6.1.2 Veränderte soziale und familiäre Strukturen
6.1.3 Vielfalt der Kulturen
6.1.4 Verändertes Spiel- und Freizeitverhalten
6.1.5 Wenig Naturerfahrungen in der Kindheit
6.1.6 Fazit
6.2 Bildungsplanbezug
6.2.1 Bildungsplan Grundschule Baden-Württemberg 2004
6.2.2 Bildungsplan Werkrealschule Baden-Württemberg 2012
6.2.3 Bildungsplan Realschule Baden-Württemberg 2004
6.2.4 Fazit
6.3 Psychologische Begründung
6.4 Studie zu außerschulischem Lernen
6.4.1 Lerneffekte im kognitiven Bereich
6.4.2 Zusammenhänge von kognitivem Lernzuwachs und affektivem Bereich
6.4.3 Lerneffekte des emotionalen Bereiches
6.4.4 Lerneffekte im sozial-emotionalen Bereich
6.5.5 Zusammenfassung
7 Pädagogische Konzepte außerschulischen Lernens
7.1 Problemorientiertes Lernen
7.2 Systemorientiertes Lernen
7.3 Situationsorientiertes Lernen
7.4 Handlungsorientiertes Lernen am außerschulischen Lernort
7.5 Fächerübergreifendes Lernen
8 Lebenslanges Lernen
8.1 Lebenslanges Lernen in allen Lebensphasen bzw. Entwicklungsstufen
8.2 Lebenslanges Lernen an außerschulischen Lernorten
8.3 Lebenslanges Lernen in verschiedenen Lernformen und Lernsituationen
9 Bedingungen für außerschulisches Lernen
9.1 Der methodische Dreischritt des außerschulischen Lernens
9.1.1 Vorbereitungsphase
9.1.2 Durchführungsphase
9.1.3 Nachbereitungsphase
10 Schulbauernhöfe
10.1 Schulbauernhöfe in Deutschland: Historie und aktueller Stand
10.2 Schulbauernhöfe in Europa
10.2.1 Bauernhofpädagogik in den Niederlanden
10.2.1.1 Aktueller Stand und Ziele
10.2.1.2 Studie zu verschiedenen Bauernhofpädagogik-Programmen
10.2.2 Situation in Norwegen
10.2.2.1 Hintergrund zur Kooperation zwischen Schule und Bauernhof
10.2.2.2 Aktuelle Forschung und Studien
10.2.3 Situation in der Schweiz
II. Praktischer Teil
11 Vorstellung des Schulbauernhofs Pfitzingen
11.1 Rahmenbedingungen
11.1.1 Hofrundgang
11.1.2 Der Schulbauernhof Pfitzingen in Zahlen
11.2 Methodik
11.2.1 Tagesablauf
11.3 Das pädagogische Konzept
12 Vorstellung der Teilnehmer und der Grund- und Werkrealschule
12.1 Teilnehmer
12.2 Schule
13 Interview mit einer betreuenden Lehrerin
13.1 Mitschrift des Interviews
14 Schülerbefragung
14.1 Methodik der Befragung
14.2 Ergebnisse
14.2.1 Demografische Angaben
14.2.2 Auswertung der Fragebögen
14.3 Diskussion der Ergebnisse
14.3.1 Einzelergebnisse
14.3.2 Kritische Reflexion zur Befragung
15 Lehrerbefragung
15.1 Methodik der Befragung
15.2 Ergebnisse
15.2.1 Auswertung der Fragebögen
15.3 Diskussion der Ergebnisse
15.3.1 Einzelergebnisse
15.3.2 Kritische Reflexion zur Befragung
16 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht pädagogische Begründungen, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des außerschulischen Lernens, insbesondere am Beispiel des Lernortes Schulbauernhof im europäischen Raum, um Erkenntnisse für eine effektivere Gestaltung und Integration in den Schulalltag zu gewinnen.
1 Einleitung
Warum durfte ich während meiner Schulzeit an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland nur äußerst selten außerschulisches Lernen erfahren?
Diese Frage stellte sich mir, nachdem ich ein Schuljahr an einer High School in den USA verbracht und dort das Fach „Environmental Science“ kennengelernt hatte. In diesem naturwissenschaftlichen Schulfach mit Schwerpunkt Biologie war es selbstverständlich, dass der Unterricht fast ausschließlich außerhalb des Schulgebäudes stattfand. Einen Großteil der Zeit hielt man sich in der freien Natur auf und machte Beobachtungen der heimischen Flora und Fauna, die protokolliert und später ausgewertet wurden.
Diese Form des außerschulischen Lernens mit vielen Primärerfahrungen war für mich in diesem Umfang neu und blieb mir als ein sehr eindrückliches und positives Erlebnis in Erinnerung.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bedeutung von Primärerfahrungen im außerschulischen Lernen, motiviert durch eigene Erfahrungen, und führt in die Untersuchung des Schulbauernhofs als Lernort ein.
2 Begriffsbestimmungen: Es werden grundlegende Definitionen für die Begriffe Lernort, außerschulisches Lernen und den speziellen Lernort Schulbauernhof erarbeitet.
3 Historische Entwicklung: Dieses Kapitel verortet die Wurzeln des außerschulischen Lernens in der Reformpädagogik und dem Anschauungsunterricht bei Comenius und Pestalozzi.
4 Aktuelle Entwicklungen zu außerschulischem und informellem Lernen: Die Arbeit betrachtet politische Initiativen, UN-Dekaden zur Nachhaltigkeit und den Stellenwert informellen Lernens sowie Qualifizierungen für Pädagogen.
5 Möglichkeiten außerschulischen Lernens: Verschiedene Formen werden nach zeitlichem Aufwand und didaktischer Aufbereitung unterschieden.
6 Begründung außerschulischen Lernens: Die Notwendigkeit wird durch den gesellschaftlichen Wandel der Kindheit, den Bezug zu Bildungsplänen und psychologische Aspekte sowie eine Studie zu Lerneffekten begründet.
7 Pädagogische Konzepte außerschulischen Lernens: Es werden Methoden wie problemorientiertes, systemorientiertes und handlungsorientiertes Lernen als zentrale Ansätze am Lernort Bauernhof vorgestellt.
8 Lebenslanges Lernen: Der außerschulische Lernort wird als essenzielle Ergänzung für lebenslange Bildungsprozesse charakterisiert.
9 Bedingungen für außerschulisches Lernen: Die Arbeit erläutert den methodischen Dreischritt (Vor-, Durchführung- und Nachbereitung) als Voraussetzung für den Erfolg.
10 Schulbauernhöfe: Es erfolgt eine Analyse der Situation von Schulbauernhöfen in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz, ergänzt durch Studien.
11 Vorstellung des Schulbauernhofs Pfitzingen: Dieser Abschnitt beschreibt das spezifische Beispiel des Schulbauernhofs Pfitzingen hinsichtlich Rahmenbedingungen, Methodik und pädagogischem Konzept.
12 Vorstellung der Teilnehmer und der Grund- und Werkrealschule: Es werden die demografischen und sozialen Rahmenbedingungen der untersuchten Klassen und der Schule erläutert.
13 Interview mit einer betreuenden Lehrerin: Eine Mitschrift reflektiert organisatorische Details und pädagogische Erfahrungen aus der Sicht der Lehrkraft.
14 Schülerbefragung: Die Ergebnisse einer Befragung zur Zufriedenheit und zum Kompetenzerwerb der teilnehmenden Schüler werden analysiert.
15 Lehrerbefragung: Diese Umfrage dient dem Vergleich und der Validierung der Ergebnisse aus Sicht der betreuenden Lehrerpersonen.
16 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert und Handlungsempfehlungen für zukünftige Lernprojekte abgeleitet.
Außerschulisches Lernen, Schulbauernhof, Primärerfahrung, Bauernhofpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Lernort, Handlungsorientiertes Lernen, Informelles Lernen, Schullandheim, Kompetenzerwerb, Reformpädagogik, Sozialkompetenz, Bildungsplan, Fächerübergreifendes Lernen, Naturerfahrung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von außerschulischem Lernen für die pädagogische Entwicklung von Schülern, wobei der Schwerpunkt auf den Bedingungen und Möglichkeiten des Lernortes Schulbauernhof liegt.
Das primäre Ziel ist es, pädagogische Begründungen für den Einsatz außerschulischer Lernorte zu identifizieren und den Erfolg von Lernprozessen auf Schulbauernhöfen kritisch zu evaluieren.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Fachliteratur führt der Autor eine eigene empirische Untersuchung durch, die aus einem Experteninterview mit einer Lehrerin sowie standardisierten Befragungen (Fragebögen) von Schülern und Lehrern besteht.
Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung, aktuelle bildungspolitische Entwicklungen, didaktische Konzepte, die psychologische Begründung durch empirische Studien sowie praktische Erfahrungen durch die Fallstudie eines Schulbauernhofs.
Das Lernen zeichnet sich durch originale Begegnungen, praktische Primärerfahrungen, fächerübergreifendes Arbeiten und einen Wechsel der sozialen Rollen zwischen Schülern und Lehrern in einer authentischen Umgebung aus.
Die Bildungspläne von Baden-Württemberg werden analysiert, um aufzuzeigen, dass die Forderungen nach selbstständigem und handlungsorientiertem Lernen das außerschulische Lernen direkt oder indirekt legitimieren.
Die Befragung ergab, dass alle 15 befragten Schüler eine positive Entwicklung des Klassenklimas durch den längeren Aufenthalt wahrnahmen und auch die Lehrer-Schüler-Beziehung als verbessert bewerteten.
Obwohl die Lehrpersonen den Aufenthalt fachlich sehr positiv beurteilten, zeigten sie sich aufgrund des hohen organisatorischen Aufwandes und der physischen Belastung teilweise zögerlich hinsichtlich einer unmittelbaren Wiederholung.
Der Autor betont, dass Primärerfahrungen durch die Zunahme digitaler Medien und Sekundärerfahrungen in der heutigen Lebenswelt immer seltener werden und der Schulbauernhof diese Lücke durch reales Handeln effektiv schließen kann.
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