Examensarbeit, 2013
84 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Mobbing: Definition und Begriffsklärungen
2.1.1 Cyber-Mobbing
2.1.2 Folgen von Mobbing
2.2 Intervention und Prävention
2.3 Systemisch denken und handeln in der Schule
2.3.1 Ressourcen- und Lösungsorientierung
2.3.2 Mobbing als Gruppenphänomen
2.4 Die Aufgaben des Lehrers bei Mobbing unter Schülern
2.5 Zusammenfassung
3 DER NO BLAME APPROACH
3.1 Die historischen Wurzeln des No Blame Approach
3.2 Forschungsstand
3.3 Die drei Schritte des NO BLAME APPROACH
3.3.1. Schritt 1: Gespräch mit den Mobbing-Betroffenen
3.3.2. Schritt 2: Die Unterstützergruppe bilden
3.3.3. Schritt 3: Nachgespräche
3.4 Weiteres Vorgehen nach der Intervention
3.5 Zusammenfassung
4 METHODISCHES VORGEHEN
4.1 Ziel und Zielgruppe der Untersuchung
4.2 Wahl und Begründung der Erhebungsmethode
4.3 Entwicklung des Online-Fragebogens
4.4 Die Entwicklung des Interview-Leitfadens
4.5 Die Durchführung der Interviews
4.6 Die inhaltsanalytische Auswertung
5 DATENAUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
5.1 Daten der Online-Umfrage
5.2 Inhaltliche Darstellung des Interviewmaterials
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 EVALUATION DES FORSCHUNGSMETHODISCHEN VORGEHENS
7 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vor- und Nachteile des Interventionsprogramms "No Blame Approach" bei Mobbing unter Schülern aus der Perspektive der beteiligten Fachkräfte. Das primäre Ziel ist es, die Praktikabilität dieses Ansatzes im schulischen Alltag zu bewerten und zu hinterfragen, ob er ein erfolgreiches Mittel zur Mobbing-Intervention darstellt.
2.3 Systemisch denken und handeln in der Schule
Im vorigen Kapitel taucht der Begriff des linearen Erklärungsschemas auf. Das bedeutet, dass eine lineare und binäre Denkweise davon ausgeht, dass die Wirklichkeit objektiv erfassbar ist und abgebildet werden kann. Problemen oder Ereignissen liegen demzufolge monokausale Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zugrunde (vgl. Poser, 2005, S. 13). Diese Art und Weise zu denken stellt das klassische Erklärungsmodell im Alltag dar. Es sucht mit Fragen wie beispielsweise „Wer hat Schuld?“, „Was hat wer wann und wieso getan?“ oder „Wer ist der Täter?“ nach den Ursachen der Probleme und versucht, das Problem erklären zu können (vgl. König, 2005, S. 11; Blum & Beck, 2012, S. 60; Renolder et al., 2007, S. 19). Die Beantwortung dieser Fragen hilft zwar zunächst, mittels Problemdiagnose Einsicht über die Geschehnisse zu erhalten, doch wie eine gute Lösung aussieht, kann nicht beantwortet werden.
König und Volmer, die sich in ihren Ausführungen auf die Erwachsenenbildung und Organisationsberatung beziehen, beschreiben in diesem Zusammenhang, dass bereits seit den 1940er Jahren Zweifel an der Leistungsfähigkeit dieses Ursache-Wirkungs-Denkens deutlich werden, da sich in komplexen Situationen offenbar nicht die Ursache herausfinden lässt, weil verschiedenen Faktoren für bestimmte Verhaltensweisen aufeinander wirken. Diese Erkenntnis führt seit Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, andere Erklärungsmodelle für komplexe Prozesse zu suchen, womit die Forschung den Grundstein für die Entstehung der Systemtheorie legt (vgl. König, 2005, S.11). Das Systemdenken geht von der Annahme aus, dass sämtliche Einflussfaktoren auf ein Problem sowohl Ursache als auch Wirkung sein können, und dass, wie eingangs erwähnt, keine monokausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge vorliegen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Mobbing-Problematik, Abgrenzung der zentralen Begriffe und Vorstellung des Ziels der Untersuchung.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Detaillierte Betrachtung von Mobbing als systemisches Gruppenphänomen sowie theoretische Einordnung von Prävention, Intervention und der lösungsorientierten Herangehensweise.
3 DER NO BLAME APPROACH: Darstellung der historischen Entwicklung, der theoretischen Wurzeln und der konkreten drei Schritte des Interventionsprogramms.
4 METHODISCHES VORGEHEN: Erläuterung der Forschungsziele, der Stichprobenauswahl, des Online-Fragebogens sowie der Durchführung und inhaltsanalytischen Auswertung der Experteninterviews.
5 DATENAUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentation der empirischen Ergebnisse aus der Online-Befragung und den Interviews sowie deren Diskussion.
6 EVALUATION DES FORSCHUNGSMETHODISCHEN VORGEHENS: Kritische Reflexion der gewählten Forschungsmethodik und der aufgetretenen Herausforderungen im Untersuchungsprozess.
7 SCHLUSSBETRACHTUNG: Resümee der Arbeit, Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf die Bedeutung systemischer Intervention in der Schule.
No Blame Approach, Mobbing, Schule, Intervention, Systemtheorie, lösungsorientiert, ressourcenorientiert, Experteninterview, Schulsozialarbeit, Schulklima, Gruppendynamik, Prävention, Cyber-Mobbing, Unterstützergruppe, Schulentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Interventionsprogramms "No Blame Approach" zur Bekämpfung von Mobbing an Schulen aus der Sicht der pädagogischen Fachkräfte.
Zentrale Themen sind die Mobbing-Problematik, systemisches Denken, lösungsorientierte Ansätze in der Pädagogik sowie die praktische Durchführung und Erfolgsbewertung des No Blame Approach.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob der No Blame Approach ein erfolgreiches und praktikables Interventionsprogramm im Schulalltag darstellt und welche Vor- und Nachteile dabei bestehen.
Es wird ein qualitativer Ansatz verfolgt, der eine Online-Befragung zur Stichprobenermittlung mit anschließenden leitfadengestützten Experteninterviews kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Mobbing und Systemtheorie sowie eine detaillierte Auswertung empirischer Daten, die durch Umfragen und Interviews mit Lehrkräften und Schulsozialarbeitern gewonnen wurden.
Wichtige Begriffe sind No Blame Approach, systemische Intervention, Mobbing-Prävention, Ressourcenorientierung und Schulklima.
Der Ansatz verzichtet auf Bestrafungen, um die Ressourcen der Beteiligten nicht zu blockieren, Schuldzuweisungen zu vermeiden und eine Atmosphäre zu schaffen, in der ein Perspektivenwechsel und soziales Lernen möglich sind.
Als wesentliche Herausforderungen identifizieren die Experten den hohen Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitung der Gespräche sowie organisatorische Schwierigkeiten bei der zeitnahen Zusammenstellung der Unterstützergruppe.
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