Bachelorarbeit, 2015
35 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Thematisch-inhaltliche Verortung des Themas
1.2 Forschungsfrage, Hypothesen und Ziel
1.3 Methode
1.4 Relevanz
2 Anatomie und Physiologie der Stimme
2.1 Atemapparat
2.2 Kehlkopf
2.3 Ansatzrohr
2.4 Vegetatives System
3 Stimme und Emotionen
3.1 Grundgefühle – Basisemotionen
3.2 De- und Enkodieren von Emotionen
3.3 Auswirkungen von Emotionen auf die Stimme
3.4 Parallele Begriffe
3.4.1 Haltung
3.4.2 Wahrnehmung
3.4.3 Kontakt
3.4.4 Entscheidung
3.4.5 Widerstand
3.4.6 Stimmbeschreibung - Körperempfindung
4 Conclusio
4.1 Zusammenfassung
4.2 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen der menschlichen Stimme und der psychischen Verfassung mit dem Ziel, Parallelitäten in der Begrifflichkeit zwischen der logopädischen Stimmbeschreibung und der Psychotherapie aufzuzeigen.
3.3 Auswirkungen von Emotionen auf die Stimme
Im Jahre 1937 gelangte der Radiomoderator Herbert Morrison unter tragischen Umständen zu Weltruhm. Er kommentierte den Flug des Luftschiffes Hindenburg, als dieses zu brennen begann und die Betroffenheit und der Schrecken deutlich in seiner Stimme zu hören waren (vgl. funkyvice, 2006).
Bedrohliche, unangenehme Situationen bringen häufig ein Globusgefühl im Hals mit sich. Manchmal ist es gekoppelt an das Bedürfnis der Person zu schreien oder zu weinen. Sofort reagiert darauf das Zwerchfell, das wiederum beeinflusst den gesamten Atemtrakt. Die Larynxposition verändert und die Halsmuskulatur kontrahiert sich, zum anderen reagiert auch die Zungenmuskulatur, indem sie sich verhärtet und nach hinten zieht (vgl. Alavi Kia, 2001, S. 40f). Romeo Alavi Kia beschreibt in seinem Buch „Stimme – Spiegel meines Selbst“ diese Reaktionen als „Panzerungen des Halssegmentes“ (1994, S. 40f). Heinrich-Clauer erklärt „Muskelpanzer“ wie folgt:
„Damit ist ein neurotischer Mechanismus chronischer Muskelspannung als Schutz gegen Angst und emotionalen Schmerz gemeint, der häufig nicht bewusst ist und auch nicht willkürlich gesteuert wird.“
Zudem ist im selben Artikel zu lesen:
„Kiefer und Kehle sind festgehalten, sodass sowohl die weichen, verletzlichen, traurigen Gefühle (das tiefe Schluchzen) als auch die aggressiven Ausdrucksformen, wie Beißen, Zähne zeigen (Drohen), Schreien nicht möglich sind.“ (2014, S. 115-116)
Diese Ausführungen sind vergleichbar mit der Definition der „Vorderen Spannungskette“, einem System der Funktionalen Stimmarbeit nach Heptner, das er wie folgt beschreibt:
Die vordere Spannungskette ist die Summe der Muskeln, die den Vokaltrakt von vorne verengen oder sogar schließen können. [...] All diese Muskeln und Muskelsysteme sind fähig den Vokaltrakt von vorne zu verschließen oder ggf. kompensatorisch zu verengen. [...] Die vordere Spannungskette ist erlebbar, wollen wir bewusst besonders tief und mit dunklem Stimmklang sprechen. Wir erleben eine Tonuserhöhung im Mundboden, einen heruntergedrückten oder herabgezogenen Kehlkopf und in Verbindung damit einen abgedunkelten Stimmklang verbunden mit abgesenkter Sprechstimmlage.“ (n.d.)
1 Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema wissenschaftlich, definiert die Forschungsfragen sowie Ziele und beschreibt die methodische Vorgehensweise der Literaturarbeit.
2 Anatomie und Physiologie der Stimme: Hier werden die anatomischen und physiologischen Grundlagen der Stimmproduktion erläutert, wobei der Stimmapparat als Funktionseinheit aus Atemapparat, Kehlkopf, Ansatzrohr und Steuerung betrachtet wird.
3 Stimme und Emotionen: Dieses zentrale Kapitel widmet sich dem Einfluss von Gefühlen auf die Stimme und arbeitet Parallelbegriffe zwischen der logopädischen Stimmbeschreibung und der Gestalttherapie heraus.
4 Conclusio: Im abschließenden Teil werden die Ergebnisse zusammengefasst und Schlussfolgerungen für die therapeutische Arbeit sowie Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze gegeben.
Stimme, Psyche, Kohärenz, Logopädie, Psychotherapie, Gestalttherapie, Stimmgebung, Emotionen, Physiologie, Stimmstörung, Kontakt, Körperhaltung, Kontaktstörung, Salutogenese, Ganzheitlichkeit
Die Arbeit untersucht die Kohärenz, also den wechselseitigen Zusammenhang, zwischen der menschlichen Psyche und der Stimme.
Die Themen umfassen die physiologischen Grundlagen der Stimmbildung, die Auswirkungen von Emotionen auf den Stimmklang sowie die Verknüpfung logopädischer Fachbegriffe mit psychotherapeutischen Konzepten.
Das Ziel ist es, Parallelitäten in der Begrifflichkeit zwischen der logopädischen Stimmbeschreibung und der Psychotherapie aufzuzeigen und so eine fundierte Aussage über den Zusammenhang von Psyche und Stimme zu treffen.
Es handelt sich um eine reine Literaturarbeit, die auf intensiver Recherche in Fachliteratur, Datenbanken und Internetquellen basiert sowie durch praktische Erfahrungen und Gespräche ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die physiologische Beschreibung des Stimmapparates sowie eine detaillierte Analyse, wie Emotionen die Stimme beeinflussen und welche psychotherapeutischen Begriffe (z.B. Kontakt, Haltung, Widerstand) auch in der Logopädie Anwendung finden.
Die zentralen Begriffe sind Stimme, Psyche, Logopädie, Psychotherapie, Gestalttherapie, Kohärenz, Stimmgebung und Ganzheitlichkeit.
Die Gestalttherapie bezeichnet solche Störungen als Kontaktstörungen oder Kontaktunterbrechungen, was sich logopädisch in einem gestörten Stimmlippenkontakt und damit einem veränderten Stimmklang manifestieren kann.
Da Stimmveränderungen oft psychische Ursachen haben, plädiert die Autorin für eine ganzheitliche Betrachtung der Patientin, bei der logopädische Therapie nicht bloß als isolierte „Übungstherapie“ verstanden wird.
Sie beschreibt eine Summe von Muskeln, die den Vokaltrakt verengen können und oft mit einer psychisch bedingten Tonuserhöhung sowie einem abgedunkelten Stimmklang einhergehen.
Der Nervus vagus ist der wichtigste Nerv der inneren Kehlkopfmuskulatur und bildet ein zentrales Bindeglied zwischen emotionaler Erregung und der physiologischen Stimmfunktion.
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