Examensarbeit, 2016
57 Seiten, Note: 2.0 (11 Punkte)
1. Einleitung
2. Chancengleichheit und Bildung
2.1. Begrifflichkeit „Chancengleichheit“
2.2. Bildung als Inbegriff von Chancenungleichheit?
3. Ungleichheiten der Bildungschancen
3.1. Ausmaß und Verbreitung
3.2. Erklärungsansätze
3.3. Ursachen
3.3.1. Familiäre Aspekte
3.3.2. Institutionelle Aspekte
4. Ausgleich der Chancenungleicheiten durch Ganztagsschulen?
4.1. Was sind Ganztagsschulen? Bedeutung.
4.1.1. Verschiedene Formen der Ganztagsschule im deutschen Bildungssystem
4.2. Entwicklung von Ganztagsschulen
4.3. Chancen, Erwartungen und Probleme der Ganztagsschule
4.3.1. Entlastung der Familien
4.3.2. Ganztagsschule als Ort des gemeinsamen Lernens
4.3.3. Individuelle Förderung
4.3.4. Unterrichtsveränderungen
4.3.5. Tatsächlicher Nachteilsausgleich oder halbe Sache?
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob und inwiefern der Ausbau von Ganztagsschulen im deutschen Bildungssystem einen effektiven Beitrag zur Steigerung der Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche leisten kann. Dabei wird analysiert, ob das ganztägige Schulangebot systembedingte Bildungsbenachteiligungen verringern oder ausgleichen kann.
3.3.1. Familiäre Aspekte
Leider wird es immer noch als Norm angesehen, dass Familien einen großen Teil für die Bildung ihrer Kinder leisten müssen. Immer wieder liest man von diversen Studien, die belegen, dass ein geringerer Teil der Kinder, die aus „Arbeiterfamilien“ kommen, eine Hochschule besuchen oder Abitur machen, während Kinder aus „Akademikerfamilien“ dies häufiger tun würden. Doch woran liegt das? Welche familiären Aspekte wirken so diffus auf Bildung und Bildungschancen, dass sie seit Jahren nicht eliminiert werden können?
Dass Familien eine scheinbar wichtige Rolle hinsichtlich der Bildungschancen ihrer Kinder im deutschen Bildungssystem einnehmen, erscheint hierzulande den meisten eindeutig. Nicht jede Familie kann ihren Kindern die gleichen Chancen auf Bildung gewähren. Die Ausgangssituationen sowie die Herkunftsfamilien der Kinder und Jugendlichen sind sehr different, die Erklärungen sehr vielfältig.
Der Einfluss von Familien auf ihre Kinder ist unumstritten groß. Sie stellen nicht nur die Rahmenbedingungen des Bildungswegs ihrer Kinder dar, denn Kinder erwerben in der vorschulischen familialen Sozialisation und in der frühen Sozialisation mit Gleichaltrigen motivationale und kognitive Fähigkeiten sowie Einstellungen und Normen, die auch für das Leben außerhalb der Familie von großer Bedeutung sind. Dieser Einfluss von Familie und Umwelt in den ersten Lebensjahren ist in hohem Maße ausschlaggebend für die weitere Entwicklung der Kinder. Entscheidend ist allerdings, dass dieser Einfluss der Familie nicht mit dem Schuleintritt aufhört, sondern fortlaufend eine wichtige Rolle hinsichtlich der Bildungskarrieren der Kinder spielt. Neue Anforderungen kommen auf Kinder und die Familien zu, denen sie sich stellen müssen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die bildungspolitische Relevanz der Ganztagsschuldebatte ein und erläutert die Beweggründe für deren Ausbau in Deutschland, insbesondere unter dem Eindruck internationaler Vergleichsstudien wie PISA.
2. Chancengleichheit und Bildung: Hier werden der vage Begriff der Chancengleichheit theoretisch definiert und das komplexe Verhältnis zwischen dem Bildungssystem und der sozialen Herkunft der Lernenden beleuchtet.
3. Ungleichheiten der Bildungschancen: Das Kapitel analysiert das Ausmaß sowie die familiären und institutionellen Ursachen, die zu signifikanten Unterschieden in den Bildungschancen deutscher Schülerinnen und Schüler führen.
4. Ausgleich der Chancenungleicheiten durch Ganztagsschulen?: Dieser Hauptteil differenziert zwischen verschiedenen Ganztagsschulformen und prüft, ob und wie diese durch individuelle Förderung, Entlastung von Familien und Unterrichtsveränderungen zur Chancengerechtigkeit beitragen können.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und kritisch diskutiert, wobei betont wird, dass der Besuch einer Ganztagsschule allein keine Wunder bewirkt, sondern eine hohe Qualität der pädagogischen Umsetzung erfordert.
Chancengleichheit, Ganztagsschule, Bildungsungleichheit, Individuelle Förderung, Bildungsforschung, PISA-Studie, Soziale Herkunft, Bildungsauftrag, Schulsystem, Familiäre Aspekte, Institutionelle Aspekte, Schulentwicklung, Bildungserfolg, Ganztagsbetreuung, Bildungsgerechtigkeit
Die Arbeit untersucht die Frage, ob die Ausweitung und der Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland effektiv dazu beitragen kann, die bestehenden Bildungsungleichheiten abzubauen und mehr Chancengleichheit zu schaffen.
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, die Auswirkungen verschiedener Schulformen auf die individuelle Förderung sowie die Rolle von familiären und institutionellen Faktoren bei der Entstehung von Bildungschancen.
Die primäre Forschungsfrage lautet, ob und durch welche Mechanismen innerhalb des Ganztagsschulsystems eine substanzielle Steigerung der Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler erreicht werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender bildungswissenschaftlicher Studien, PISA-Daten und theoretischer Konzepte zur Schulentwicklung, um eine kritische Diskussion zu den Potenzialen und Problemen von Ganztagsschulen zu führen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Bildungsungleichheiten sowie eine detaillierte Analyse der Ganztagsschulen, ihrer unterschiedlichen Organisationsmodelle, der Chancen für individuelle Förderung und der Herausforderungen in der praktischen Umsetzung.
Wesentliche Begriffe sind Chancengleichheit, soziale Herkunft, individuelle Förderung, Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschulmodelle und Bildungsdisparitäten.
Die Arbeit identifiziert diese Kapitalsorten als wesentliche Faktoren, die den Bildungserfolg maßgeblich beeinflussen und erklärt, warum Kinder aus bildungsfernen Familien ohne zusätzliche Förderung im deutschen Schulsystem strukturell benachteiligt sind.
Die Autorin hebt hervor, dass Ganztagsschulen nicht nur eine Betreuungsfunktion übernehmen, sondern durch professionelle Unterstützung (z.B. bei Hausaufgaben) Eltern entlasten und so dazu beitragen können, die Abhängigkeit des Schulerfolgs vom Elternhaus zu verringern.
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