Masterarbeit, 2014
102 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Politik in den Medien
2.1 Politik und Fernsehen
2.1.1 Der Begriff 'Politainment'
2.2 Begriffsdefinition 'Fernsehduell'
2.2.1 Politische Duelle im Fernsehen
2.3 Effekte von Fernsehduellen
2.4 Fernsehduelle in Österreich
2.4.1 Exkurs: Medienkonzentration in Österreich
3. Ausgangslage
3.1 Vorgeschichte und Umfeld
3.1.1 Zur Person
3.1.2 Nationalratswahl 2008
3.1.3 Wählerstromanalyse
3.1.4 Wahlkampf 2013
3.2 Rhetorische Strategie/Prämissen
3.2.1 Methoden der Inszenierung
3.3 Der Fall Faymann
3.3.1 Besonderheiten des österreichischen Publikums
3.3.2 Debattenkultur in österreichischen TV-Duellen
3.3.3 Die Position des Verteidigers
4. Methode
4.1 Zur Herangehensweise
4.2 Argumentative Diskursanalyse
4.2.1 Verhaltensanalyse
5. Studie der Fernsehduelle 2013
5.1 Gleichbleibende Faktoren
5.1.1 Vorspann
5.1.2 Proxemik
5.1.3 Ausstrahlungszeit
5.1.4 Vorbericht
5.1.5 Kleidung
5.1.6 ZiB 2-Analyse
5.2 Josef Bucher (BZÖ)
5.3 Frank Stronach (TS)
5.4 Eva Glawischnig (Die Grünen)
5.5 Heinz-Christian Strache (FPÖ)
5.6 Michael Spindelegger (ÖVP)
6. Fazit
6.1 Diskussionsinhalte
6.1.1 Der Steuer-Diskurs
6.1.2 Der Pensions-Diskurs
6.1.3 Der Bildungs-Diskurs
6.2 Sprachliche Mittel
6.3 Verhaltensanalyse
6.4 Analyseergebnisse
10. Anhang
Anhang 1: Analysebogen zur quantitativen Verhaltensanalyse
Anhang 2: o.A.: Chronologie des Wahlkampfes 2013
Anhang 3: Ulram, Peter A.: Von Interesse zur Politikverdrossenheit – 'Warum nur mag man uns nicht mehr?'
Diese Masterarbeit untersucht die rhetorische Performanz des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann während der Fernsehduelle im Rahmen der Diskussionsreihe "Wahl '13 - Konfrontationen". Dabei wird analysiert, wie der Spitzenkandidat durch verbale und nonverbale Kommunikation auf die spezifischen rhetorischen Herausforderungen im TV-Studio reagiert und ob es ihm gelingt, seine politischen Botschaften erfolgreich zu inszenieren.
3.2 Rhetorische Strategie/Prämissen
Stefan Habscheid fasst die Aufgabe der Rhetorik im Mediensystem kurz, aber treffend zusammen: „Menschliche Kommunikation ist insofern immer indirekt, als niemand seine Intentionen und sein Wissen in den Kopf eines anderen übertragen kann; vielmehr muss er Sinn an kulturell geformte Materialisierungen und Bedeutung knüpfen, die für den anderen wahrnehmbar und verstehbar sind. So wird deutlich, dass vielfältige Medien [...] dem kommunikativen Handeln je spezifische Bedingungen auferlegen.“ Die Medialrhetorik adaptiert die klassische Rhetorik, die auf einen Orator zugeschnitten war, der über räumliche Präsenz, Kenntnis des Publikums und Reaktionsfähigkeit auf die Stimmung in der Menge verfügte, für die Vermittlung von Botschaften über die Massenmedien. Diese bringen zwar Zugang zu einem größeren Publikum, der Kanal muss jedoch beherrscht werden: „Zwei Faktoren machen sich beim 'medialen' Widerstand besonders bemerkbar: Distanz und Komplexität. Die Präsenz des Orators, d.h. seine situative Interventionsmöglichkeit, umso schwieriger, je indirekter die Kommunikation abläuft.“ Zwar biete eine Live-Sendung im Fernsehen zumindest die Illusion leibhafter Präsenz, anders als dies bei schriftlicher Kommunikation über Zeitung bzw. Zeitschrift und Internet oder rein stimmlicher Präsenz im Radio der Fall wäre, der Orator bliebe dennoch dem medialen Gesetz bzw. der Bildregie unterworfen. Außerdem gäbe es einen medialen Overkill, der die Simulation von intensiver Präsenz zunehmenden erschwere. Gleichzeitig bietet das Duell-Format durchaus Vorteile, „erst in der Debatte, in der unterschiedlichen Positionen zur Sprache kommen, zeigt sich, welche Seite die besseren Argumente hat“, weshalb diese für die Bürger interessanter wäre als bloße konsensorientierte Kommunikation.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von TV-Duellen für die moderne Politik ein und formuliert das Ziel, die rhetorische Strategie von Werner Faymann zu untersuchen.
2. Politik in den Medien: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des "Politainment" und die veränderten Bedingungen der politischen Kommunikation durch das Fernsehen.
3. Ausgangslage: Es wird der politische Werdegang von Werner Faymann sowie das Umfeld der Wahlen 2008 und 2013 analysiert, um die rhetorischen Herausforderungen des Kanzlers zu skizzieren.
4. Methode: Hier werden die methodischen Ansätze, bestehend aus der argumentativen Diskursanalyse und der Verhaltensanalyse, als Basis für die Untersuchung definiert.
5. Studie der Fernsehduelle 2013: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Duelle Faymanns gegen die Kontrahenten Bucher, Stronach, Glawischnig, Strache und Spindelegger.
6. Fazit: Die Ergebnisse der Analysen werden zusammengefasst und die Effektivität von Faymanns rhetorischer Leistung im Wahlkampf bewertet.
Werner Faymann, Politainment, Fernsehduelle, Wahlkampf 2013, Rhetorik, Inszenierung, Diskursanalyse, Verhaltensanalyse, politische Kommunikation, SPÖ, TV-Konfrontationen, Medienwirkung, Selbstinszenierung, Österreich, Wahlkampfstrategie
Die Masterarbeit analysiert die rhetorische Performanz und die kommunikative Strategie des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann in den Fernsehduellen während des Nationalratswahlkampfs 2013.
Zentrale Themen sind die Rolle der Medien in der Politik (Politainment), die Methoden der rhetorischen Inszenierung von Politikern sowie die Analyse spezifischer Debatteninhalte in TV-Konfrontationen.
Die Arbeit untersucht, wie Werner Faymann als amtierender Bundeskanzler die rhetorischen Herausforderungen in Fernsehduellen bewältigt und ob er seine Botschaften im Spannungsfeld zwischen inhaltlicher Positionierung und medialer Inszenierung erfolgreich vermitteln kann.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus einer argumentativen Diskursanalyse, um die inhaltlichen Aussagen zu erfassen, und einer qualitativen Verhaltensanalyse, um das nonverbale Auftreten und die Interaktion mit dem Gegenüber und dem Medium Fernsehen zu bewerten.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Fallstudie der fünf Fernsehduelle des Jahres 2013, in denen Faymann gegen die Spitzenkandidaten der oppositionellen Parteien antrat.
Wichtige Begriffe sind Politainment, Rhetorik, Inszenierung, Fernsehduelle, Diskursanalyse, Verhaltensanalyse und politische Kommunikation in Österreich.
Die Arbeit stellt heraus, dass in österreichischen TV-Duellen oft direkte Angriffe und eine lebhafte, teils emotionale Auseinandersetzung im Vordergrund stehen, wobei Techniken wie die Verwendung von grafischen Hilfsmitteln (Tafeln) eine historisch gewachsene Rolle spielen.
Die Analyse verdeutlicht, dass nonverbale Aspekte wie Mimik, Gestik und die Beherrschung der Körpersprache maßgeblich für die Glaubwürdigkeit und Durchsetzungskraft des Kanzlers in der medialen Inszenierung sind.
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