Magisterarbeit, 2004
155 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Sprache und Politik
2.1 Sprache als Voraussetzung der Politik
2.2 Wahlen
2.3 Der Wahlkampf
2.4 Kommunikation, Medien und Wahlkampf
2.5 Instrumentarium des Wahlkampfes
2.5.1 Anfänge
2.5.2 Sprache
2.5.3 Schrift
2.5.4 Hörfunk
2.5.5 Fernsehen
2.5.6 Internet
2.5.7 Fazit
3 Wahlkampf 2002: Personalisierung und Fernsehkonzentrierung
3.1 Zur Geschichte der TV-Duelle
3.2 Vorläufer des Fernsehens
3.3 TV-Duelle im US-amerikanischen Fernsehen
3.4 TV-Duelle im deutschen Fernsehen vor der Wiedervereinigung
3.5 TV-Duelle im deutschen Fernsehen nach der Wiedervereinigung
3.6 TV-Duelle 2002
3.7 Mediale Darstellung der Politiker als Redner
3.7.1 Mediale Darstellung Schröders
3.7.1.1 Mediale Darstellung Schröders nach dem 1. TV-Duell
3.7.1.2 Mediale Darstellung Schröders nach dem 2. TV-Duell
3.7.2 Mediale Darstellung Stoibers
3.7.2.1 Mediale Darstellung Stoibers nach dem 1. TV-Duell
3.7.2.2 Mediale Darstellung Stoibers nach dem 2. TV-Duell
4 Theoretische Grundlagen
4.1 Verzögerungsphänomene
4.1.1 Pausen
4.1.1.1 Definition
4.1.1.2 Phonetischer Aufbau
4.1.1.3 Funktionen
4.1.1.4 Pausenlänge
4.1.2 Häsitationen
4.1.2.1 Definition
4.1.2.2 Problematik der Abgrenzung: Pausen vs. Häsitationen
4.1.2.3 Phonetischer Aufbau
4.1.2.4 Funktionen
4.2 Sprechtempo
4.2.1 Definition
4.2.2 Funktionen
4.3 Silbe
4.3.1 Definition
4.3.2 Aufbau und phonologische Merkmale
4.3.3 Silbenabgrenzung
4.4 Akzent
4.4.1 Wortakzent
4.4.2 Satzakzent
4.4.3 Phonologische Eigenschaften
4.5 Flüssigkeit der Sprache
4.6 Grundfrequenz
4.6.1 Definition
4.6.2 Anatomisch-phonetische Voraussetzungen
5 Durchführung
5.1 Vor- und Aufbereitung der Sprachproben
5.2 Untersuchung der Pausen
5.3 Untersuchung der Flüssigkeit der Sprache
5.4 Untersuchung der Häsitationen
5.5 Untersuchung der Sprechgeschwindigkeit
5.5.1 Untersuchung der mittleren Sprechgeschwindigkeit pro Sequenz
5.5.2 Untersuchung des Sprechgeschwindigkeitsverlaufs
5.5.3 Untersuchung der Sprechgeschwindigkeitsbeschleunigung
5.6 Untersuchung der Grundfrequenz
5.6.1 Untersuchung der mittleren Grundfrequenz pro Sprachsequenz
5.6.2 Untersuchung des Grundfrequenzverlaufs
5.6.3 Untersuchung der Grundfrequenzschwankung
5.7 Akzentuntersuchung
5.7.1 Wortakzentuntersuchung
5.7.2 Untersuchung des Satz- bzw. Phrasenakzents
6 Auswertung der Ergebnisse und Diskussion
6.1 Pausen
6.1.1 Pausen von Schröder
6.1.2 Pausen von Stoiber
6.1.3 Zusammenfassung der Pausenuntersuchung
6.2 Häsitationen
6.2.1 Häsitationen von Schröder
6.2.2 Häsitationen von Stoiber
6.2.3 Zusammenfassung der Häsitationsuntersuchung
6.3 Sprechtempo
6.3.1 Sprechtempo von Schröder
6.3.2 Sprechtempo von Stoiber
6.3.3 Zusammenfassung der Sprechtempountersuchung
6.3.3.1 Zusammenfassung der Sprechtempountersuchung Schröders
6.3.3.2 Zusammenfassung der Sprechtempountersuchung Stoibers
6.4 Grundfrequenz
6.4.1 Grundfrequenz von Schröder
6.4.2 Grundfrequenz von Stoiber
6.4.3 Zusammenfassung der Grundfrequenzuntersuchung
6.4.3.1 Zusammenfassung der Grundfrequenzuntersuchung Schröders
6.4.3.2 Zusammenfassung der Grundfrequenzuntersuchung Stoibers
6.5 Wortakzent
6.5.1 Wortakzent von Schröder
6.5.1.1 Wortakzent in Funktionswörtern von Schröder
6.5.1.2 Wortakzent in lexikalischen Wörtern von Schröder
6.5.2 Wortakzent von Stoiber
6.5.2.1 Wortakzent in Funktionswörtern von Stoiber
6.5.2.2 Wortakzent in lexikalischen Wörtern von Stoiber
6.5.3 Zusammenfassung der Wortakzentuntersuchung
6.6 Satzakzent
6.6.1 Satzakzent von Schröder
6.6.2 Satzakzent von Stoiber
6.6.3 Zusammenfassung der Satzakzentuntersuchung
7 Schlussbetrachtung
8 Quellenangaben
8.1 Monographien, Sammelbände und Fachzeitschriften
8.2 Tages- und Wochenpresse
8.3 Internet
Die vorliegende Arbeit untersucht phonetische Merkmale in den Fernseh-Duellen zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber im Bundestagswahlkampf 2002, um die Berührungspunkte zwischen Phonetik und Politikwissenschaft zu beleuchten und eine sprachwissenschaftliche Analyse der politischen Kommunikation zu leisten.
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit hat die Untersuchung phonetischer Merkmale zum Ziel, die während einer Fernsehauseinandersetzung zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber im Bundestagswahlkampf 2002 aufgetreten sind. Die Beweggründe für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik resultieren aus dem Interesse des Verfassers, die häufig vernachlässigten Berührungspunkte zwischen den Disziplinen Phonetik und Politikwissenschaft zu beleuchten und verständlich zu machen.
Die natur- und geisteswissenschaftlichen Methoden der Phonetik eignen sich in hervorragender Weise dazu, um Untersuchungsfelder anderer, scheinbar mit der Phonetik unvereinbaren universitären Fachrichtungen zu verknüpfen und ihre Forschungstechniken dadurch zu unterstützen. Neben den traditionellen akademischen Fächern Politologie, Soziologie und Psychologie sollen auch neue Disziplinen wie Medienwissenschaften, Kommunikationspsychologie sowie Kommunikations- und Politikmanagement an dieser Stelle erwähnt werden. So stellt die vorliegende Untersuchung zwar einen weiteren Beitrag zur Analyse sprachlicher politischer Kommunikation dar, der sich aber durch die Auswahl der Untersuchungsinstrumente von dem Gros anderer wissenschaftlicher Abhandlungen unterscheidet. Der auf der lautsprachlichen Komponente des Informationsaustausches gesetzte Schwerpunkt ist zudem insofern bewusst gewählt worden, als dass bisher kaum phonetische Arbeiten zu dieser Thematik vorliegen.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die wissenschaftliche Relevanz der phonetischen Analyse in politischen Fernsehdebatten und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 Sprache und Politik: Dieses Kapitel erörtert die fundamentale Rolle der Sprache als zentrales Instrument politischer Kommunikation und Machtausübung.
3 Wahlkampf 2002: Personalisierung und Fernsehkonzentrierung: Der Abschnitt bietet einen historischen Kontext zur Entwicklung von TV-Duellen und bewertet die mediale Inszenierung der Kandidaten Schröder und Stoiber.
4 Theoretische Grundlagen: Hier werden die methodischen und theoretischen phonetischen Parameter wie Pausen, Häsitationen, Sprechtempo und Grundfrequenz detailliert dargelegt.
5 Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Aufbereitung der Sprachproben und der digitalen Analyse der phonetischen Daten.
6 Auswertung der Ergebnisse und Diskussion: Der Hauptteil präsentiert die konkreten Messergebnisse zu Pausen, Häsitationen und Tempo sowie eine detaillierte Interpretation des Redeverhaltens beider Politiker.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert die phonetischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Kontrahenten und bewertet deren Rhetorik- und Trainingserfolg.
Phonetik, Bundestagswahlkampf 2002, Gerhard Schröder, Edmund Stoiber, TV-Duell, Pausen, Häsitationen, Sprechtempo, Grundfrequenz, Politikwissenschaft, Rhetorik, verbale Kommunikation, Medien, politische Kommunikation, Akzentuierung.
Die Arbeit untersucht die phonetischen Merkmale der politischen Kommunikation im Bundestagswahlkampf 2002, insbesondere während der Fernseh-Duelle zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber.
Zentral sind die Analyse von Pausen, Häsitationen (Fülllaute), das Sprechtempo, die Grundfrequenz und Akzentsetzung in den Redebeiträgen der beiden Spitzenkandidaten.
Das Ziel ist es, die Berührungspunkte zwischen Phonetik und Politikwissenschaft aufzuzeigen und durch eine quantitative Analyse des Sprechverhaltens die individuellen rhetorischen Stile der Kandidaten messbar und interpretierbar zu machen.
Es werden signalphonetische Messverfahren eingesetzt, wobei die Software "PRAAT" zur akustischen Analyse und Auswertung der Sprachsequenzen genutzt wird, ergänzt durch statistische Tabellenauswertungen.
Im Hauptteil werden die Messergebnisse zu verschiedenen Sequenzen (Anfang, Angriff, Defensive, Ende) der Duelle interpretiert, um Rückschlüsse auf emotionale Zustände und rhetorische Strategien der Politiker zu ziehen.
Schlüsselbegriffe sind Phonetik, TV-Duell, politische Kommunikation, Sprechtempo, Häsitationen, Grundfrequenz und rhetorische Analyse.
Die Analyse deutet darauf hin, dass Schröder tendenziell ruhiger, konstanter und mit gezielterem Pauseneinsatz auftrat, während Stoiber eine höhere Häsitationsrate und ein sprunghafteres Sprechtempo bei hoher emotionaler Erregung zeigte.
Die starren Regeln (Redezeitbegrenzung, Stoppuhren) beeinflussten den Redefluss und die Sprechplanung der Kandidaten, was besonders bei Stoiber zu einer nervösen Artikulation in Phasen des politischen Angriffs führte.
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