Examensarbeit, 2017
172 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Das Phänomen Lehrermangel als wiederkehrendes Ereignis
2.3 Gründe für den Lehrermangel
2.3.1 Gründe für den Lehrermangel als zyklisch wiederkehrendes Ereignis
2.3.2 Spezifische Gründe für den Lehrermangel im Freistaat Sachsen
2.4 Maßnahmen gegen den Lehrermangel
2.4.1 Aktuelle Maßnahmen im Freistaat Sachsen
2.5 Gründe für den Wechsel in den Lehrerberuf
2.6 Bewältigung des Berufseinstieges
2.7 Ablauf des Seiteneinstieges in Sachsen
2.7.1 Wissenschaftliche Ausbildung
2.7.2 Schulpraktische Ausbildung
2.7.3 Vorbereitungsdienst
3. Methodischer Teil
3.1 Das Interview als Erhebungsmethode der Qualitativen Forschung
3.2 Methodologische Grundprinzipien qualitativer Forschung
3.3 Erhebungsmethode: Das Leitfadeninterview
3.3.1 Charakteristik des Leitfadeninterviews
3.3.2 Durchführung eines Leitfadeninterviews
3.3.3 Begründung des Leitfadeninterviews: Vorteile und Nachteile
3.4 Transkription der Interviews
3.5 Auswertungsmethode: Die qualitative Inhaltsanalyse
3.5.1 Charakteristik der qualitativen Inhaltsanalyse
3.5.2 Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse
3.5.3 Begründung der qualitativen Inhaltsanalyse: Vorteile und Nachteile
4. Ergebnisdarstellung
4.1 Übersicht über die geführten Interviews
4.2 Auswertungskriterien
4.2.1 Motive/Gründe (M)
4.2.2 Vorbereitende Maßnahmen (VM)
4.2.3 Berufseinstieg (BE)
4.2.4 Arbeitsalltag/Berufsalltag (A)
4.2.5 Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen (Q)
4.3 Interview 1 – Frau Seins
4.4 Interview 2 – Frau Dreis
4.5 Interview 3 – Herr Viert
5. Interpretation und Diskussion der Interviews
5.1 Kategorie Motive
5.2 Kategorie Vorbereitende Maßnahmen
5.3 Kategorie Berufseinstieg
5.4 Kategorie Berufsalltag
5.5 Kategorie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Perspektive von Seiteneinsteigern im sächsischen Grundschuldienst, um deren Motivation für den Berufswechsel, ihre Erfahrungen beim Berufseinstieg und im Berufsalltag sowie potenzielle Handlungsbedarfe zur Verbesserung ihrer Situation empirisch zu erfassen.
2.3.1 Gründe für den Lehrermangel als zyklisch wiederkehrendes Ereignis
Titze (1990) sieht eine wesentliche Ursache dieser entstandenen Zyklen von Lehrerüberfluss und Lehrermangel in „der langen Ausbildungsdauer […] und der damit verbundenen Zeitdifferenz zwischen Bildungsentscheidung (Studienwahl) und Bildungsverwertung (Berufszugang)“ (S. 485). Ein zweiter Einflussfaktor sei das „wellenförmige Pulsieren der Ersatznachfrage“, da durch unregelmäßiges Bevölkerungswachstum „Phasen der beschleunigten und verlangsamten Generationsumschichtung in den Karrieren“ entstehen, also eine zyklische Verjüngung und Überalterung des Berufsstandes (ebd.). Terhart (2004) beschreibt die Ursachen für die belegten Schwankungen als ein komplexes Konstrukt aus „der Altersstruktur der Lehrerschaft […] [, den] schwankenden absoluten und relativen Schülerzahlen […] [sowie den] nach Lehramt und Fächerkombination […] sehr unterschiedliche[n], komplexe[n] Nachfrageverhältnisse[n]“ (S. 54). Zudem betont er, dass die Diskrepanz zwischen der inhaltlichen und der formalen Ausbildung der Lehrer die Mangel- oder Überflusssituation noch verstärkt. Inhaltlich sind die voll ausgebildeten Lehrkräfte „breit qualifiziert“, da sie „zwei, z.T. drei Unterrichtsfächer studier[en]“, die sich aus fach- und erziehungswissenschaftlichen sowie schulpraktischen Studienanteilen zusammensetzen (ebd., S. 54, 40). Trotz dieser breit gefächerten Ausbildung verfügen Lehrkräfte „nur über eine sehr spezifische Berechtigung“ für bestimmte Fächer an einer bestimmten Schulart (ebd.).
Englischsprachige Autoren (Donitsa-Schmidt & Zuzovsky, 2014 & 2016) benutzen bei der Ursachenbeschreibung von Lehrermangel die Unterteilung in zwei Ebenen: die Makro-Ebene, welche auch „national level“ genannt wird, weil es den Staat, die Region oder den Regierungsbezirk beschreibt, sowie die Schule selbst, die Mikro-Ebene, auch „school level“ genannt (Donitsa-Schmidt & Zuzovsky, 2016, S. 84). Donitsa-Schmidt & Zuzovsky unterteilen die Ursachen in der Makro-Ebene erneut. Einerseits in Faktoren, die die Nachfrage nach Lehrkräften steigen lässt, wie das natürliche Wachstum der Schülerpopulation, eine erhöhte Zuwanderung sowie Veränderungen in der Bildungspolitik. Andererseits in Faktoren, die das Lehrerangebot verändern, so zum Beispiel das Ansehen des Berufes, leistungsbezogene Prämien, verkürzte Qualifikationsprogramme sowie die Zahl der Berufseinsteiger (Donitsa-Schmidt & Zuzovsky, 2014, S. 420). Faktoren der Mikro-Ebene die Lehrermangel auslösen können, beeinflussen zwar nicht das nationale Gleichgewicht zwischen Lehrerangebot und Lehrerbedarf, können aber aus Sicht der Schule für eine Unausgeglichenheit sorgen.
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Situation von Seiteneinsteigern an sächsischen Grundschulen vor dem Hintergrund des Lehrermangels und definiert die Forschungsfragen zu Motivation, Berufseinstieg und Qualifizierung.
2. Theoretischer Teil: Es werden Begriffsdefinitionen abgegrenzt, das Phänomen Lehrermangel erläutert, Ursachen und Maßnahmen diskutiert sowie die spezifische Situation in Sachsen und die Bewältigung des Berufseinstiegs erörtert.
3. Methodischer Teil: Die Arbeit begründet den Einsatz des qualitativen Leitfadeninterviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Erhebung und Auswertung der Daten.
4. Ergebnisdarstellung: Es erfolgt eine Übersicht der durchgeführten Interviews sowie die Definition der für die Auswertung relevanten Kategorien und die Vorstellung der Interviewpartner.
5. Interpretation und Diskussion der Interviews: Die erhobenen Daten werden entlang der Kategorien interpretiert und kritisch in den Kontext der Forschungsliteratur eingeordnet.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die zentralen Erkenntnisse zu den Motiven, den Erfahrungen beim Berufseinstieg, der Betreuung und den Verbesserungsvorschlägen werden zusammenfassend beantwortet.
7. Fazit und Ausblick: Diese abschließende Reflektion bewertet die Rolle der Seiteneinsteiger im sächsischen Schuldienst und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.
Seiteneinsteiger, Quereinsteiger, Lehrermangel, Grundschullehrkräfte, Berufseinstieg, pädagogische Qualifizierung, Berufsalltag, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrerbildung, Schulpädagogik, Bildungsforschung, Sachsen, Mentoring, Unterrichtsvorbereitung, Praxisschock.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Seiteneinsteigern im sächsischen Schuldienst, insbesondere an Grundschulen, und untersucht ihre spezifischen Herausforderungen und Erfahrungen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Motiven für den Berufswechsel, der Gestaltung des Berufseinstiegs, der Belastung im Berufsalltag sowie der Wirksamkeit von Qualifizierungsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebens- und Arbeitswelt von Seiteneinsteigern zu gewinnen und daraus Handlungsbedarfe für deren Ausbildung und Unterstützung abzuleiten.
Die Autorin führte qualitative Leitfadeninterviews mit drei Seiteneinsteigern durch und wertete diese mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Lehrermangels, die methodische Begründung, die Darstellung der Interviewergebnisse sowie deren Interpretation und Diskussion.
Wichtige Begriffe sind Seiteneinsteiger, Lehrermangel, Grundschule, Berufseinstieg, Qualifizierung und pädagogische Professionalität.
Die Beurteilungen fallen gemischt aus; während die inhaltliche Qualität oft gelobt wird, gibt es deutliche Kritik an der Organisation, dem Zeitaufwand und dem mangelnden Praxisbezug einiger Module.
Mentoren werden als essenzielle Unterstützung wahrgenommen, jedoch wird deren Verfügbarkeit und zeitliche Entlastung als oft unzureichend kritisiert.
Teilnehmer berichten von Vorurteilen im Kollegium und teilweise bei Eltern, was den beruflichen Alltag erschweren und zu einem Gefühl der Abwertung führen kann.
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