Examensarbeit, 2017
83 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Migration
2.1 Migration in Deutschland
2.2 Migrationshintergrund
2.2.1 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
2.2.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund - PISA 2015
3 Bildung und soziale Ungleichheit
3.1 Soziale Ungleichheit – Begriffsbestimmung
3.2 Strukturebenen sozialer Ungleichheit
3.3 Bildung und Integration
3.4 Soziale Ungleichheit von Bildungschancen und Chancengerechtigkeit
3.4.1 Schichtspezifische Bildungsungleichheiten
3.4.2 Migrationsbezogene Bildungsungleichheiten
3.4.3 Was ist eine Bildungsbenachteiligung?
4 Bildungsbenachteiligung von SuS mit Migrationshintergrund
4.1 Ausmaß der Nachteile von SuS mit Migrationshintergrund
4.2 Erklärungsansätze für die Bildungsbenachteiligung
4.2.1 Kulturell-defizitäre Erklärung
4.2.2 Bildungsbenachteiligung aufgrund sozialer Faktoren: Die Kapitaltheorie Bourdieu
4.2.3 Die Kapitaltheorie zur Erklärung sozialer Ungleichheiten
4.2.4 Kontextmerkmale: Effekte der Schulform und der Zusammensetzung der Schülerschaft
5 Institutionelle Diskriminierung
5.1 Institutioneller Rassismus
5.2 Das Konzept der institutionellen Diskriminierung
5.2.1 Zum Diskriminierungsbegriff
5.2.2 Individuelle Diskriminierung
5.2.3 Institutionelle Diskriminierung
5.3 Mechanismen institutioneller Diskriminierung
5.3.1 Mechanismen der Diskriminierung in der Schule
5.3.2 Direkte institutionelle Diskriminierung
5.3.3 Indirekte institutionelle Diskriminierung
5.4 Weitere Formen institutioneller Diskriminierung
5.4.1 Normalitätserwartung
5.4.2 Zum Umgang mit sprachlichen Defiziten
5.4.3 Fehlende Diversität
5.5 Wahrgenommene Diskriminierungen als Ursache von Re-Ethnisierung/Selbstethnisierung?
5.5.1 Soziale Identität
5.5.2 Wahrgenommene Diskriminierung
5.5.3 Selbstethnisierung/Re-Ethnisierung als Reaktion auf Diskriminierung
6 Antidiskriminierungspädagogik
6.1 Prämissen der Antidiskriminierungspädagogik
6.2 Ziele der Antidiskriminierungspädagogik
6.3 Chancen und Grenzen der Antidiskriminierungspädagogik
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Schule als Institution selbst zur Herstellung ethnischer Differenz und damit einhergehender Bildungsnachteile beiträgt.
3.1 Soziale Ungleichheit – Begriffsbestimmung
Bei der Frage der Bildungsgerechtigkeit im Bildungssystem steht der Begriff der sozialen Ungleichheit im Zentrum. Unter sozialer Ungleichheit versteht sich die asymmetrische Verteilung von Positionen im gesellschaftlichen Gefüge. Das bedeutet, dass nicht alle Menschen bei ihrer Geburt identische Startchancen aufweisen und auch keine in Bezug auf die Verteilung von Macht, Einfluss oder Gütern ausgeglichene Verteilung stattfinden wird. Die Tradierung von sozialer Ungleichheit und die unausgeglichene Verteilung von Positionen und von Möglichkeiten in der Gestaltung der Lebensbedingungen hängen miteinander zusammen.
Nach Hradil (2004) müssen drei Gegebenheiten erfüllt sein, um soziale Ungleichheit sowohl zu konstruieren als auch erkennen zu können: Erstens müssen die im Verteilungsmechanismus vorhandenen Positionen einen Wert oder ein Gut darstellen. In zentraleuropäischen Gesellschaften ist dies in der Regel der Besitz von verschiedenen Kapitalsorten. Je mehr einzelner Mensch von diesen wertvollen Gütern aufweist, desto besser gestalten sich die Lebensbedingungen. Hierbei sind unter Lebensbedingungen äußere, vom Denken und Verhalten der einzelnen kurzfristig nicht beeinflussbare Rahmenbedingungen des Lebens zu verstehen (vgl. Hradil, 2005, S. 28). Demnach erscheinen Menschen, die über „wertvolle Güter“ verfügen, als besser- oder höhergestellt oder haben Vorteile. Hradil (2005) betont, dass im historischen Rückblick und im internationalen Vergleich nicht immer und überall den gleichen Gütern so viel Wert beigemessen wurde. So ist heute bspw. zweifellos ein hoher Bildungsabschluss wertvoll und zählt zu den wichtigsten Ausprägungen sozialer Ungleichheit (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem.
2 Migration: Dieses Kapitel definiert den Migrationsbegriff und analysiert die historische sowie gegenwärtige Migrationsentwicklung in Deutschland.
3 Bildung und soziale Ungleichheit: Hier werden zentrale Begriffe der sozialen Ungleichheit sowie deren Zusammenhang mit Bildungschancen und Integration theoretisch fundiert.
4 Bildungsbenachteiligung von SuS mit Migrationshintergrund: Das Kapitel widmet sich dem Ausmaß der Nachteile und untersucht theoretische Erklärungsansätze wie die Kapitaltheorie nach Bourdieu und Kontextfaktoren.
5 Institutionelle Diskriminierung: Ein Hauptteil der Arbeit, der Institutionellen Rassismus, direkte wie indirekte Diskriminierungsmechanismen in der Schule und deren Folgen für die Identität thematisiert.
6 Antidiskriminierungspädagogik: Dieser Abschnitt erörtert pädagogische Ansätze zur Entgegenwirkung von Diskriminierung sowie deren Zielsetzungen und Grenzen.
7 Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung des Bildungssystems.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Schule, institutionelle Diskriminierung, Kapitaltheorie, Bourdieu, Bildungschancen, Chancengerechtigkeit, Antidiskriminierungspädagogik, Identität, Schulentwicklung, Migration, Integration, Bildungsbiographien.
Die Arbeit analysiert die Bildungsbenachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland und untersucht, inwiefern schulische Institutionen selbst zu dieser Benachteiligung beitragen.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Migration, der theoretischen Herleitung sozialer Ungleichheit im Bildungssystem, der Kapitaltheorie nach Bourdieu und den Mechanismen institutioneller Diskriminierung.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass Bildungsbenachteiligung nicht nur durch individuelle Defizite entsteht, sondern als Effekt schulischen Handelns und institutioneller Strukturen begreifbar ist.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auseinandersetzung mit bildungssoziologischen Theorien basiert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit sowie eine tiefgehende Analyse institutioneller Diskriminierung, inklusive direkter und indirekter Mechanismen in der Schule.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie institutionelle Diskriminierung, Kapitaltheorie, Bildungschancen, Migrationshintergrund und Antidiskriminierungspädagogik charakterisiert.
Sie beschreibt diese als in den normalen organisatorischen Strukturen, Programmen und Routinen der Schule eingebettete Prozesse, die trotz neutraler Regeln zu ungleichen Ergebnissen für verschiedene Schülergruppen führen.
Es beschreibt einen Prozess, bei dem sich Jugendliche als Reaktion auf erfahrene Diskriminierung und Zuschreibungen von der Mehrheitsgesellschaft abgrenzen und ihre ethnische Identität als Schutzreaktion oder bewusste Abgrenzung betonen.
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