Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 1
Didaktik für das Fach Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Die Regionalsprachen Frankreichs
2.1. Geographische Sprachgliederung
2.2. Sprachenvielfalt Frankreichs
3. Die Sprachgesetzgebung und Sprachenpolitik im französischen Raum
3.1. Sprachpolitische Maßnahmen in der Vergangenheit bis in die Gegenwart
3.2. Die Europäische Charta der Regional-und Minderheitensprachen
3.3. Allgemeine Auswirkungen auf die französischen Regionalsprachen
4. Zur Situation des Okzitanischen
4.1. Der okzitanische Sprachraum
4.2. Sprachstruktur des Okzitanischen
4.3. Historische Charakterisierung
4.4. Der Status des Okzitanischen
4.5. Präsenz
4.5.1. Medien und Kultur
4.5.2. Musik und Literatur
4.5.3 Bildungswesen
4.5.4. Mündlicher und schriftlicher Gebrauch
4.6. Institutionelle und nicht-institutionelle Unterstützung
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung, den Status und die aktuelle Präsenz der Regionalsprachen in Frankreich unter Berücksichtigung der nationalen Sprachpolitik. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen legislativer Maßnahmen auf den Erhalt dieser Sprachen zu analysieren und dies am Beispiel des Okzitanischen zu verdeutlichen, um Schlussfolgerungen für die Situation der Minderheitensprachen insgesamt zu ziehen.
4.2. SPRACHSTRUKTUR DES OKZITANISCHEN
Wie bereits verdeutlicht, wurde die reine okzitanische Sprache immer mehr durch das Französische beeinflusst oder gar verdrängt, woraus sich eine Mischung beider Sprachen entwickelte. Dennoch zählt Okzitanisch zu einer der ältesten romanischen Sprachen und ist die die erste romanische Volksprache, in der Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts eine Grammatik geschrieben wurde. Demgegenüber entstand die erste französische Grammatik erst um 1400 und die erste spanische 1492.
Daran zeigt sich, dass sich die heutige Situation des Okzitanischen erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Wo die Sprache des Südens heute Gemeinsamkeiten zum Französischen aufweist, ist sie traditionell doch sehr nahe dem gesprochenen Latein gebildet und weist zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem Katalanischen auf. Aus der dialektalen Gliederung des okzitanischen Sprachraums ergibt sich die Schwierigkeit einer gesamtokzitanischen Normfindung. Beispiel hierfür sind unter anderem die unterschiedlichen Systeme zur Differenzierung von maskulinen und femininen Artikeln, sowohl im Singular als auch im Plural (Nord- und Südokzitanisch lo, la, los, las; Provenzalisch lou, la, li, li). Auch zeigen sich Unterschiede hinsichtlich Adjektiven, Komparativen, Demonstrativa und vor allem in der Lautung. In Morphologie und Syntax besteht allerdings nur eine geringe interne Differenzierung.
Dennoch lässt sich gegenüber dem Französischen eine sprachliche Charakterisierung des Okzitanischen ausmachen. So beispielsweise im Konsonantismus durch den Erhalt der Affrikaten /ʧ/, /ʤ/ und dem palatalen Lateral /ʎ/, zudem die Entsonorisierung der Konsonanten –p, -t, -k im Auslaut, das heißt die Neutralisierung des Merkmals Stimmhaftigkeit, welche im Französischen kaum vorkommt (okzitanisch [syt], französisch [syd]). In phonetischer und phonologischer Sicht umfasst das okzitanische Vokalsystem mit 7-8 Einheiten weniger als das Französische mit ca. 12 Einheiten. So fällt beispielsweise die Unterscheidung zwischen /a/ und /ɑ/ weg. Das Phonem /o/ wird stets als [O] ausgesprochen. Nasalvokale können nicht alleine, sondern nur in Verbindung mit
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Diskrepanz zwischen der offiziell einsprachigen französischen Verfassung und der tatsächlichen sprachlichen Vielfalt des Landes dar und formuliert die Forschungsfrage.
2. Die Regionalsprachen Frankreichs: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die sieben anerkannten Regionalsprachen und erläutert die Schwierigkeiten bei deren Klassifizierung und Erfassung.
3. Die Sprachgesetzgebung und Sprachenpolitik im französischen Raum: Hier werden die historischen Maßnahmen zur sprachlichen Uniformierung sowie der Umgang mit der Europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen analysiert.
4. Zur Situation des Okzitanischen: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der okzitanischen Sprache, ihrer Struktur, Geschichte sowie ihrer heutigen Präsenz in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Regionalsprachen trotz gesetzlicher Anerkennung weiterhin in ihrem Bestand gefährdet sind.
Frankreich, Regionalsprachen, Okzitanisch, Sprachpolitik, Minderheitensprachen, Sprachgesetzgebung, Französische Verfassung, Diglossie, Sprachkultur, Standardisierung, Sprachwandel, Europäische Charta, Sprachidentität, Minderheitenschutz, Sprachwiederbelebung
Die Arbeit behandelt die sprachliche Situation der Regionalsprachen in Frankreich und deren Entwicklung unter dem Druck einer zentralistisch ausgerichteten Sprachpolitik.
Zu den zentralen Themen zählen die Geschichte der französischen Sprachgesetzgebung, die Rolle der Europäischen Charta sowie die soziolinguistische Analyse des Okzitanischen.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen staatlicher Maßnahmen auf den Erhalt der Regionalsprachen zu untersuchen und zu prüfen, ob diese Strategien zur Wiederbelebung effektiv sind.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von soziolinguistischen Studien und Daten zur Sprachverwendung.
Der Hauptteil analysiert die historischen Sprachverbote, die Entwicklung der Gesetzgebung, die aktuelle Präsenz des Okzitanischen in Medien und Bildung sowie institutionelle Unterstützungsmaßnahmen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachpolitik, Minderheitensprachen, Identitätsbewahrung, Zentralisierung und Sprachwiederbelebung charakterisiert.
Das Okzitanische dient als Fallbeispiel, da es als bedeutendste Minderheitensprache Frankreichs eine große territoriale Ausdehnung hat und seine Entwicklung symptomatisch für andere Regionalsprachen steht.
Frankreich hat die Charta zwar unterzeichnet, die Ratifizierung jedoch aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken bezüglich der nationalen Einheit und Gleichheit abgelehnt.
Von einer poetischen Sprache des Mittelalters mit hohem Ansehen entwickelte es sich durch Assimilationsdruck und staatliche Unterdrückung zu einer Sprache mit niedrigem Prestige, die heute überwiegend in ländlichen Gebieten oder durch Sekundärsprecher präsent ist.
Die neue Grenzziehung durch die Reform erschwert die Zuordnung von Sprachen zu Regionen, was die ohnehin schwierige institutionelle Förderung weiter gefährden könnte.
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