Bachelorarbeit, 2018
46 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Stereotype – eine Annäherung
2.1. Topoi in der Kinder- und Jugendliteratur
3. Der Umgang mit Behinderungen in der KJL
3.1. Ein geschichtlicher Überblick zur Thematisierung von Behinderungen
3.2. Geistige Behinderung in der KJL und im Bilderbuch
3.3. Stereotype Darstellungsweisen von Menschen mit Behinderungen in der KJL
3.4. Ein Blick auf Bilderbücher
4. Vorstellung der Bilderbücher
5. Kriterienkatalog und Vorgehensweise
6. Vergleichende Analyse
6.1. Inhaltsangabe
6.2. Die Figuren und ihre Konstellationen
6.3. Diskurs und verbale Dimension
6.4. Bildästhetik und Inszenierung von Verbal- und Bildtext
6.5. Rezeptions- und Wirkungsästhetische Fragen
6. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung stereotyper Handlungs- und Darstellungsformen in realistischen Bilderbüchern über Kinder mit geistiger Behinderung. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob diese Stereotype lediglich in älteren Werken existieren oder ob sie auch in aktuellen Publikationen fortbestehen, wobei die Auswirkungen der Darstellung auf die kindliche Rezeption kritisch hinterfragt werden.
3.3. Stereotype Darstellungsweisen von Menschen mit Behinderungen in der KJL
Ulrike Backofen (1987) stellt in einer ihrer Untersuchungen fest, dass Menschen mit Behinderungen in der Kinderliteratur (KL) oftmals auf ähnliche Weise dargestellt werden. Diese sogenannten „Strickmuster“ (ebd., 18) würden immer wieder neu aufbereitet werden, obwohl sie zumeist wenig mit der Realität gemeinsam haben. Im Folgenden werden diese Strickmuster kurz skizziert:
1. ‚Musterkrüppel oder Tyrann‘?
Um zu verstehen, was mit dem Begriff des ‚Musterkrüppels‘ gemeint ist, ist die körperlich behinderte Klara aus Johanna Spyris Heidi ein Paradebeispiel. Klara ist wohlerzogen, hält sich an alle Regeln und ist ein großherziges und höfliches junges Mädchen. Laut Backofen (1987) dominiert diese Darstellungsform von Kindern mit einer Behinderung bis zum Beginn der 70er Jahre in der KL. Von diesem Zeitpunkt an werden jedoch zunehmend auch verbitterte, unfreundliche, zynische oder aggressive Kinder mit Behinderungen dargestellt. Allerdings erfolge am Ende der Erzählung zumeist ein Wandel und das Kind zeigt plötzlich positive Charaktereigenschaften. Bei der Verwendung dieses Strickmusters besteht laut Backofen (1987) insbesondere die Gefahr einer Verallgemeinerung, da häufig nur ein Kind mit einer Behinderung in den entsprechenden Erzählungen vorkommt (vgl. Ebd., 18f).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur bei der Inklusion ein und definiert den Fokus auf Kinder mit geistiger Behinderung.
2. Stereotype – eine Annäherung: Dieses Kapitel erörtert die Definition von Stereotypen und Topoi als ordnende Denkmuster und deren Funktion in der Literatur.
3. Der Umgang mit Behinderungen in der KJL: Es wird ein historischer Abriss zur Thematisierung von Behinderungen gegeben sowie typische narrative Muster (Strickmuster) nach Backofen kritisch beleuchtet.
4. Vorstellung der Bilderbücher: Hier werden die beiden ausgewählten Primärwerke „Dann kroch Martin durch den Zaun“ und „Ich bin Laura“ sowie deren jeweiliger Kontext vorgestellt.
5. Kriterienkatalog und Vorgehensweise: Das Kapitel erläutert die methodische Grundlage der Analyse, basierend auf erzähltextanalytischen Fragestellungen und dem Modell der Bilderbuchanalyse.
6. Vergleichende Analyse: Der Hauptteil vergleicht beide Bilderbücher hinsichtlich ihrer Figurenkonstellationen, der sprachlichen Darstellung, der Bildästhetik sowie der rezeptionsästhetischen Wirkung.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass stereotype Strukturen weiterhin in Bilderbüchern präsent sind und plädiert für eine inklusivere, weniger stigmatisierende Literaturgestaltung.
Inklusion, Kinderliteratur, Bilderbuch, geistige Behinderung, Stereotype, Topoi, Down-Syndrom, Narratologie, Bildästhetik, Diskursanalyse, Integration, Figurenkonstellation, Realismus, Behindertendarstellung, Sozialisation.
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Darstellung von Kindern mit geistiger Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur auseinander, insbesondere unter dem Aspekt der Inklusion.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Stereotypen, die historische Entwicklung der Behindertendarstellung in der Literatur und die spezifische Analyse von zwei Bilderbüchern.
Das Ziel ist es, stereotype Darstellungsformen und Handlungsmotive in zwei ausgewählten Bilderbüchern aufzuzeigen und zu prüfen, ob sich diese Muster in moderneren Werken verändert haben.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, basierend auf einem Kriterienkatalog, der sowohl textuelle als auch bildästhetische Elemente und narratologische Konzepte einbezieht.
Der Hauptteil beinhaltet die Inhaltsangabe, die Analyse der Figurenkonstellationen, die Diskurs- und Sprachanalyse sowie die Untersuchung der bildlichen Inszenierung in den Büchern.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Stereotype, Bilderbuch, geistige Behinderung, Down-Syndrom, Diskursanalyse und Rezeptionsästhetik.
Das Pferd Aurora fungiert in beiden Werken als zentrales Medium für die Protagonisten, um ihre Fähigkeiten zu beweisen und ihre soziale Integration oder Anerkennung innerhalb der Erzählung zu erreichen.
Die Autorin stellt fest, dass zwar einige klassische Strickmuster wie die „wunderbare Heilung“ nicht mehr greifen, jedoch weiterhin subtile stereotype Muster bestehen bleiben, die Kinder mit Behinderung in eine „Heldinnen- oder Heldenrolle“ zwingen, um Akzeptanz zu finden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

