Bachelorarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Schulabsentismus– Begriffsbestimmung und terminologische Abgrenzung
2.1 Schulschwänzen
2.2 Schulverweigerung
2.3 Zurückhalten von der Schule
3. Schulabsentismus im Kontext der Schulpflicht
3.1 Entwicklung der Schulpflicht und Schulgesetz in NRW
3.2 Konsequenzen bei Missachtung der Schulpflicht
4. Ausmaß von Schulabsentismus
4.1 Alter
4.2 Geschlecht
5. Motive für Schulabsentismus
5.1 Familiäre Faktoren
5.2 Peer-Group
5.3 Schulische Faktoren
5.3.1 Unterricht
5.3.2 Schulatmosphäre
5.3.3 Lehrkörper
6. Handlungsoptionen gegen Schulabsentismus
6.1 Prävention
6.2 Intervention
6.2.1. Intervention am Standort Schule
6.2.2. Intervention durch schulalternative Lernangebote
6.2.2.1 Das Projekt „Schulverweigerung- Die Zweite Chance“
6.2.2.2 Die Werkstattschule Bremerhaven
6.2.2.3 Das Interventionsprojekt ‘Kneifzange‘ des Handwerkerinnenhauses Köln e.V.
6.2.2.4 Objektiv-hermeneutische Inhaltsanalyse des im Handwerkerinnenhaus Köln e.V. geführten Interviews
6.3 Reintegration ins Regelschulsystem- Besonderheiten und Hürden
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Schulabsentismus als eine vielschichtige gesellschaftliche Herausforderung, die aus einem Zusammenspiel individueller, familiärer und schulischer Faktoren resultiert. Ziel ist es, die Hintergründe und Motive für das Fernbleiben von der Schule zu ergründen sowie effektive Präventions- und Interventionsstrategien, insbesondere unter Einbeziehung schulalternativer Lernangebote, zu analysieren.
6.2.2.1 Das Projekt „Schulverweigerung- Die Zweite Chance“
Die Qualifizierungsinitiative von Bund und Ländern nahm sich im Jahre 2008 vor, die Anzahl der Schulabgängerinnen und -Abgänger ohne Schulabschluss bis 2015 im Durchschnitt von acht auf vier Prozent zu senken. „Seit diesem Beschluss zeigen erste Tendenzen, dass die Zahlen leicht sinken und sich auf das gesteckte Ziel hin bewegen“ (Amberger, Gregersen & Pietrasik, 2012, S. 211). Zielgruppe dieses Projekts sind Jugendliche, die durch massive schulverweigernde Verhaltensweisen das Erreichen ihres Abschlusses gefährden. Sie sind mindestens zwölf Jahre alt oder befinden sich höchstens am Anfang der letzten Klassenstufe, sie besuchen eine Haupt-, Förderschule oder eine andere Schulform, die ihnen ermöglicht, den Hauptschulabschluss zu erlangen. Absicht dieses Projekts ist es, die Jugendlichen innerhalb eines Jahres zurück in das Regelschulsystem einzugliedern und die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen, zu maximieren. Der Adressatenkreis umfasst demnach Heranwachsende, die in den Schulen „verloren gegangen“ sind und durch ihre Verhaltensmuster ihren Schulabschluss riskieren (ebd., S. 215f).
Die Methode, nach der innerhalb dieses Programms vorgegangen wird, nennt sich Case Management, welche durch eine nahe und individuelle Begleitung und Betreuung der Heranwachsenden gekennzeichnet ist. „Durch die Koordination der unmittelbaren sozialpädagogischen Arbeit bilden die Case Managerinnen und Case Manager eine Konstante für die jungen Menschen“ (ebd., S. 216). Für den Erfolg der Arbeit ist der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses und einer persönlichen Beziehung ausschlaggebend.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Schulabsentismus als gesamtgesellschaftliches Problem und die Relevanz für Bildungsbiographien.
2. Schulabsentismus– Begriffsbestimmung und terminologische Abgrenzung: Definition der verschiedenen Erscheinungsformen wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und Zurückhalten.
3. Schulabsentismus im Kontext der Schulpflicht: Erörterung der gesetzlichen Grundlagen und der Sanktionen bei Verstößen gegen die Schulpflicht.
4. Ausmaß von Schulabsentismus: Darstellung der statistischen Verteilung nach Alter und Geschlecht sowie der Übergangsproblematik.
5. Motive für Schulabsentismus: Analyse der Ursachen, unterteilt in familiäre Faktoren, den Einfluss der Peer-Group und schulische Rahmenbedingungen.
6. Handlungsoptionen gegen Schulabsentismus: Untersuchung von Präventionsstrategien, Interventionsmaßnahmen und alternativen Lernprojekten sowie Reintegrationshürden.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit multiprofessioneller Vernetzung.
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Case Management, Handwerkerinnenhaus, Sozialpädagogik, Regelschulsystem, Reintegration, Bildungsbiographie, Schulabbruch, Jugendarbeit, schulalternative Lernangebote.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Schulabsentismus, seinen vielfältigen Ursachen und den Möglichkeiten, Heranwachsende bei ihrem Fernbleiben von der Schule zu unterstützen und in das Bildungssystem einzugliedern.
Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Klärung der Schulabwesenheit, die Analyse familiärer und schulischer Einflussfaktoren, sowie der Vergleich verschiedener Präventions- und Interventionsansätze.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch pädagogische Interventionen wieder motiviert werden können, einen Schulabschluss zu erlangen und ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern.
Neben der theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche wurde zur Untersuchung des Projekts ‚Kneifzange‘ eine qualitative Methode in Form einer objektiv-hermeneutischen Inhaltsanalyse von Interviews mit Fachkräften angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der Ursachen von Absentismus, die Darstellung konkreter Interventionsmaßnahmen am Standort Schule sowie schulalternativer Projekte und die Erörterung von Reintegrationshürden.
Wichtige Begriffe sind Schulabsentismus, Schulverweigerung, Intervention, Case Management, Reintegration, Sozialpädagogik und Schulsozialarbeit.
Das Projekt setzt auf ein geschütztes, rein weibliches Umfeld, Werkpädagogik zur Stärkung des Selbstwertgefühls und ein Freiwilligkeitsprinzip, das die Mädchen motiviert, ihre Lebenssituation aktiv zu verändern.
Die Erfahrung zeigt, dass bei vielen Betroffenen eine zu starke Verfestigung schulischer Misserfolge vorliegt, weshalb alternative Lernumgebungen oft als sinnvoller angesehen werden, um eine berufliche Integration statt einer gescheiterten Reintegration zu ermöglichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

