Bachelorarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Motivationstheoretische Grundlagen
2.1 Motiv, Motivation, Interesse
2.2 Lernmotivation und Leistungsmotivation
2.3 Selbstbestimmungstheorie nach E. L. Deci & R. M. Ryan
2.4 Faktoren zur Motivationsförderung im schulischen Kontext
3 Berufsfachschule
3.1 Berufsfachschulen in der beruflichen Bildung
3.2 Ziele und Wesen der voll- und teilqualifizierenden Berufsfachschule
3.3 Lehrende und Lernende in teilqualifizierenden Berufsfachschulen
3.3.1 Lehrkräfte in teilqualifizierenden Berufsfachschulen
3.3.2 Schülerinnen und Schüler in teilqualifizierenden Berufsfachschulen
4 Fallstudie als ausgewähltes Lehr-Lernarrangement
4.1 Fallstudien in der beruflichen Bildung
4.2 Phasen einer Fallstudie
4.3 Konstruktionskriterien für Fallstudien
5 Motivationsförderung durch Fallstudienarbeit
5.1 Motivationsfördernde Faktoren durch den Einsatz von Fallstudien
5.2 Die besondere Rolle von Lehrenden im Kontext von Fallstudienarbeit
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz der Fallstudienmethode die Lern- und Leistungsmotivation von Schülerinnen und Schülern in teilqualifizierenden Bildungsgängen der Berufsfachschule gezielt fördern kann, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen an Lehrende und der Heterogenität der Lernenden.
1.1 Problemstellung
Das Schul- und Berufsleben ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von kontinuierlichen und dynamischen Veränderungen (vgl. Frackmann & Schwichtenberg 2008, S. 25). Das bereits „erworbene Bildungskapital“ (Stuhlmann 2005, S. 68) muss aufgrund dieser neuen organisatorischen, technischen und kulturellen Verhältnisse und Ansprüche in unterschiedlichen Lebensbereichen durch stetiges Lernen und Erbringung von Leistungen weiterentwickelt werden (vgl. Frackmann & Schwichtenberg 2008, S. 25; Stuhlmann 2005, S. 68). Der Lernfortschritt und die Leistungserbringung von Schüler/-innen sowie Erwerbstätigen hängen neben der jeweiligen Intelligenz und den Begabungen auch von unterschiedlichen Beweggründen, Motive genannt, ab (vgl. Schlag 2013, S. 19; Stiensmeier-Pelster & Rheinberg 2003, S. 1). Motive stellen den Motor des Handelns dar (vgl. Schlag 2013, S. 11). Die Zufriedenstellung dieser fungiert als Ziel des Handelns. Die Summe der Motive in einer handlungsorientierten Situation wird als Motivation definiert. Motivation bedeutet, dass eine aktivierende Ausrichtung auf ein angestrebtes Ziel erfolgt (vgl. Rheinberg 2002, S. 15). „Menschen gelten dann als motiviert, wenn sie etwas erreichen wollen – wenn sie mit dem Verhalten einen bestimmten Zweck verfolgen“ (Deci & Ryan 1993, S. 224).
Die Absicht einen in der Zukunft liegenden Zustand zu erreichen, geht einher mit der Bereitschaft ausgewählte Mittel anzuwenden. Deci und Ryan (1993, S. 224) gehen in ihren Ausführungen zur Theorie der Selbstbestimmung davon aus, dass motivierte Handlungen ihren Ausgangspunkt in der Person selbst haben. Dem zufolge unterscheidet sich Motivation bzw. motivierendes Handeln hinsichtlich der Ausprägung der Selbstbestimmung bzw. des Kontrollfaktors (vgl. Deci & Ryan 1993, S. 225). Es gibt zum einen Handlungen, die von einem selbst bestimmt sind und somit einhergehen mit den eigenen Wünschen und Zielen. Zum anderen gibt es Handlungen, die von außen vorgegeben werden und werden als „aufgezwungen erlebt“ (Deci & Ryan 1993, S. 225). Wenn ein Individuum eine motivierte Handlung von sich aus ausführt, ist sie „selbstbestimmt oder autonom“ (Deci & Ryan 1993, S. 225). Wird die Handlung jedoch vorgegeben, wird ihr Kontrolliertheit zugesprochen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Motivation für Lernprozesse und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss von Fallstudien auf die Lernmotivation in der Berufsfachschule zu untersuchen.
2 Motivationstheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Kerndefinitionen von Motivation und Interesse sowie die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan als Basis für die weitere Analyse.
3 Berufsfachschule: Es wird die Struktur der Berufsfachschule, insbesondere im teilqualifizierenden Übergangsbereich, sowie die Spezifika von Lehrkräften und der heterogenen Schülerschaft dargestellt.
4 Fallstudie als ausgewähltes Lehr-Lernarrangement: Dieses Kapitel führt in die Methode der Fallstudie ein, beschreibt ihre historische Genese, die verschiedenen methodischen Phasen und die zentralen Konstruktionskriterien für den Unterricht.
5 Motivationsförderung durch Fallstudienarbeit: Hier wird analysiert, wie durch den Einsatz von Fallstudien motivationale Faktoren gezielt angesprochen werden können und welche besondere Rolle dabei der Lehrkraft zukommt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass gut konstruierte, berufsrelevante Fallstudien die Motivation bei richtiger pädagogischer Begleitung signifikant steigern können.
Berufsfachschule, Fallstudienmethode, Lernmotivation, Leistungsmotivation, Selbstbestimmungstheorie, Übergangssystem, Lehrerprofessionalität, Handlungsorientierung, Motivationsförderung, berufliche Bildung, Adolsezenz, didaktische Fallreduktion, schüleraktiv, Interessenentwicklung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Fallstudien als Lehr-Lernarrangement dazu beitragen können, die Lern- und Leistungsmotivation von Schülern in teilqualifizierenden Bildungsgängen der Berufsfachschule zu befördern.
Die Arbeit verknüpft motivationstheoretische Grundlagen (insbesondere die Selbstbestimmungstheorie) mit den spezifischen Rahmenbedingungen der Berufsfachschule und der methodischen Gestaltung von Fallstudien.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die Lern- und Leistungsmotivation von Schülerinnen und Schülern in teilqualifizierenden Bildungsgängen durch den Einsatz von Fallstudien befördert werden kann und welche Rolle Lehrkräfte dabei einnehmen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um motivationstheoretische Konzepte auf das Lehr-Lernarrangement "Fallstudie" im Kontext der Berufsbildung zu übertragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Motivation, die Analyse der Zielgruppe (Schüler an Berufsfachschulen), die methodische Aufarbeitung der Fallstudienarbeit sowie die Synthese, wie Fallstudien zur Motivationsförderung eingesetzt werden können.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lernmotivation, Fallstudienmethode, teilqualifizierende Berufsfachschule, Selbstbestimmungstheorie, Handlungsorientierung und Lehrerrolle.
Da Schüler an teilqualifizierenden Berufsfachschulen oft eine geringe Zielorientierung zeigen, bietet die Fallstudienmethode durch ihre Praxisnähe die Chance, Sinnhaftigkeit und Alltagsbezug herzustellen, was wiederum die intrinsische Motivation steigern kann.
Die Lehrkraft übernimmt eine zentrale Rolle als Initiatorin, Beraterin und Moderatorin, die durch eine adressatengerechte Fallauswahl, gezielte Fallreduktion und positive Verstärkung den Lernprozess steuert, ohne die Lernenden zu überfordern.
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