Bachelorarbeit, 2017
49 Seiten, Note: 2,7
1. Begriffserklärungen
1.1 Annäherung an den Personenkreis der Menschen mit einer geistigen Behinderung
1.2 Kinder und Jugendliche mit einer schweren Behinderung
1.3 Trennung der Begrifflichkeiten rund um sexuelle Gewalt
2. Aktueller Forschungsstand
2.1 Internationaler und nationaler Forschungsstand
2.2 Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen mit Behinderung
2.3 Lebenssituationen und Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland- Eine Studie des BMFSFJ 2010-2013
2.4 SeMB
2.5 Sexuelle Gewalt im institutionellen Handlungsfeld
2.6 Zwischenfazit
3. Das ideale Opfer
3.1 Risikofaktoren
3.2 Die Täter*innen
4. Prävention
4.1 Definition von Prävention
4.2 Prävention von sexueller Gewalt
4.3 Präventionskonzepte
4.3.1 Präventionsarbeit in der Institution Schule
4.3.2 EMMA- unantastbar!
4.3.3 Mut tut gut! - Selbstbehauptung- und Konflikttraining
5. Präventionsarbeit bei Schülerinnen mit einer schweren Behinderung
5.1 Erhöhte Risikofaktoren
5.2 Aktueller Einbezug in Präventionskonzepte
5.3 Möglichkeiten der aktiven Präventionsarbeit bei Schülerinnen mit schwerer Behinderung
5.3.1 Körperwahrnehmung durch Basale Stimulation
5.3.2 Modifikation von Präventionsprogrammen für Schülerinnen mit schwerer Behinderung
5.4 Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch in der Institution Schule
5.4.1 Sexuelle Selbstbestimmung in Bezug auf die Präventionsarbeit
5.4.2 Sexualpädagogische Arbeit bei Schülerinnen mit schwerer Behinderung
5.4.3 Notwendige Veränderungen im Bereich Pflege
5.4.4 Schulische und außerschulische Veränderungen der Rahmenbedingungen
5.4.5 Die Rolle der pädagogischen Fachkraft
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Risiko sexueller Gewalt bei Schülerinnen mit geistiger und schwerer Behinderung im schulischen Kontext und erarbeitet präventive Ansätze sowie strukturelle Verbesserungsnotwendigkeiten.
1.1 Annäherung an den Personenkreis der Menschen mit einer geistigen Behinderung
In der Auseinandersetzung mit dem Begriff der ‚geistigen Behinderung‘ stößt der Leser*in auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Vokabeln, Begriffen und Bezeichnungen, die wiederum auf eine lange Tradition der Diskussion, um eine angemessene Definition zurückblicken (vgl. Fornefeld 2009, 64). Es lässt sich vorwegnehmen, dass allen Begriffen rund um die Personengruppe eine Vermeidung einer kategorialen Festschreibung des Personenkreises gemein ist. Eine allgemeine Kategorisierung, welche „die Behinderungsproblematik [als] sekundäres Merkmal oder besser als Kennzeichnung einer besonderen Lebenslagenproblematik beschreibend hinzufügt“ (Fornefeld 2009, 61) wird vorgezogen. Die Schwierigkeiten bei der Bestimmung und Festlegung des Begriffs sind dadurch begründet, dass jede Profession ihren eigenen Schwerpunkt und den Zugang dazu verschieden wählt. Somit lassen sich die Unterschiede in den Definitionen aus pädagogischen, soziologischen, psychologischen und medizinischen Perspektiven erklären. Allgemein lässt sich sagen, dass es nicht die Behinderung gibt, sondern viele verschiedene Ausprägungen, was die Festlegung auf eine einheitliche Definition erschwert. „Es [gibt] weder die geistige Behinderung noch den Menschen mit einer geistigen Behinderung“ (Fornefeld 2009, 60).
Wegen der Komplexität des Terminus bedarf es einer begrifflichen Grundlage, auf Basis derer ein wissenschaftlicher Diskurs stattfinden kann. In der Mehrzahl von Modellen, Fachartikeln, sowie in dieser Ausarbeitung wird einheitlich der Begriff der geistigen Behinderung benutzt. Es lässt sich jedoch anmerken, dass dieser selbst umstritten und teilweise als sehr unklar wahrgenommen wird (ebd.). Die Personengruppe der Menschen mit einer geistigen Behinderung erhebt schon seit langem Kritik gegen den Begriff und stellt dar, dass aufgrund der reduzierten Gleichsetzung von Geist mit Intellekt eine Stigmatisierung und Herabwürdigung eines Menschen mit einer geistigen Behinderung geschieht, da ihr Geist als menschliches Wesensmerkmal als beeinträchtigt deklariert wird (ebd.).
1. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Begriffe und Abgrenzung von Behinderungsformen sowie sexueller Gewalt als theoretisches Fundament.
2. Aktueller Forschungsstand: Überblick über die Datenlage zu sexualisierter Gewalt an Menschen mit Behinderung, einschließlich nationaler und internationaler Studien sowie institutioneller Aspekte.
3. Das ideale Opfer: Untersuchung der spezifischen Risikofaktoren und Täterprofile, die Menschen mit geistiger Behinderung besonders gefährden.
4. Prävention: Erläuterung theoretischer Ansätze und Vorstellung praktischer Präventionskonzepte wie "EMMA" und "Mut tut gut!".
5. Präventionsarbeit bei Schülerinnen mit einer schweren Behinderung: Analyse der erschwerten Präventionsmöglichkeiten und Darlegung notwendiger struktureller Veränderungen in Pflege, Pädagogik und Rahmenbedingungen.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Handlungsbedarfs und der Notwendigkeit für passiven Schutz und strukturelle institutionelle Anpassungen.
Sexuelle Gewalt, geistige Behinderung, schwere Behinderung, Prävention, Förderschule, sexuelle Selbstbestimmung, Risikofaktoren, Täterstrategien, Basale Stimulation, Sexualpädagogik, Sonderpädagogik, Pflegeabhängigkeit, Empowerment, Inklusion.
Die Arbeit befasst sich mit der hohen Gefährdung von Mädchen und jungen Frauen mit geistiger und schwerer Behinderung durch sexuelle Gewalt und diskutiert, wie Prävention in diesem speziellen schulischen Kontext umgesetzt werden kann.
Zentrale Themen sind Risikofaktoren durch Behinderung und institutionelle Machtverhältnisse, die Evaluation von Präventionsprogrammen sowie notwendige Veränderungen der schulischen Rahmenbedingungen und der Sexualpädagogik.
Ziel ist es, den hohen Handlungsbedarf in der Präventionsarbeit an Förderschulen aufzuzeigen und Möglichkeiten zu identifizieren, wie auch Schülerinnen mit schweren Behinderungen besser geschützt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsstandanalyse sowie der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Präventionskonzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung des Forschungsstands, die Analyse von Risikofaktoren und Täterprofilen sowie die eingehende Diskussion von Präventionsmöglichkeiten und notwendigen Veränderungen in der Institution Schule.
Sexuelle Gewalt, Prävention, geistige Behinderung, Förderschule, Empowerment, Basale Stimulation und strukturelle Rahmensbedingungen.
Obwohl sie keinen direkten Schutz darstellt, fördert sie die Körperwahrnehmung und nonverbale Kommunikation, wodurch Schülerinnen befähigt werden, unangenehme Berührungen besser zu spüren und auszudrücken.
Die Arbeit identifiziert unklare Regeln, mangelnde Pflegestandards, hohe Abhängigkeitsverhältnisse und eine oft mangelnde Sensibilisierung des Personals als Faktoren, die Täterstrukturen begünstigen können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

