Bachelorarbeit, 2014
78 Seiten, Note: 1,5
1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung von benachbarten Gattungen
1.1. Märchen
1.2. Sage
1.3. Legende
1.4. Mythos
1.5. Fabel
1.6. Volks- und Kunstmärchen
2. Zur Geschichte des Märchens
3. Die Gebrüder Grimm
4. Funktionen und Merkmale von Märchen
4.1. Themen und Motive
4.2. Ablauf und stilistische Mittel
4.3. Personen und Dinge
4.4. Sprachliche Mittel
4.5. Bilder und Symbole
5. Märchenforschung und Märchentheorien
5.1. Stilanalyse der Märchen nach Max Lüthi
5.2. Entwicklungspsychologische Analyse nach Bruno Bettelheim
6. Kindliche Rezeption
7. Die Methodik
7.1. Die qualitative Sozialforschung
7.2. Die Erhebungsmethode
7.2.1. Das qualitative Interview
7.2.2. Das Experteninterview
7.2.3. Das narrative Interview
7.3. Das Auswertungsverfahren
8. Die Datengewinnung
8.1. Interview 1
8.2. Interview 2
8.3. Leitfadeninterview
8.4. Trankriptionsregeln
9. Auswertungsanalyse
9.1. Auswertung Interviews in Tabellenform
9.2. Analyse: Interview 1
9.3. Analyse: Interview 2
9.4. Reflexion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern Lehrpersonen durch ihre eigenen Erfahrungen mit Märchen in der Kindheit geprägt wurden und ob bzw. wie sie Märchen heute in ihrem eigenen Unterricht einsetzen und thematisieren.
1.1. Märchen
Der Begriff des Märchens ist aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und spielt eine wichtige Rolle. Wenn man das Wort ‚Märchen’ hört, assoziiert man es sofort mit Erzählungen wie „Schneewittchen“, „Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen “ oder „Die Schöne und das Biest“. Aber was genau ist ein Märchen? Um diese Frage effizient beantworten zu können, ist es wichtig, den Begriff zu klären.
„Die deutschen Wörter >Märchen<, >Märlein< (mhd. maerlîn) sind Verkleinerungsformen zu >Mär< (ahd. [althochdeutsch] mârî, mhd. maere [...], Kunde, Bericht, Erzählung, Gerücht), bezeichneten also ursprünglich eine kurze Erzählung“ (Lüthi, 1979:1). Ursprünglich besaß der Begriff des Märchens eine positive Bedeutung. Lüthi weist jedoch darauf hin, dass der Begriff einer Bedeutungsverschlechterung unterlag und als Bezeichnung für unwahre und erdachte Geschichten gebraucht wurde. Beispiele für den negativen Bedeutungswandel sind Begriffe wie „lügemaere“ oder „entenmär“. So entstanden Äußerungen wie: „Erzähl mir doch keine Märchen“, die man im heutigen Sprachgebrauch immer noch hört (Lange, 2005:8).
Ende des 18. Jahrhunderts fand unter französischem Einfluss ein weiterer Bedeutungswandel statt, diesmal in einer positiven Perspektive. Ein Märchen war nun „eine phantastische Erzählung, die mündlich überliefert war“ (ebd). Positive Redewendungen wie „so schön wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht“ betonen die positive Wertung des Begriffes ‚Märchen’ (Lüthi, 1979:1). Bei Märchen handelt es sich also um ‚unwahre Geschichten’ die trotzdem versuchen, den Menschen die Wirklichkeiten des Lebens zu vermitteln.
1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung von benachbarten Gattungen: Definition des Märchens und Abgrenzung zu Gattungen wie Sage, Legende, Mythus und Fabel.
2. Zur Geschichte des Märchens: Untersuchung der historischen Ursprünge und des Werdegangs des Märchens über verschiedene Epochen.
3. Die Gebrüder Grimm: Biografischer Einblick in das Leben der Brüder Grimm und die Entstehungsgeschichte ihrer Märchensammlung.
4. Funktionen und Merkmale von Märchen: Analyse typischer Themen, Motive, stilistischer Mittel sowie der Bedeutung von Personen, Dingen und Symbolen.
5. Märchenforschung und Märchentheorien: Vorstellung wissenschaftlicher Ansätze, insbesondere die Stilanalyse nach Max Lüthi und die entwicklungspsychologische Perspektive von Bruno Bettelheim.
6. Kindliche Rezeption: Betrachtung der kindlichen Wahrnehmung, der Wirkung von Märchen und der Bedeutung des sogenannten Märchenalters.
7. Die Methodik: Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes, der Erhebungsmethode und des angewandten Auswertungsverfahrens nach Mayring.
8. Die Datengewinnung: Beschreibung der Durchführung der Experten- bzw. narrativen Interviews und Darstellung des Leitfadens.
9. Auswertungsanalyse: Systematische Darstellung und Interpretation der Ergebnisse aus den durchgeführten Interviews sowie deren Reflexion und Verbindung mit der Theorie.
Märchen, Gebrüder Grimm, Märchenforschung, Max Lüthi, Bruno Bettelheim, kindliche Rezeption, Erziehung, qualitative Sozialforschung, narrative Interviews, Lehrpersonen, Märchenalter, Symbolik, Identitätsfindung, Moral, Unterricht.
Die Arbeit untersucht, welche Erfahrungen Lehrpersonen mit Märchen in ihrer eigenen Kindheit gemacht haben und ob diese Erfahrungen ihr Verhalten im heutigen Unterricht beeinflussen.
Neben der theoretischen Einordnung von Märchen (Geschichte, Merkmale, Theorien) stehen die kindliche Rezeption sowie die empirische Analyse der unterrichtlichen Praxis im Mittelpunkt.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Lehrpersonen durch frühere Erfahrungen mit Märchen in ihrem pädagogischen Handeln geprägt wurden und wie sie diese heute umsetzen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der narrative Interviews mit zwei Lehrpersonen umfasst. Die Auswertung erfolgt nach der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, der Märchenbegriffe, Geschichte und Forschung beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der die Interviews und deren Auswertung darstellt.
Wichtige Begriffe sind Märchen, Märchenforschung, kindliche Rezeption, qualitative Interviews, pädagogische Umsetzung, moralische Erziehung und Identitätsbildung.
Im Gegensatz zum Märchen, das oft als unwahre, aber wahrheitsstiftende Erzählung gilt, ist die Sage historischer und ortsgebunden, während die Fabel eine konkrete moralische Lehre durch Tiere oder Dinge vermitteln will.
Bettelheim argumentiert, dass Grausamkeiten in Märchen notwendig sind, um dem Kind zu zeigen, dass das Böse existiert und bekämpft werden muss, was dem Kind hilft, seine eigenen inneren Spannungen zu verarbeiten.
Die Untersuchung zeigt, dass der Einsatz stark von der persönlichen Einstellung der Lehrperson abhängt, wobei einige Märchen als wertvolles pädagogisches Mittel sehen, während andere moderne Geschichten bevorzugen.
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