Examensarbeit, 2018
105 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
I. Theoretische Grundlagen
1. Unterricht
2. Unterrichtstörungen
2.1. Unterrichtstörungen nach Winkel
2.2. Unterrichtstörungen nach Biller
2.3. Unterrichtstörungen nach Lohmann
2.4. Fünf Eskalationsstufen von Unterrichtsstörungen nach Rattay und Wensing
2.5. Ursachen von Unterrichtsstörungen
3. Sex und Genderbegriff
3.1. Definition des männlichen Geschlechts ‚Junge‘
3.2. Geschlechterstereotype
3.3. Geschlechterrollen
3.4. doing gender
3.4.1. Inszenierung von Männlichkeit
4. Unterrichtsstörungen durch Jungen
4.1. Genderklärungen Jungen als typische „Störenfriede“
4.2. Repräsentation in Fallbeispielen
4.3. Schlussfolgerung
II. Empirischer Teil
5. Forschungsvorhaben
6. Methodik
6.1. Planung der Studie
6.1.1. Die quantitative Fragebogenerhebung
6.1.2. Stichprobenwahl
6.1.3. Beschreibung und Konstruktion des Erhebungsinstruments
6.2. Durchführung der Studie
6.2.1. Die Realschule R.
6.2.2. Ablauf der Befragung
6.3. Auswertung und Aufbereitung der Daten
Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die in der Schule vorherrschenden Klischees über Unterrichtsstörungen zu untersuchen und zu prüfen, ob Jungen tatsächlich häufiger oder intensiver den Unterricht stören als Mädchen. Die Arbeit verbindet theoretische Grundlagen zum Unterrichtsbegriff und zum Thema Unterrichtsstörungen mit einer empirischen Studie, um genderspezifische Unterschiede aufzudecken und Mythen wissenschaftlich zu hinterfragen.
3.4.1. Inszenierung von Männlichkeit
Unter Inszenierung wird in dieser Arbeit das Geschlechterverhalten verstanden. Sie findet jeden Tag in etlichen Situationen statt. Doch werden diese Verhaltensweisen angeboren oder angelernt? Kinder lernen bereits von früh an wie sie sich, auch geschlechterspezifisch, zu verhalten haben. Das bedeutet, dass Inszenierungsverhalten hauptsächlich angelernt ist und von Erwartungen und Verhaltensweisen anderer und der Reaktion auf ihre eigenen Verhaltensweisen abhängig ist. Das große Problem am Inszenierungsort Schule ist, dass er nicht ausreichend Möglichkeiten bietet, um Geschlechterdifferenzen und -verhältnisse zu reflektieren und somit wenig Einflussmöglichkeiten bestehen. Die Schüler werden in ihrem Lernen allerdings von ebendiesen Bildern und Inszenierungen geleitet und geprägt. Das Bild eines starken, unabhängigen und dominanten Mannes ist für Jungen aus allen sozialen Schichten das Idealbild. Bereits vor der Pubertät werden Jungen mit diesem Geschlechterbild konfrontiert. Inszenierungen dieses Rollenbildes finden dementsprechend auch bereits vor der Pubertät statt. Diese werden mit dem Eintritt in die Pubertät jedoch zusätzlich verstärkt. Maßgeblich daran beteiligt sind die peer groups der Jungen. Den Jungen ist klar, dass sie das angestrebte Ideal wohl niemals erreichen werden, allerdings geben sie sich damit zufrieden diesem Bild möglichst nah zu kommen.
Unterricht: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Unterricht als zentrales Element der Lehr-Lern-Prozesse unter Berücksichtigung historischer und fachdidaktischer Perspektiven.
Unterrichtstörungen: Hier werden diverse Definitionen und Klassifizierungsmodelle von Unterrichtsstörungen, etwa nach Winkel, Biller oder Lohmann, analysiert.
Sex und Genderbegriff: Dieser Abschnitt widmet sich den theoretischen Grundlagen der Geschlechterdifferenzierung, inklusive Rollenbildern und dem Konzept des "doing gender".
Unterrichtsstörungen durch Jungen: Das Kapitel stellt gängige Stereotype über Jungen als Störenfriede vor und illustriert diese anhand konkreter, während Hospitationen gewonnener Fallbeispiele.
Forschungsvorhaben: Hier werden die Forschungsfragen der Studie präzisiert, welche sich auf genderspezifische Mythen bei Unterrichtsstörungen beziehen.
Methodik: Das Kapitel beschreibt den Aufbau der empirischen Untersuchung, inklusive der Fragebogenkonstruktion, der Stichprobenauswahl und des Ablaufs der Datenerhebung.
Unterrichtsstörungen, Jungen, Mädchen, Sekundarstufe 1, Geschlechterrollen, Gender, doing gender, Unterricht, Störverhalten, quantitative Studie, Fragebogenerhebung, Schulpädagogik, Stereotype, Männlichkeit, Lehr-Lern-Prozess
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung genderspezifischer Unterrichtsstörungen in der Sekundarstufe 1 und hinterfragt, ob Jungen tatsächlich die "typischen" Störenfriede sind.
Die Arbeit thematisiert Definitionen von Unterricht und Störungen, die Theorie der Geschlechterrollen sowie die empirische Analyse des Störverhaltens von Schülern.
Ziel ist es zu klären, ob in der heutigen Schullandschaft tatsächlich genderspezifische Unterschiede bei Unterrichtsstörungen existieren oder ob es sich lediglich um Mythen handelt.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Grundlagen und einer quantitativen, vollstandardisierten Fragebogenerhebung in achten Klassen einer Realschule.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Störungsbegriffen, eine Auseinandersetzung mit dem Genderbegriff sowie einen empirischen Teil mit Auswertung von Befragungsdaten.
Die zentralen Begriffe sind Unterrichtsstörungen, Geschlechterrollen, "doing gender", Störverhalten und eine quantitative Analyse in der schulischen Praxis.
Die drei Fallbeispiele (Max, Paul, Tom) dienen dazu, theoretische Geschlechterstereotype mit dem tatsächlichen Verhalten in der Unterrichtspraxis abzugleichen.
Die Studie bestätigt, dass Unterrichtsstörungen genderspezifisch unterschiedlich wahrgenommen werden, wobei Jungen deutlich häufiger als Verursacher identifiziert werden, während gleichzeitig die Selbstreflexionsfähigkeit der Schüler als gering eingeschätzt wird.
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