Examensarbeit, 2004
149 Seiten, Note: 1.3
1 VORWORT UND HINFÜHRUNG ZUM THEMA
2 QUELLENLAGE
3 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN
3.1 KÖRPERLICHE UND MOTORISCHE ENTWICKLUNG
3.2 WAHRNEHMUNGSENTWICKLUNG
3.3 KOGNITIVE ENTWICKLUNG
3.4 SPRACHE, SPRECHEN UND KOMMUNIKATION
3.5 GEDÄCHTNISENTWICKLUNG UND INTELLIGENZ
3.6 DIE ENTWICKLUNG DES SPIELVERHALTENS
3.7 SOZIALVERHALTEN UND EMOTIONALE ENTWICKLUNG
3.8 ENTWICKLUNG DER MOTIVATION
3.9 BEDEUTUNG DES SCHULEINTRITTS
3.10 DIE VERÄNDERTE KINDHEIT
3.11 ZUSAMMENFASSUNG
4 SCHULFÄHIGKEIT UND SCHULEINGANGSDIAGNOSTIK
4.1 SCHULREIFE-/SCHULFÄHIGKEITSTHEORIEN UND MODELLE
4.1.1 SCHULREIFE AUF BASIS DER REIFUNGSTHEORIE
4.1.2 SCHULFÄHIGKEIT AUF BASIS DER EIGENSCHAFTSTHEORIE
4.1.3 SCHULFÄHIGKEIT AUF BASIS DER LERNTHEORIE
4.1.4 SCHULFÄHIGKEIT UND SCHULBEREITSCHAFT
4.1.5 SCHULFÄHIGKEIT ALS ENTWICKLUNGSAUFGABE
4.1.6 SCHULREIFE AUS ÖKOSYSTEMISCHER SICHT
4.1.7 NEUERE THEORETISCHE ANSÄTZE
4.1.8 ZUSAMMENFASSUNG
4.2 SCHULEINGANGSDIAGNOSTIK
4.2.1 GRUNDLAGEN
4.2.2 HISTORISCHE VORLÄUFER
4.2.3 TRADITIONELLE VERFAHREN
4.2.4 NEUERE TESTVERFAHREN
4.2.5 SUBJEKTIVE VERFAHREN
4.2.6 ÜBERPRÜFUNG VON VORLÄUFERFÄHIGKEITEN
4.2.7 DIE SCHULÄRZTLICHE UNTERSUCHUNG
4.2.8 ZUSAMMENFASSUNG
5 VOM KINDERGARTEN ZUR GRUNDSCHULE: MÖGLICHKEITEN ZUR GESTALTUNG EINES ÜBERGANGS
5.1 DIE ROLLE DES KINDERGARTENS
5.1.1 AUFGABEN UND ZIELE
5.1.2 UMSETZUNG UND VORRAUSSETZUNGEN
5.1.3 PÄDAGOGISCHE KONZEPTE
5.2 ZUSAMMENARBEIT KINDERGARTEN - GRUNDSCHULE
5.3 DIE ROLLE DER SCHULE
5.3.1 ÜBERGANGSGESTALTUNG
5.3.2 AUFGABE DER DIAGNOSTIK
5.3.3 SCHULEINGANGSPHASE UND ANFANGSUNTERRICHT
5.3.4 DIE AKTUELLE SITUATION IN NRW: UMSETZUNG DER ‚NEUEN SCHULEINGANGSPHASE’
5.4 ZUSAMMENFASSUNG
6 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit analysiert den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule unter Berücksichtigung der Schulfähigkeitsdiagnostik. Ziel ist es, die Grundlagen und historischen Entwicklungen der Schulfähigkeit zu beleuchten, um Wege für eine kindgerechte und unterstützende Übergangsgestaltung aufzuzeigen, die über bloße Selektion hinausgeht.
3.1 Körperliche und motorische Entwicklung
Das Kind im Alter von etwa fünf Jahren durchläuft nach einer Zeit beschleunigten Wachstums eine ruhigere und ausgeglichene Wachstumsphase, die bis zur Pubertät anhält. Dabei sind Jungen zu dieser Zeit in der Regel größer als Mädchen. Die Knochen werden nun langsam fester und weniger flexibel. Der größte Anteil der Gewichtszunahme entfällt auf den Muskelaufbau, und auch auf das Knochenwachstum. Auch im Schulalter ändert sich an diesem langsamen, gleichmäßigen Wachstum nicht viel. Im Alter von ca. sechs Jahren beginnt das Durchbrechen der bleibenden Zähne.
Besonders deutlich fällt in dieser Zeit die Veränderung der Körperproportionen auf. Der Berliner Kinderarzt Wilfried Zeller führte hierzu die Begriffe Kleinkindform, Übergangsform und Schulkindform ein. (vgl. Nickel/Schmidt-Denter 1995, S. 41) Der im Verhältnis zum restlichen Körper überdurchschnittlich große Kopf des Kleinkindes wird vergleichsweise kleiner, die runden Körperformen verschwinden und Gelenke (besonders deutlich an der Schulter zu erkennen), treten stärker hervor. Der stark hervorstehende Bauch verschwindet und die Taille zeichnet sich deutlich ab. Arme und Beine werden im Vergleich länger. Insgesamt erscheint die Körperform eher länglich und schmal. Auch das Gesicht verändert sich, die „niedlichen“ Züge, vor allem durch die großen Augen und die eher gestauchte Gesichtsform (das so genannte Kindchenschema), treten in den Hintergrund und die individuellen Merkmale prägen sich aus. Dieser einzige Aspekt der körperlichen Entwicklung, der sich in dieser Phase stark verändert, wird auch als erster Gestaltwandel bezeichnet (vgl. Tücke 1999, S. 185) Diesen hat der Kinderarzt Wilfried Zeller in Fotografien dokumentiert. Die Bilder sind zwar nicht mehr zeitgemäß, auch weil der Gestaltwandel heute nicht mehr von großer Bedeutung ist, zu seiner Zeit war dies jedoch wichtiges Merkmal der Schulreife.
1 VORWORT UND HINFÜHRUNG ZUM THEMA: Einleitende Darstellung der Relevanz des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule vor dem Hintergrund internationaler Studien und aktueller Reformbestrebungen.
2 QUELLENLAGE: Überblick über die wesentliche Fachliteratur, insbesondere Standardwerke der Entwicklungspsychologie und spezielle Literatur zur Schulfähigkeit.
3 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN: Darstellung der kindlichen Entwicklung im Alter von vier bis sieben Jahren hinsichtlich physischer, kognitiver, emotionaler und sozialer Aspekte.
4 SCHULFÄHIGKEIT UND SCHULEINGANGSDIAGNOSTIK: Analyse der theoretischen Konzepte von Schulreife und Schulfähigkeit sowie Vorstellung historischer und moderner diagnostischer Verfahren.
5 VOM KINDERGARTEN ZUR GRUNDSCHULE: MÖGLICHKEITEN ZUR GESTALTUNG EINES ÜBERGANGS: Untersuchung der Rollen von Kindergarten und Schule, Möglichkeiten der Kooperation und Vorstellung der neuen Schuleingangsphase in NRW.
6 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG UND AUSBLICK: Kritische Zusammenfassung der Arbeit und Fazit zur aktuellen Schulentwicklung.
Schulfähigkeit, Schuleingangsdiagnostik, Übergang, Kindergarten, Grundschule, Entwicklung, Entwicklungspsychologie, Schulanfang, Schulerfolg, Förderung, Pädagogik, Lernmotivation, Kindheit, Schulreife, Sozialverhalten
Die Arbeit untersucht den komplexen Übergang von Kindern vom Kindergarten in die Grundschule und analysiert, wie dieser Prozess optimal gestaltet werden kann.
Die zentralen Felder umfassen die kindliche Entwicklungspsychologie, die theoretische Entwicklung des Schulfähigkeitsbegriffs sowie diagnostische Möglichkeiten und pädagogische Übergangsgestaltung.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schulfähigkeit heute verstanden wird – weg von der reinen Selektion hin zu einem ganzheitlichen, förderorientierten Ansatz.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und pädagogischer Fachquellen.
Der Hauptteil erörtert Grundlagen der kindlichen Entwicklung, verschiedene Theorien der Schulreife sowie moderne diagnostische Verfahren und die Rolle der Institutionen im Übergangsprozess.
Schulfähigkeit, Schuleingangsdiagnostik, Übergangsgestaltung und Kooperation zwischen den Institutionen sind die prägenden Begriffe.
Es bezeichnet eine körperliche Veränderung des Kindes in der Vorschulzeit, die historisch oft als wichtiges Indiz für die Schulreife herangezogen wurde.
Sie befürwortet die Tendenz zur Öffnung und Differenzierung, kritisiert jedoch die zu schnelle und finanzschwach geplante Umsetzung, die ohne ausreichende Vorlaufzeit erfolgt.
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