Bachelorarbeit, 2018
61 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffe
2.1. Distanzierung vom Begriff ‚Migrationshintergrund‘
2.2. Begriffseinführung: Menschen mit Migrations- geschichte
2.3. Begriffseinführung: Menschen mit Migrationserfahrung
2.4. Was die Begriffe Migrationsgeschichte und Migrationserfahrung leisten – und was nicht
2.5. Exkurs: Begriffseinführung: Menschen mit (Be)Hinderung
3. Von der Segregation zur Inklusion im deutschen Schulsystem
3.1. Segregation
3.2. Integration
3.3. Inklusion
3.3.1. Menschenrechtliche Begründungen für ein inklusives Schulsystem
3.3.2. Multiperspektivische Sichtweise auf Inklusion
4. Drei migrationspädagogische Konzepte
4.1. Die Ausländerpädagogik
4.2. Die Interkulturelle Bildung
4.3. Die Pädagogik der Vielfalt
5. Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem – eine Bestandsaufnahme
5.1. Offizielle Regelungen bezüglich der Beschulung von jungen Menschen mit Fluchterfahrung
5.2. Die (nicht vorhandene) Vorbereitung des Bildungssystems auf die ‚Flüchtlingskrise‘ 2015
5.3. Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz und seine Folgen für die Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung
5.4. Idealtypische Modelle bezüglich der Beschulung von ‚neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen‘
5.5. Die Praxis der Vorbereitungsklasse
5.5.1. Schulrechtliche Vorgaben für die Einrichtung von Vorbereitungsklassen
5.5.2. Die Anforderungen an Lehrpersonen der Vorbereitungsklassen
6. Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem – eine pädagogische und gesellschaftliche Einordnung
6.1. Wo ist die Praxis der Vorbereitungsklasse in der Entwicklung von Segregation zur Inklusion einzuordnen?
6.2. In welches migrationspädagogische Konzept ist die Praxis der Vorbereitungsklasse einzuordnen?
6.3. Erfolgt die Beschulung der Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung gemäß der Kinder- und Menschenrechte?
7. Perspektiven für einen angemessenen Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem
7.1. Die Bedürfnisse der geflüchteten Kinder und Jugendliche erfassen
7.2. Die Rolle von Lehrkräften und multiprofessionellen Teams verstehen
7.3. Allgemeine Heterogenität der Schüler_innenschaft anerkennen und ein Gesamtkonzept entwickeln
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das deutsche Schulsystem der Aufgabe gerecht wird, geflüchteten Kindern und Jugendlichen ihr Menschenrecht auf diskriminierungsfreie Bildung zu gewährleisten, und analysiert dabei kritisch die Praxis der Vorbereitungsklasse im Hinblick auf Inklusion.
3.1. Segregation
Während Segregation (Das große illustrierte Lexikon 1997, zit. nach Robeck 2012: 4) als „freiwillige oder erzwungene gesellschaftliche, oft auch räumliche Absonderung eines Personenkreises mit gleichen Merkmalen (rassische, religiöse u.a.) von der Gesellschaft beschrieben“ wird, kann sie nach Robeck auch ein „Ereignis sozialer Ungleichheit, d.h. ungleicher Chancen und Präferenzen einzelner Bevölkerungsgruppen“ (Robeck 2012:4) genannt werden.
Im Hinblick auf die Schule bedeutet Segregation ein Bemühen um das Erschaffen möglichst homogener Gruppen. Mit anderen Worten: Es sollen Lerngruppen zusammengestellt werden, die ein möglichst ähnliches Lernniveau haben (vgl. Bleckmann/Saldern/Wolfangel 2012: 8). Das bedeutet gleichzeitig, dass die Schüler_innen, die sich am oberen oder unteren Rand des Leistungsspektrums ihrer Lerngruppe befinden oder auf andere Art von der Norm abweichen, eine Belastung für die Lehrer_innen und den Rest der Klasse darstellen und demzufolge ausgegliedert werden sollen (vgl. Wocken 2010: 218). Dieses „Zusammenfassen der Gleichen und [...] Auseinandersortieren der Ungleichen“ (Robeck 2012: 5) findet sich in vielen administrativen Strukturen wieder und dominiert nach Robeck (2012: 5) in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Menschenrechte und das Recht auf Bildung ein und verdeutlicht die Zielsetzung der Arbeit, die Divergenz zwischen gelebtem separativen Modell und angestrebtem inklusiven Zustand zu beleuchten.
2. Begriffe: Dieses Kapitel distanziert sich von problematischen Begriffen wie ‚Migrationshintergrund‘ und führt präzisere Kategorisierungen für Menschen mit Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung ein.
3. Von der Segregation zur Inklusion im deutschen Schulsystem: Der Abschnitt erläutert die theoretischen Ansätze der Segregation, Integration und Inklusion und begründet, warum ein inklusives Schulsystem die einzig menschenrechtskonforme Konsequenz ist.
4. Drei migrationspädagogische Konzepte: Dieses Kapitel stellt die Ausländerpädagogik, Interkulturelle Bildung sowie die Pädagogik der Vielfalt vor und verknüpft diese mit den in Kapitel 3 dargelegten pädagogischen Ansätzen.
5. Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem – eine Bestandsaufnahme: Hier wird der Status quo der Beschulung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Praxis der Vorbereitungsklasse kritisch unter die Lupe genommen.
6. Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem – eine pädagogische und gesellschaftliche Einordnung: Die Praxis der Vorbereitungsklassen wird hier pädagogisch eingeordnet und auf ihre Konformität mit Kinder- und Menschenrechten geprüft.
7. Perspektiven für einen angemessenen Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im deutschen Schulsystem: Dieses Kapitel entwickelt konkrete Lösungsansätze, darunter eine bessere Bedarfsanalyse, multiprofessionelle Teamarbeit und die Anerkennung allgemeiner Heterogenität.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das deutsche Schulsystem in seiner derzeitigen Form der Segregation den Menschenrechten nicht gerecht wird und plädiert für einen grundlegenden inklusiven Kurswechsel.
Inklusion, Segregation, Integration, Fluchterfahrung, Menschenrechte, Vorbereitungsklasse, Migrationspädagogik, Bildungsgerechtigkeit, Diskriminierung, Heterogenität, Pädagogik der Vielfalt, Schulpflicht, Multiprofessionelle Teams, Beschulung, Recht auf Bildung
Die Arbeit untersucht kritisch, wie das deutsche Schulsystem geflüchtete Kinder und Jugendliche beschult und ob dieser Umgang den Menschen- und Kinderrechten entspricht.
Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretische Abgrenzung von Segregation, Integration und Inklusion, die Analyse der Praxis von Vorbereitungsklassen und die menschenrechtliche Legitimation inklusiver Bildung.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem aktuell gelebten, separativen Beschulungsmodell und dem erstrebten inklusiven Zustand aufzuzeigen und Perspektiven für eine Verringerung dieser Kluft zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Analyse bildungswissenschaftlicher Konzepte, rechtlicher Grundlagen (Konventionen) und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Schulpraxis basierend auf Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffs- und Konzeptdefinitionen, eine Analyse der aktuellen Beschulungssituation von Geflüchteten sowie eine pädagogische und menschenrechtliche Einordnung dieser Praxis.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Fluchterfahrung, Menschenrechte, Vorbereitungsklasse, Segregation und Pädagogik der Vielfalt.
Die Autorin kritisiert, dass Vorbereitungsklassen Kinder von ihren Mitschülern separieren, defizitorientiert arbeiten, oft auf einer "Notlösung" basieren und das Recht auf inklusive Bildung konterkarieren.
Multiprofessionelle Teams sind laut Arbeit zentral, um durch die Zusammenarbeit von Lehrkräften, Sozialpädagogen und Psychologen eine optimale, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete Lernumgebung zu schaffen.
Das Gesetz verschlechterte die Situation, da es den Pflichtaufenthalt in Erstaufnahmeeinrichtungen verlängerte, was zu Brüchen in der Bildungsbiografie führt und die Stabilität pädagogischer Beziehungen erschwert.
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