Fachbuch, 2019
127 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Die Beziehung zwischen Mensch und Tier
2.2 Die Effekte von Hunden im Schulkontext
3 Begriffsbestimmungen
3.1 Tiergestützte Interventionen
3.2 Begriffsbestimmungen des Schulhundes
4 Der Einsatz des Schulhundes
4.1 Voraussetzungen beim Hund
4.2 Voraussetzungen beim Pädagogen
4.3 Rahmenbedingungen in der Schule
5 Hundegestützte Pädagogik in Deutschland und Österreich
5.1 Bestandsaufnahme zum Schulhundeinsatz in Deutschland
5.2 Bestandsaufnahme zum Schulhundeinsatz in Österreich
6 Fragestellung
6.1 Ziel der Untersuchung
6.2 Methodische Vorüberlegungen
6.3 Untersuchungsdesign
7 Darstellung der Ergebnisse
7.1 Merkmale der Lehrkräfte
7.2 Merkmale der Schulhunde
7.3 Rahmenbedingungen des Schulhundeinsatzes
7.4 Konzeptverlauf des Schulhundeinsatzes
7.5 Einschätzung des Schulhundeeinsatzes
8 Interpretation der Ergebnisse
8.1 Merkmale der Lehrkräfte
8.2 Merkmale der Schulhunde
8.3 Rahmenbedingungen des Schulhundeinsatzes
8.4 Konzeptverlauf des Schulhundeeinsatzes
8.5 Einschätzung des Schulhundeinsatzes
9 Resümee und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für den Einsatz von Schulhunden als Co-Pädagogen in Deutschland und Österreich, um einen gelungenen hundepädagogischen Einsatz zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Praxis zu ermitteln und zu überprüfen, ob die in der Literatur beschriebenen positiven Effekte im Schulalltag repliziert werden können.
Die Biophilie Hypothese
Der Verhaltens–und Sozialbiologe Edward O. Wilson geht in seiner Biophilie-Hypothese von 1984 von einer vom Menschen evolutionär bedingten Verbundenheit zur Natur aus. Sie sorgt dafür, dass insbesondere in Zeiten der Industrialisierung und der Massenmedien, Begegnungen mit Tieren eine positive Wirkung erzielen und sogar die Gesundheit beeinflussen können (Agsten, 2009). Wilson weist jedoch darauf hin, dass es sich „nicht um einen einfachen Instinkt, sondern um ein komplexes Regelwerk, welches das Verhalten, die Gefühle, aber auch die geistigen Fähigkeiten, die Ästhetik und sogar die spirituelle Entwicklung des Menschen betrifft“ (Wilson, 1984, zit. nach Vernooij & Schneider, 2013, S.4). Durch diese Affinität für die belebte und unbelebte Natur werde sich der Mensch „nach wie vor der archetypischen Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten gewahr“ (Olbrich, 2003, S. 185). Er argumentiert weiter, dass Tiere nicht auf bio-chemische Weise auf unseren Organismus wirken, sondern vielmehr das Beziehungsgeflecht zwischen einem Menschen und der unmittelbaren belebten Natur bestärken. Nach Olbrich bewirken sie „psychisch also gleichsam innerhalb der Person, eine Verbundenheit zwischen bewussten und unbewussten, zwischen kognitiven und emotionalen, zwischen implizit-erfahrungsbegleiteten und explizit-kontrollierenden Prozessen verbessert wird“ (2003, S. 69).
Die Beschäftigung mit einem Tier kann dazu beitragen, einen Ausgleich zwischen dem in unserem Zeitalter überbetonten Denken und Nutzen von Intelligenz und den Bindungen und Emotionen zu schaffen (Beetz, 2003). Die Biophilie gibt außerdem eine Erklärungsmöglichkeit für das Phänomen, dass Menschen durch die Anwesenheit ruhiger Tiere sich selbst entspannen können und sicher fühlen (Beetz, 2013). Dieser Effekt der Biophilie (Julius et al., 2014) könnte darauf zurückzuführen sein, dass Tiere für Menschen entweder als Quelle für Sicherheit oder Gefahr in ihrer Umwelt galten. Das auf Biophilie grundlegende Gefühl von Sicherheit, Ruhe und körperlicher Entspannung durch die Anwesenheit von Tieren bietet die Basis für die Entwicklung von Verbundenheit zwischen Mensch und Tier (ebd.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Präsenz von Schulhunden, thematisiert die aktuelle Forschungslage sowie die Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung der Einsatzvoraussetzungen in Deutschland und Österreich.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Mensch-Tier-Beziehung anhand der Biophilie-Hypothese und der Bindungstheorie und analysiert aktuelle Studien zu den Wirkmechanismen von Hunden im schulischen und therapeutischen Kontext.
3 Begriffsbestimmungen: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie tiergestützte Interventionen, Therapie und Pädagogik sowie die Unterscheidung zwischen Präsenz- und Schulbesuchshund definiert und voneinander abgegrenzt.
4 Der Einsatz des Schulhundes: Das Kapitel beschreibt essenzielle Voraussetzungen bezüglich der Eignung des Hundes, der Qualifikation der Lehrkraft sowie notwendige räumliche und rechtliche Rahmenbedingungen für den Schulbetrieb.
5 Hundegestützte Pädagogik in Deutschland und Österreich: Es folgt eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklung und Professionalisierung des Schulhundeinsatzes in den beiden Vergleichsländern sowie ein Einblick in die regulatorischen Gegebenheiten.
6 Fragestellung: In diesem Kapitel werden das Ziel der Untersuchung, die methodischen Vorüberlegungen zur explorativen Studie mittels Fragebogen sowie das Untersuchungsdesign detailliert dargelegt.
7 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten aus der Umfrage, strukturiert nach den Merkmalen von Lehrkräften, Schulhunden, Rahmenbedingungen, dem Einsatzverlauf sowie der Einschätzung der Lehrkräfte.
8 Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden hier kritisch analysiert, mit existierender Fachliteratur verknüpft und hinsichtlich der zentralen Forschungsfragen interpretiert.
9 Resümee und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, bewertet das Potenzial der hundegestützten Pädagogik und gibt Empfehlungen für die zukünftige Forschung und Professionalisierung.
Schulhund, Präsenzhund, hundegestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Biophilie, Bindungstheorie, Tiergestützte Interventionen, Rahmenbedingungen, Schulhundausbildung, Unterrichtsqualität, Sozialverhalten, Lernklima, Inklusion, Deutschland, Österreich.
Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen und die aktuelle Praxis für den Einsatz von Schulhunden im schulischen Kontext in Deutschland und Österreich, um einen professionellen und artgerechten Einsatz zu fördern.
Die Arbeit deckt den theoretischen Hintergrund der Mensch-Tier-Beziehung, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die praktischen Anforderungen an Mensch-Hund-Teams und deren Ausbildung ab.
Die Autorin möchte herausfinden, welche Rahmenbedingungen einen artgerechten Schulhundeinsatz ermöglichen, wie sich die Praxis in Deutschland und Österreich unterscheidet und ob die in der Literatur beschriebenen positiven Effekte durch ihre Untersuchung repliziert werden können.
Es handelt sich um eine explorative Studie, bei der mittels eines halbstrukturierten Online-Fragebogens quantitative und qualitative Daten von Lehrkräften mit Schulhund erhoben und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Grundlagenteil, eine Bestandsaufnahme zur Situation in den beiden Ländern, die methodische Herleitung der Untersuchung sowie eine umfassende Darstellung und Interpretation der Umfrageergebnisse.
Neben einer engen Bindung zum Hundeführer sollte der Hund ein freundliches, ruhiges Wesen, eine hohe Stresstoleranz, gute soziale Verträglichkeit und einen soliden Grundgehorsam aufweisen.
Ja, Österreich ist Deutschland im Hinblick auf Standardisierung und klare Richtlinien (z.B. BMBF-Leitfaden, verpflichtende Zertifizierungen durch das Messerli Forschungsinstitut) deutlich voraus, während in Deutschland die Regelungen stark von den jeweiligen Bundesländern abhängen.
Die Studie bestätigt, dass der Einsatz eines Schulhundes das soziale Klima positiv beeinflusst, die Empathiefähigkeit der Schüler fördert, Aggressionen mindert und die Lernfreude steigert.
Die häufigsten Hindernisse sind Allergien bei Schülern, mangelnde räumliche Kapazitäten, hohe Anforderungen an die Klassengröße sowie unklare oder variierende Genehmigungsverfahren.
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