Fachbuch, 2020
61 Seiten
1 Einleitung
2 Was versteht man unter Lernen?
3 Wie lernen wir?
3.1 Neurobiologische Grundlagen
3.2 Lerntheorien
3.3 Was brauchen Kinder zum Lernen?
4 Schule als optimaler Lernort?
4.1 Wie wird in der Schule gelernt?
4.2 Alternative Erziehungskonzepte
5 Schule muss bewegt sein
5.1 Entstehung der Bewegten Schule
5.2 Begründungsmuster
6 Strukturmerkmale einer Bewegten Schule
6.1 Dynamisches Sitzen und Bewegter Unterricht
6.2 Bewegungspausen und Entspannung
6.3 Bewegter Schultag und Bewegte Pause
6.4 Bedeutung des Sportunterrichts
6.5 Zusätzliche Gesundheitsförderung
6.6 Arbeit mit Kooperationspartnern
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Lernen und körperlicher Aktivität bei Kindern. Ziel ist es, das Konzept der „Bewegten Schule“ als pädagogische Antwort auf den Bewegungsmangel und die damit verbundenen Lernschwierigkeiten im heutigen Schulalltag zu analysieren und dessen Bedeutung für eine ganzheitliche Bildung darzulegen.
3.1 Neurobiologische Grundlagen
In den Neurowissenschaften befassen sich Forscher mit den biologischen und physiologischen Strukturen und Prozessen, die dem Lernen zugrunde liegen. Im Zentrum der Beobachtung steht das zentrale Nervensystem, welches aus Gehirn und Rückenmark besteht und sich aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) zusammensetzt. Unter dem Begriff des peripheren Nervensystems werden die ca. 25 Millionen Nervenzellen und deren Fortsätze außerhalb von Gehirn und Rückenmark zusammengefasst. Mit dieser unglaublichen Menge an Verbindungen stellt das menschliche Gehirn damit die komplexeste bekannte Struktur in unserem Universum dar (vgl. Edelmann & Wittmann, 2012, S. 18). Demnach ist nicht eine einzelne Nervenzelle von Bedeutung, sondern das durch sogenannte Synapsen verbundene Kollektiv. Die einzelnen Neuronen bestehen aus einem Zellkörper, von dem Nervenfortsätze ausgehen. Dabei wird unterschieden zwischen Neuriten, welche die Nervenzelle mit anderen Zellen verbinden und Dendriten, die als Andockstellen für die Synapsen anderer Zellen fungieren.
Die Dendriten empfangen Informationen von den Rezeptoren der Sinnesorgane in Form von elektrischen Signalen, welche durch die Neuriten bis an das Ende eines Axons, den synaptischen Spalt, transportiert werden. Dort sorgen Übertragungssubstanzen (Transmitter) dafür, dass sich das elektrische Potential auf umliegende Zellen überträgt und die Informationen weitergeleitet werden können. Der Informationsfluss wird durch wiederholtes Auftreten elektro-chemischer Signale verbessert, wobei neuronale Bahnen etabliert werden. So bilden das Zusammenspiel untereinander und die Fähigkeit der Synapsen, sich zu verändern, die Grundlagen für Lernen und Gedächtnis, denn letztlich werden Gedächtnisinhalte dadurch gespeichert, dass die synaptische Datenübertragung zwischen einzelnen Neuronen und ganzen neuronalen Netzen effektiver wird (vgl. ebd.). Diese Fähigkeit des Zentralnervensystems, ständig neue Verbindungen zu schaffen und alte Verbindungen neu zu strukturieren und sich so immer wieder neu den Erfordernissen anzupassen, nennt man neuronale Plastizität.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und leitet zur Fragestellung über, wie das Konzept der Bewegten Schule als Gegenmaßnahme fungieren kann.
2 Was versteht man unter Lernen?: Dieses Kapitel definiert Lernen als interaktiven, erfahrungsbasierten Prozess und grenzt diesen von kurzfristigen Zustandsveränderungen ab.
3 Wie lernen wir?: Hier werden die neurobiologischen Grundlagen, verschiedene Lerntheorien sowie die spezifischen Lernbedürfnisse von Kindern beleuchtet.
4 Schule als optimaler Lernort?: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der heutigen Schulpraxis unter Einbeziehung reformpädagogischer Konzepte.
5 Schule muss bewegt sein: Dieses Kapitel liefert die Herleitung und die unterschiedlichen Begründungsmuster – entwicklungs-, lerntheoretisch sowie medizinisch – für das Konzept der Bewegten Schule.
6 Strukturmerkmale einer Bewegten Schule: Hier werden konkrete Methoden wie dynamisches Sitzen, Bewegungspausen und die Zusammenarbeit mit Partnern als Teil einer neuen Schulkultur dargestellt.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bewegung ein unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung ist und fordert den Abschied von überholten starren Lernstrukturen.
Bewegte Schule, Bewegungsmangel, Neurobiologie, Lernen, kognitive Entwicklung, körperliche Aktivität, Schulkultur, Unterrichtsgestaltung, motorische Fähigkeiten, Gesundheitsförderung, Reformpädagogik, neuronale Plastizität.
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit, Bewegung als zentrales Element in den Schulalltag zu integrieren, um die Lernbedingungen und die Gesundheit von Kindern zu optimieren.
Zentrale Themen sind die neurobiologischen Grundlagen des Lernens, die historische Entwicklung der Schule, alternative Erziehungskonzepte sowie die praktischen Strukturmerkmale der Bewegten Schule.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die „Bewegte Schule“ zu besseren Lernergebnissen führt und wie sie einen ganzheitlichen Bildungsprozess unterstützt.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Grundlagen aus der Neurobiologie, Lernpsychologie und Pädagogik zusammenführt, um das Konzept der Bewegten Schule zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Lernen, Lerntheorien, Begründungsmuster) und die praktische Umsetzung (Methoden der Bewegten Schule, Kooperationen).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bewegungsmangel, kognitive Leistungsfähigkeit, neuronale Plastizität und Schulkultur geprägt.
Bewegung fördert die Durchblutung und die Ausschüttung von Neurotransmittern, was die Aufmerksamkeit erhöht und Stress abbaut, wodurch die Gedächtnisleistung unterstützt wird.
Konzepte von Reformpädagogen wie Rousseau, Pestalozzi und Montessori dienen als historische Vorbilder für das Verständnis der Kindheit und eines kindzentrierten Lernens.
Sie fungieren als wichtige externe Kooperationspartner, die durch Projekte und Expertise die gesundheitsfördernden und sportlichen Angebote der Schule ergänzen.
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