Fachbuch, 2020
54 Seiten
1 Einleitung
2 Die Grundschule als Lebens- und Lernort
3 Theoretische Einführung
3.1 Begriffsdefinition von Gender
3.2 Status quo der Geschlechterforschung
3.3 Gender-Stereotypisierung
3.4 Doing Gender
3.5 Gender Mainstreaming
3.6 Gendersensibler Unterricht
4 Geschlechterunterschiede in der Grundschule
4.1 Historische Perspektive
4.2 Studienergebnisse
4.3 Erklärungsansätze der Befunde
4.4 Relevanz der Thematik für die Grundschule
5 Umsetzung einer gendersensiblen Pädagogik im Unterricht der Grundschule – eine Übersicht über ausgewählte Handlungsfelder und Aspekte
5.1 Toleranz der Vielfalt
5.1.1 Medienauswahl
5.1.2 Sprachsensibilität
5.1.3 Didaktisch-methodische Vielfalt
5.1.4 Lernsetting und Lernumgebung
5.2 Professionalität der Lehrkräfte im Umgang mit der Gender-Problematik
5.2.1 Offenheit
5.2.2 Selbstreflexion
5.2.3 Differenzfähigkeit
6 Fazit
7 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung einer gendersensiblen Pädagogik in der Grundschule, um Chancengleichheit für alle Kinder unabhängig von tradierten Geschlechterrollen zu fördern. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten und Strategien aufzuzeigen, wie Grundschulen als Entwicklungsaufgabe des 21. Jahrhunderts gestaltet werden können, um eine freie Entfaltung fernab von Geschlechternormen zu ermöglichen.
3.6 Gendersensibler Unterricht
Gendersensibel bedeutet im Rahmen dieser Arbeit weniger „sensibel für genderbezogene Bedürfnisse“ (Glockentöger/Adelt, 2017, 18), sondern eher „sensibel gegen unnötig erzeugte genderbezogene Festlegungen“ (ebd.). Demnach kann Gendersensibilität als „Beachtung stereotyper Rollenerwartungen zur Vermeidung von Benachteiligung“ (ebd., 113) beschrieben werden.
Leitziel des gendersensiblen Unterrichts stellt der Verzicht auf Gender als Konstrukt dar, damit den Individuen Entfaltungsmöglichkeiten ohne einschränkende und normierende Vorgaben eröffnet werden können. Im Fokus steht das Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit verknüpft mit der Chance einer individuellen Entfaltung fernab von geschlechtsspezifischen Reduzierungen (vgl. Glagow-Schicha, 2005, 228). Eine gendersensible Didaktik „benötigt […] eine Haltung, die tradierte patriarchale Wahrnehmungsmuster, Werthaltungen und Vorgehensweisen in Frage stellt und in Folge vorherrschende Geschlechterrollen verändern will“ (ebd., 230). Dies schließt folglich auch Gender-Stereotypisierungen mit ein, die abgebaut werden müssen, um den Weg zu einem geschlechtersensiblen Unterricht, der für Chancengleichheit steht, zu ebnen (vgl. Stadler-Altmann, 2013, 12).
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit von Gendersensibilität in der Grundschule, um individuelle Zukunfts chancen unabhängig von tradierten Rollenbildern zu ermöglichen.
2 Die Grundschule als Lebens- und Lernort: Dieses Kapitel beschreibt die Grundschule als zentralen Sozialisationsort und thematisiert die Herausforderungen durch das vorherrschende Bild von Lehrpersonen als primär weiblich.
3 Theoretische Einführung: Hier werden zentrale Begriffe wie Gender, Gender-Stereotypisierung, Doing Gender und Gender Mainstreaming erläutert, um ein fundiertes theoretisches Fundament zu schaffen.
4 Geschlechterunterschiede in der Grundschule: Das Kapitel analysiert historische Aspekte sowie aktuelle Studienergebnisse zu Leistungsunterschieden und Sozialverhalten und beleuchtet deren Ursachen.
5 Umsetzung einer gendersensiblen Pädagogik im Unterricht der Grundschule – eine Übersicht über ausgewählte Handlungsfelder und Aspekte: Dieses Hauptkapitel bietet praktische Handlungsanweisungen für Lehrkräfte in Bereichen wie Medienwahl, Sprache, Methodik und Raumgestaltung sowie zur professionellen Selbstreflexion.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gendersensible Lehre unabdingbar ist und Lehrkräfte durch ihre professionelle Haltung maßgeblich zur Förderung individueller Potenziale beitragen.
7 Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit, Genderkompetenz nachhaltig in der Lehramtsausbildung zu verankern und Eltern stärker in den Prozess einzubeziehen.
Gendersensibilität, Grundschule, Chancengleichheit, Geschlechterrollen, Doing Gender, Gender Mainstreaming, Geschlechterforschung, Pädagogik, Lehrkräfte, Selbstreflexion, Diversität, Stereotype, Unterrichtsentwicklung, Sozialisation, Geschlechtergerechtigkeit
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit einer gendersensiblen Pädagogik an Grundschulen, um Kindern eine entfaltungsorientierte Bildung ohne geschlechtsbezogene Einschränkungen zu bieten.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs, der aktuelle Forschungsstand zu Geschlechterunterschieden in der Primarstufe sowie konkrete Strategien zur Umsetzung im Unterricht.
Ziel ist es, Methoden und Strategien zu identifizieren, mit denen Lehrkräfte im Grundschulalltag Gender-Stereotype abbauen und Chancengleichheit nachhaltig fördern können.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Dokumentenanalyse aktueller wissenschaftlicher Quellen, Studien und der Leitlinien der Kultusministerkonferenz.
Im Hauptteil werden neben der historischen Perspektive und empirischen Studien vor allem Handlungsfelder für Lehrkräfte wie Medienauswahl, Sprachsensibilität, methodische Vielfalt und professionelle Selbstreflexion erörtert.
Wichtige Begriffe sind Gendersensibilität, Chancengleichheit, Doing Gender, Geschlechterstereotypisierung und Professionalität der Lehrkräfte.
Es verdeutlicht, dass Geschlechterrollen aktiv im sozialen Alltag hergestellt werden und Kinder durch Interaktionen mit Erwachsenen oder Materialien stark beeinflusst werden, weshalb eine bewusste Gestaltung dieser Prozesse essenziell ist.
Die Selbstreflexion ist entscheidend, da Lehrkräfte ihre oft unbewussten stereotypen Vorstellungen hinterfragen müssen, um nicht ungewollt Rollenbilder durch ihr Handeln oder ihre Sprachwahl zu verfestigen.
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