Bachelorarbeit, 2016
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Frage- und Zielstellung
1.2 Hypothesen
1.3 Herangehensweise
2 Vorwort
3 Das Gehirn
3.1 Aufbau: Kurzüberblick lernrelevanter Gehirnregionen
3.2 Das neuronale Netzwerk
3.3 Wie das Gehirn lernt
3.4 Neuroplastizität
4 Intelligenz
5 Gehirngerecht Lernen
5.1 Begriffsbestimmungen
5.1.1 Neurowissenschaft
5.1.2 Didaktik
5.1.3 Neurodidaktik
5.1.4 Neuropädagogik
5.2 Ausgewählte ExpertInnen-Theorien
5.2.1 Brand, Matthias und Markowitsch, Lukas
5.2.2 Caine, Renate und Geoffrey
5.2.3 Hattie, John
5.2.4 Herrmann, Ullrich
5.2.5 Roth, Gerhard
5.2.6 Spitzer, Manfred
5.2.7 Stern, Elsbeth
5.3 Sonstige lernrelevante wissenschaftliche Erkenntnisse
5.3.1 Bedeutung des Schlafes für das Gedächtnis
5.3.2 Verstärkung von Gedächtnisinhalten im Schlaf durch „Reminder“
5.3.3 Einnahme von Schlafmitteln zur Erhöhung der Gedächtnisleistung
5.3.4 Steigerung der Gehirnleistung durch Sport
5.3.5 Studie: „Playing Counter-Strike versus Running”
5.4 Anwendungsbeispiele und Erfahrungsberichte
5.4.1 OECD-Projekt
5.4.2 LehrerInnen-Ausbildung
5.4.3 Ron Clark Academy
5.4.4 formatio Privatschule
6 Bildungsziele und Grundsätze laut Rahmenlehrplan
7 Kritische Betrachtung verschiedener Unterrichtstechniken und -methoden
7.1 Offener Unterricht
7.2 Selbstgesteuertes Lernen
7.3 Programmierter Unterricht
7.4 Lernen durch Lehren
7.5 Lerntypen
7.6 Teamteaching
7.7 Fächerübergreifender Gesamtunterricht
7.8 Handlungsorientiertes Lernen
7.9 Lernen unter Selbstkontrolle
7.10 Anwendung an Berufsschulen
8 Alte pädagogische Weisheiten auf dem Prüfstand
8.1 Übung macht den Meister
8.2 Mädchen sind eher sprachbegabt, Burschen eher mathematisch
8.3 Das Gehirn braucht Pausen
8.4 Ein voller Bauch studiert nicht gerne
8.5 Ähnliches nicht nacheinander lernen
8.6 Lehrkräfte müssen Spaß an ihrem Beruf haben
9 Gehirngerecht unterrichten an der Berufsschule
9.1 Die/der „typische“ Berufsschülerin bzw. -schüler
9.2 Probleme
9.3 Chancen
10 Neuroethik
11 Zusammenfassung
12 Conclusio
12.1 Bestätigung der Hypothesen
12.2 Beantwortung der Forschungsfrage
12.3 Wünschenswerte Eingangsvoraussetzungen
12.4 Gehirngerechtes für den Schulalltag
12.5 Beispiel einer 100-minütigen Unterrichtseinheit
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, welche Erkenntnisse aus der Gehirnforschung als wissenschaftlich gesichert gelten und wie diese effektiv in den Unterricht an lehrgangsmäßig geführten Berufsschulen integriert werden können, um das Lernen nachhaltig zu fördern.
3.3 Wie das Gehirn lernt
Die Entwicklung eines Gehirns dauert bis über das 20. Lebensjahr hinaus, manche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass sie erst mit 25 Jahren abgeschlossen ist. Der Stirnlappen reift zuletzt aus. Die Hauptfunktion des Stirnlappens ist – wie schon unter Kapitel 3.1 dargelegt – das Beurteilen, die Erkenntnis und die Regungskontrolle. Im schulischen Kontext sind Erstere für das Lernen wichtig, Letzteres in Hinblick auf das Verhalten in der Schule (vgl. Society for Neuroscience, 2005, S. 14).
Unter „deklarativem Gedächtnis“ versteht man die Fähigkeit zu lernen und sich bewusst an alltägliche Tatsachen und Ereignisse zu erinnern. Werden neue Erfahrungen gesammelt, wird die Information zunächst in einer Übergangsform des deklarativen Gedächtnisses, dem sogenannten „Arbeitsgedächtnis“, gespeichert. Das „semantische Gedächtnis“ ist jener Teil des deklarativen Gedächtnisses, das allgemeine Fakten und Einzelheiten beinhaltet. Das Erinnern an ganz spezielle persönliche Erfahrungen, die an einem bestimmten Ort zu einer ganz bestimmten Zeit gemacht wurden, wird „episodisches Gedächtnis“ genannt (vgl. Society for Neuroscience 2005, S. 22). Die einzelnen „Gedächtnisse“ bilden eine Funktionseinheit, sie unterstützen sich gegenseitig (vgl. Herrmann, 2009b, S. 14).
Wenn man eine Fähigkeit erlernt, so kann man sie schrittweise immer besser – allgemein bekannt als Üben. Dieser Vorgang geht relativ langsam vor sich. Je öfter miteinander verknüpfte Neuronen aktiviert, also benützt werden, desto stärker wird die Verbindung zwischen den Neuronen, es entstehen neue Netzwerke. Je öfter in Folge diese neuen Netzwerke „angesprochen“ werden, desto leichter wird es, diese zu aktivieren (vgl. Schipek, o. J., S. 2).
1 Einleitung: Die Arbeit setzt sich mit der Implementierung gehirngerechter Erkenntnisse in den Schulalltag auseinander und beleuchtet die Möglichkeiten der didaktischen Verbesserung an Berufsschulen.
3 Das Gehirn: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns, insbesondere im Kontext von neuronalen Netzwerken und der Neuroplastizität.
4 Intelligenz: Hier werden Definitionen und Theorien der Intelligenz diskutiert sowie deren Verhältnis zu Wissen und Bildung im schulischen Kontext betrachtet.
5 Gehirngerecht Lernen: Eine Zusammenstellung wichtiger Theorien führender Experten sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie Schlaf und Sport, zur Optimierung von Lernprozessen.
6 Bildungsziele und Grundsätze laut Rahmenlehrplan: Untersuchung der Anforderungen aktueller Lehrpläne und der Herausforderung, diese mit gehirngerechten Ansätzen in Einklang zu bringen.
7 Kritische Betrachtung verschiedener Unterrichtstechniken und -methoden: Eine kritische Analyse gängiger Methoden wie Offener Unterricht, Teamteaching und Lernen durch Lehren hinsichtlich ihrer Praktikabilität in Berufsschulen.
8 Alte pädagogische Weisheiten auf dem Prüfstand: Überprüfung traditioneller Lehrmeinungen durch den Filter moderner neurowissenschaftlicher Erkenntnisse.
9 Gehirngerecht unterrichten an der Berufsschule: Spezifische Analyse der Herausforderungen und Chancen in der Arbeit mit dem typischen Berufsschulklientel.
10 Neuroethik: Eine kurze Reflexion über ethische Fragestellungen bei der Anwendung neurowissenschaftlicher Methoden zur Leistungssteigerung.
11 Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der gesamten Bachelorarbeit.
12 Conclusio: Abschließende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der Hypothesen sowie ein praxisorientierter Unterrichtsentwurf.
Gehirngerechtes Lernen, Neurodidaktik, Berufsschule, Unterrichtsmethoden, Lernpsychologie, Gedächtnisbildung, Hirnforschung, Lehrplan, Handlungsorientiertes Lernen, Pädagogik, Lernoptimierung, Neurowissenschaft, Motivation, Kompetenzorientierung, Unterrichtsvorbereitung
Die Arbeit untersucht, inwieweit Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung zur Verbesserung von Unterrichtsprozessen an Berufsschulen beitragen können, ohne den Alltag durch zu hohen Mehraufwand zu belasten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Funktionsweise des Gehirns beim Lernen, die kritische Evaluation gängiger Unterrichtsmethoden sowie die Anwendung von Expertentheorien auf die spezifische Situation in Berufsschulen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche neurobiologischen Erkenntnisse untermauern oder widerlegen die Sinnhaftigkeit häufig eingesetzter Lehrmethoden an Berufsschulen und wie können diese Erkenntnisse praktikabel integriert werden?
Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Herangehensweise, bei der durch eine intensive Literaturrecherche neurobiologische Befunde mit didaktischen Theorien gegenübergestellt und kritisch analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Gehirns und der Intelligenz, Expertentheorien, eine Analyse verschiedener Lehrmethoden sowie die Evaluation pädagogischer Weisheiten aus neurowissenschaftlicher Sicht.
Wichtige Begriffe sind Gehirngerechtes Lernen, Neurodidaktik, Berufsschulpraxis, Lernpsychologie und Kompetenzorientierung.
Berufsschulen sind durch eine sehr begrenzte Zeitspanne der Lehre und eine hohe Heterogenität in den Klassen geprägt, weshalb eine effiziente und methodisch begründete Unterrichtsgestaltung von besonderer Bedeutung ist.
Es demonstriert praktisch, wie theoretische Erkenntnisse – wie etwa Pausen zur Gedächtniskonsolidierung oder Priming – konkret in einen Unterrichtsentwurf für "Angewandte Wirtschaftslehre" integriert werden können.
Die Autorin betont, dass "Spaß" allein keine Lernprozesse garantiert. Wahre Motivation entsteht vielmehr durch die fachliche Begeisterung der Lehrkraft und die Erfahrung des Lernenden, komplexe Inhalte durch eigene Anstrengung erfolgreich meistern zu können.
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