Fachbuch, 2020
94 Seiten
1 Einleitung
2 Terminologische Einführung
2.1 Statistische Rahmendaten (Stand 2017)
2.2 Gründe für Migration
3 Deutschland – Eine Migrationsgesellschaft
3.1 Migration und Bildung
4 Die psychologische Situation von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen
4.1 Akkulturation – Strategien, Modelle und Ergebnisse
4.2 Akkulturation von Flüchtlingen
4.3 Akkulturation und Schule
5 Migration im bildungswissenschaftlichen Diskurs
5.1 Interkulturalität als status quo?!
5.2 Transkulturalität (Welsch 1995)
5.3 Migrationspädagogik nach Paul Mecheril (2015)
6 Internationale Förderklassen
6.1 Historische Entwicklung
6.2 Vorbereitungsklassen heute
6.3 Kritik an der Organisationsform
7 Eine Fallstudie – Internationale Förderklassen in ihrer praktischen Umsetzung
7.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring (2010)
7.2 Analyse auf der Grundlage deduktiv gebildeter Kategorien
7.3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit
8 Einordnung in den Gesamtzusammenhang und Abschlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie die Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher im deutschen Schulwesen bestmöglich gelingen kann, wobei der Fokus auf der praktischen Umsetzung von Internationalen Förderklassen als Organisationsform liegt.
3.1 Migration und Bildung
Bildung befähigt ein Individuum zur Einflussnahme und somit zum Handeln und Urteilen innerhalb einer Gesellschaft, die sich durch kulturelle, politische und ethische Anfragen, Anliegen und Ansprachen kennzeichnet (vgl. Mecheril, 2015:44). In Bezug auf Migration bedeutet Bildung die Verknüpfung sprachlicher Kompetenzen mit der weiteren strukturellen Integration, welche die Eingliederung in Schule und Arbeitsmarkt darstellt (vgl. Esser, 2006:284). In Deutschland ist allgemeine und somit auch sprachliche Bildung an Institutionen gebunden und das Bildungssystem ist die entsprechende Vermittlungsinstanz. Dies bedingt, dass das Bildungssystem bedeutend für die gesellschaftliche Allokation aller in einem Staat lebenden Individuen ist und zugleich verantwortlich für die Zuweisung sozialer Chancen. Schule ist somit die entscheidende Zuweisungs- und Vermittlungsinstanz innerhalb der Gesellschaft (vgl. Hamburger, 2005:17).
Wie bereits faktisch verdeutlicht wurde, herrscht innerhalb dieser eine durch Migrationsprozesse bedingte Vielfalt an Lebensformen, welche Phänomene der Pluralisierung mit sich bringen. In der Art und Weise, wie Bildungsinstitutionen mit der Herausforderung der Pluralität umgehen, sowie in der Bearbeitung von Differenz und Heterogenität, haben sich neue pädagogische Handlungsfelder entwickelt. Themen wie Multikulturalität, Transkulturalität, sowie die Annahme, dass kulturelle Vielfalt und Differenz faktisch vorhanden sind und als Ressource genutzt werden können und müssen, beschäftigen die aktuellen Bildungsdiskurse (vgl. Mecheril, 2015:25). Lange Zeit wurden diese Phänomene von den Bildungsinstitutionen ignoriert, denn diese Institutionen werden häufig erst dann tätig, wenn deren pädagogische Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg führen oder dies befürchtet wird (vgl. Mecheril (2015), Leiprecht/Steinbach (2017), Hamburger (2005)). Als pädagogische Konsequenz wurde demnach versucht, diese Vielfalt durch verschiedenste Differenzierungsmaßnahmen zu reduzieren (vgl. Merz-Atalik, 2016:159). Denn Differenz und Heterogenität wurden lange Zeit als „Störung“ wahrgenommen, die den „Normalfall“ einer homogenen Schülerschaft beeinträchtigen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Migration in Deutschland und definiert das Ziel der Arbeit, die schulpolitische Herausforderung der Integration neu zugewanderter Kinder zu untersuchen.
2 Terminologische Einführung: Dieses Kapitel klärt die fachliche Terminologie rund um die Themen Migration, Flucht und die differenzierten Bezeichnungen für die betroffenen Personengruppen.
3 Deutschland – Eine Migrationsgesellschaft: Hier wird Deutschland historisch und aktuell als Migrationsgesellschaft markiert und der Zusammenhang zwischen Migration und dem Bildungssystem erörtert.
4 Die psychologische Situation von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel erläutert den Akkulturationsprozess und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen und Belastungssituationen der betroffenen Kinder und Jugendlichen im Schulkontext.
5 Migration im bildungswissenschaftlichen Diskurs: Die verschiedenen bildungswissenschaftlichen Perspektiven wie Interkulturalität, Transkulturalität und Migrationspädagogik werden in diesem Abschnitt theoretisch aufgearbeitet.
6 Internationale Förderklassen: Hier erfolgt eine historische Einordnung der Vorbereitungsklassen sowie eine Darstellung der aktuellen Organisationsformen und der Kritik an diesen separierenden Strukturen.
7 Eine Fallstudie – Internationale Förderklassen in ihrer praktischen Umsetzung: Auf Basis von Experteninterviews mit Lehrkräften wird die praktische Umsetzung der Förderklassen untersucht, kategorisiert und kritisch evaluiert.
8 Einordnung in den Gesamtzusammenhang und Abschlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen, diskutiert den aktuellen Handlungsbedarf und gibt einen Ausblick auf notwendige strukturelle Verbesserungen.
Migration, Integration, Bildungssystem, Internationale Förderklassen, Akkulturation, Schulerfolg, Sprachförderung, Heterogenität, Migrationspädagogik, Vorbereitungsklasse, DaZ, Sprachkompetenz, Schulpflicht, Fallstudie, Bildungsgerechtigkeit
Die Arbeit befasst sich mit der Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher in das deutsche Schulsystem und analysiert dabei kritisch die Rolle und Umsetzung von Internationalen Förderklassen.
Die zentralen Themen sind der Akkulturationsprozess von Migranten, die bildungswissenschaftlichen Konzepte der Migrationsgesellschaft sowie die empirische Untersuchung schulpraktischer Modelle zur Sprachförderung.
Das Ziel ist es, die schulreale Umsetzung von Förderklassen transparent zu machen und zu evaluieren, wie diese Schüler bestmöglich in das deutsche Schulsystem integriert werden können.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring auf Basis von fünf leitfadengestützten Experteninterviews mit Lehrkräften durchgeführt.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Akkulturation, Diskurse) mit der historischen und aktuellen Entwicklung von Förderklassen sowie einer detaillierten Fallstudie über die praktische Arbeit der Lehrkräfte verknüpft.
Migration, Integration, Internationale Förderklassen, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Akkulturation und Heterogenität sind die prägenden Begriffe.
Die befragten Lehrkräfte betonen die Partnerschaft als entscheidenden Erfolgsfaktor, da sie die gegenseitige Vertretung ermöglicht und das immense Arbeitspensum sowie die organisatorische Last besser bewältigbar macht.
Kritisiert werden vor allem das Fehlen einheitlicher Curricula, die bürokratische Unklarheit, die prekäre Finanzierungssituation und die zeitliche Begrenzung der Förderfristen, die oft als realitätsfern empfunden werden.
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