Examensarbeit, 2005
122 Seiten, Note: 1,7
A. Einleitung
B.
I. Veränderte Kindheit
I.1.1 Historische Entwicklung von Kindheit
I.1.2 Familiäre Veränderungen
I.1.3 Veränderte Freizeit
I.1.4 Medienkonsum
I.1.5 Veränderte Umgebung
II. Folgen der veränderten Kindheit und Gründe für eine Bewegte Grundschule
II.1.1 Konzentrationsmangel und Lernschwierigkeiten
II.1.2 Gesundheitsschwächen
II.1.2.1 Haltungsschwächen
II.1.2.2 Übergewicht und Adipositas (Fettsucht)
II.1.2.3 Ausdauerschwäche
II.1.3 Wahrnehmungsschwierigkeiten
II.1.3.1 Störung der Sinneswahrnehmung
II.1.3.2 Körperwahrnehmungsstörungen
II.1.3.3 Störungen der Umweltwahrnehmung
III. Bewegte Schule
III.1 Bewegte Schule (Urs Illi)
III.1.1 Kritikpunkte
III.2 Bewegungsfreudige Schule (Heinz Aschebrock)
III.2.1 Kritikpunkte
III.3 Bewegungsfreundliche Schule (Reiner Hildebrandt-Stramann)
III.3.1 Kritikpunkte
III.4 Bewegte Schule (Rüdiger Klupsch-Sahlmann)
III.4.1 Kritikpunkte
III.5 Bewegte Schulkultur (Ralf Laging)
III.5.1 Kritikpunkte
IV. Die Bewegte Schule in der Praxis
IV.1 Das bewegte Schulleben
IV.2 Die bewegten Pausen
IV.3 Der bewegte Unterricht
IV.4 Der Sportunterricht
C. Vorstellung einer Bewegten Grundschule
I. Der Interviewleitfaden
II. Die Schule und ihre Ausstattung
II.1 Allgemeine Angaben
II.2 Personelle Ausstattung
II.3 Ausstattung der Schule
III. Das pädagogische Gesamtkonzept
IV. Die Schule als Bewegungsraum
IV.1 Im Unterricht
IV.2 Außerunterrichtliche Aktivitäten
V. Ergebnis der Studie
D. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Notwendigkeit einer Bewegten Grundschule als Antwort auf die veränderte Kindheit aufzuzeigen und Strategien für deren praktische Umsetzung in den Schulalltag zu erörtern. Die Forschungsfragen untersuchen dabei, wie sich die Lebenswelt von Kindern gewandelt hat, welche Folgen dies für die Schule hat und inwiefern Bewegung diese Defizite kompensieren sowie Lernprozesse fördern kann.
I.1.1 Historische Entwicklung von Kindheit
Den Begriff Kindheit gibt es noch nicht seit jeher. Im Mittelalter war es so, dass ein Kind „sobald es sich alleine fortbewegen konnte übergangslos zu den Erwachsenen gezählt“ wurde. Kinder mussten dadurch schon früh allerlei Verrichtungen in Haus und Garten durchführen. Auf sie wurde niemals besondere Rücksicht genommen, denn es gab eine große Anzahl von ihnen, da damals jede Familie viele Kinder hatte. Sie durften die gleichen Sachen tragen wie die Erwachsenen, sie nahmen an den gleichen Veranstaltungen teil und verrichteten dieselbe Arbeit.
„Kinder waren ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, ohne dass sie eine eigene Rolle spielten. Ihre besonderen Bedürfnisse wurden nicht wahrgenommen. Stattdessen herrschte ein pragmatischer Umgang vor. Die Kinder sollten das lernen, was für ihr Erwachsenleben von Bedeutung sein würde.“
Erst im 15. und 16. Jahrhundert entstand der Begriff Kindheit. Dort wurde zum ersten Mal das Kind als kindliches Wesen anerkannt. Mütter fanden Freude daran mit den Kindern zu spielen und auch ein Interesse an Erziehung, Vermittlung von Werten und Bildung kam auf. Jedoch war es in dieser Zeit so, dass nicht alle Kinder die gleichen Chancen auf eine richtige Kindheit hatten. Zunächst durften nur wohlhabende Kinder und vornehmlich Jungen ihr Kindsein auskosten. „In den armen Familien dauerte die Entflechtung der Welten erheblich länger. Dort dominierten Armut, Ausbeutung, Elend, Krankheit.“ Und so ging das Interesse an Kinderarbeit erst dann verloren, als Eltern sich selbst versorgen konnten und genug Geld verdienten. Kinder aus dieser Zeit waren ständig in Bewegung. Man hatte kaum Geld für Spielzeug, jedoch sehr viel Platz in der Natur und genügend Spielkameraden, mit denen man spielen, raufen, Wettkämpfe und Sport betreiben konnte. Dies wurde durch die Entwicklung seit 1890/91 noch verstärkt. Denn seitdem wurde Kinderarbeit offiziell verboten. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch das allgemeine
I. Veränderte Kindheit: Dieses Kapitel erläutert den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern unter Berücksichtigung historischer und aktueller Lebensbedingungen.
II. Folgen der veränderten Kindheit und Gründe für eine Bewegte Grundschule: Es werden die gesundheitlichen und kognitiven Folgen des Bewegungsmangels dargelegt, die die Einführung eines bewegungsorientierten Schulkonzepts notwendig machen.
III. Bewegte Schule: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische didaktische Konzepte der Bewegten Schule vor und unterzieht diese einer kritischen Würdigung.
IV. Die Bewegte Schule in der Praxis: Hier werden konkrete Methoden und Beispiele aufgezeigt, wie Bewegung in Unterricht, Pausen und Schulalltag integriert werden kann.
C. Vorstellung einer Bewegten Grundschule: In diesem Teil wird die praktische Umsetzung des Konzepts anhand einer Fallstudie an einer offenen Ganztagsgrundschule beschrieben.
Bewegte Schule, Grundschule, Bewegungsmangel, veränderte Kindheit, Psychomotorik, ganzheitliches Lernen, Sportunterricht, Körperwahrnehmung, Bewegungspausen, Lernklima, Ganztagsschule, Konzentrationsförderung, Gesundheit, Schulentwicklung, soziale Kompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Notwendigkeit, Bewegung als integralen Bestandteil in den Grundschulalltag zu integrieren, um den Auswirkungen einer sich wandelnden Kindheit entgegenzuwirken.
Zentrale Themen sind die Analyse des gesellschaftlichen Wandels, die gesundheitlichen und kognitiven Folgen von Bewegungsmangel bei Kindern sowie verschiedene theoretische Konzepte und Praxisbeispiele einer bewegten Schule.
Ziel ist es zu zeigen, wie Schulen durch ein bewegungsorientiertes Gesamtkonzept nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch die Lernfähigkeit und das soziale Miteinander der Schüler verbessern können.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zur theoretischen Herleitung mit einer qualitativen Fallstudie, die durch Interviews und Beobachtungen in einer offenen Ganztagsgrundschule ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der "veränderten Kindheit", eine Vorstellung verschiedener bewegungs- und schulpädagogischer Konzepte sowie eine detaillierte Ausarbeitung der praktischen Umsetzung im schulischen Alltag.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Bewegte Schule", "Ganzheitliches Lernen", "Wahrnehmungsförderung" und "Schulentwicklung" definiert.
Es wird als entscheidende Antwort auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des statischen Sitzzwangs im klassischen Unterrichtsdesign vorgestellt, um Haltungsschäden zu präventieren und die Konzentration zu steigern.
Schullandheime dienen als idealer Ort, um Bewegung mit umweltbewusstem Lernen und der Förderung sozialer Kompetenzen zu verbinden, da sie einen Milieuwechsel ermöglichen und Raum für ganzheitliche Erfahrungen bieten.
Die Arbeit betont, dass nicht nur der Sportunterricht, sondern das gesamte Schulgelände – einschließlich Pausenhöfen, Fluren und Klassenzimmern – als gestaltbare Lern- und Bewegungslandschaft fungieren muss.
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