Examensarbeit, 2004
156 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Lehrerbildung unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie
2.1 Der nationalsozialistische Ideologiebegriff
2.2 Die nationalsozialistisch-ideologischen Elemente und ihre Projektion auf die Lehrerbildung
2.3 Bildung und Erziehung im Nationalsozialismus
3 Die Ausbildung von Volksschullehrern in der Weimarer Republik
3.1 Bildungspolitische Inhalte der Weimarer Verfassung und ihre Auswirkung auf die Ausbildung von Volksschullehrern
3.2 Heterogenität der Volksschullehrerausbildung
3.3 Die Pädagogischen Akademien in Preußen
3.4 Überfüllungssituation im Lehramt für Volksschulen
4 Die bildungspolitische Situation im Nationalsozialismus
4.1 Schul- und Bildungspolitik im Dritten Reich
4.1.1 Bildungsbeschränkung und Zentralisation in der Schulverwaltung
4.1.2 „Gleichschaltung“
4.2 Diskussion zur Frage der Lehrerbildung nach 1933
5 Die Hochschule für Lehrerbildung
5.1 Übergang von der Pädagogischen Akademie zur Hochschule für Lehrerbildung in Preußen
5.2 Vereinheitlichung der Volksschullehrerausbildung nach preußischem Vorbild
5.3 Studium an der Hochschule für Lehrerbildung
5.3.1 Studium für das Volksschullehramt
5.3.2 Weitere Ausbildungsmöglichkeiten
5.4 Organisation und Entwicklung der Hochschule für Lehrerbildung
5.4.1 Nationalsozialistische Organisationsformen
5.4.2 Richtlinien und Studienordnung
5.5 Zum Anspruch der Wissenschaftlichkeit
5.6 Überblick zur weiteren Entwicklung der Hochschulen für Lehrerbildung
6 Der Weg zur Reseminarisierung der Volksschullehrerbildung
6.1 Weichenstellung zum Umbruch in der Volksschullehrerbildung
6.2 Bedeutung des Lehrermangels für das Ende der Hochschule für Lehrerbildung
6.3 Erneute Diskussion über die Ausbildung von Volksschullehrern ab 1938
6.3.1 Positionen für die Hochschule für Lehrerbildung
6.3.2 Positionen der Gegner der Hochschule für Lehrerbildung
6.4 Staatliche Aufbaulehrgänge in Preußen ab 1939
6.4.1 Einrichtung der Staatlichen Aufbaulehrgänge
6.4.2 Auswahl der Schüler und „Auslese“ in Musterungslagern
6.4.3 Lehrkörper, Schülerschaft und Ausbildung
6.5 Ausbildung von Schulhelfern als letzter Versuch zur Abwendung eines Umbruchs
7 Die Lehrerbildungsanstalt
7.1 Entscheidung und Umbruch für die Lehrerbildungsanstalt
7.2 Die Einführung der Lehrerbildungsanstalt
7.2.1 Aufbau und Einrichtung der Lehrerbildungsanstalten
7.2.2 „Vorläufige Bestimmungen für den Unterricht an Lehrerbildungsanstalten“
7.2.3 Ausbildungswege an der Lehrerbildungsanstalt
7.2.4 Abschluss an der Lehrerbildungsanstalt
7.3 Organisation der Lehrerbildungsanstalt
7.3.1 Lehrkräfte
7.3.2 Schülerschaft
7.3.3 Organisationsformen
7.4 Auswirkungen des Krieges auf die Volksschullehrerausbildung
7.4.1 Verlegungen der Lehrerbildungsanstalten
7.4.2 Einschränkungen der Ausbildung
7.5 Weitere Verschärfung des Volksschullehrermangels
8 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Volksschullehrerausbildung zwischen 1933 und 1945. Das primäre Forschungsziel besteht darin, zu ergründen, ob die historisch belegbaren Wechsellagen von Überfüllung und Mangel an Lehrkräften ursächlich für die tiefgreifenden bildungspolitischen Umstrukturierungen waren oder ob ideologische Motive der Nationalsozialisten maßgeblich die Entwicklung von der Hochschule für Lehrerbildung zur Lehrerbildungsanstalt bedingten.
Die Lehrerbildung unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie
Bei der Untersuchung der Volksschullehrerbildung des Dritten Reiches bedarf es eines näheren Blickes auf die NS-Ideologie1 und ihrer Wirkung für die Erziehung. Erst dieser ermöglicht eine Beurteilung der Entwicklung der Ausbildung von Volksschullehrern im Hinblick auf die Ziele des Nationalsozialismus. Genauso unverzichtbar ist dieser Einblick für das Erkennen von Zusammenhängen zwischen dem Nationalsozialismus und den bereits vorhandenen gesellschaftlichen Strömungen und Denkmustern.
Im Folgenden soll ein Überblick über den nationalsozialistischen Ideologiebegriff gegeben werden. Anschließend werden weltanschauliche Elemente und zentrale Schlagwörter, die in Rechtfertigungen bildungspolitischer Maßnahmen im Nationalsozialismus häufig anzufinden waren, erläutert und ihre Bedeutung für die Volksschullehrerbildung aufgezeigt.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach dem Einfluss von Überfüllung und Mangel auf die Lehrerbildung sowie die methodische Herangehensweise der Untersuchung.
2 Die Lehrerbildung unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen der Nationalsozialisten und wie diese die Konzeption und Erziehung an Ausbildungseinrichtungen beeinflussten.
3 Die Ausbildung von Volksschullehrern in der Weimarer Republik: Es wird die bildungspolitische Ausgangslage der Weimarer Zeit, geprägt durch Verfassungsvorgaben und Überfüllungssituationen, analysiert.
4 Die bildungspolitische Situation im Nationalsozialismus: Hier werden die Zentralisierung der Schulverwaltung, die Gleichschaltung und die Diskussionen über die Lehrerbildung nach 1933 behandelt.
5 Die Hochschule für Lehrerbildung: Das Kapitel befasst sich mit der Etablierung und Organisation der Hochschulen für Lehrerbildung sowie den damit verbundenen Anforderungen an Studium und politischer Sozialisation.
6 Der Weg zur Reseminarisierung der Volksschullehrerbildung: Analysiert werden der zunehmende Lehrermangel, die interne Kritik und die Etablierung der Staatlichen Aufbaulehrgänge als Reaktion auf die Krise.
7 Die Lehrerbildungsanstalt: Dieses Kapitel beschreibt die Einführung und den Betrieb der Lehrerbildungsanstalten, die durch Internatserziehung und schulische Ausbildung eine Abkehr von der hochschulmäßigen Ausbildung markierten.
8 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Provisorien und der Erkenntnis, dass die Dequalifizierung primär politisch intendiert war.
Nationalsozialismus, Volksschullehrer, Lehrerbildung, Ideologie, Lehrermangel, Überfüllung, Gleichschaltung, Hochschule für Lehrerbildung, Lehrerbildungsanstalt, Aufbaulehrgänge, Rassenideologie, Volksgemeinschaft, Blut und Boden, Schulpolitik, Indoktrination.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Ausbildung von Volksschullehrern in Deutschland im Zeitraum von 1933 bis 1945.
Die Themenfelder umfassen die NS-Ideologie, die bildungspolitische Situation in Weimar und im Dritten Reich, die Organisation der Lehrerausbildung sowie die Auswirkungen von Lehrermangel und Krieg auf das Bildungssystem.
Es soll geklärt werden, ob die Umbrüche in der Lehrerausbildung auf rationale Reaktionen auf Lehrermangel und Überfüllung basierten oder primär ideologisch motivierte Schritte zur Dequalifizierung und politischen Formung darstellten.
Die Arbeit basiert auf einem tiefgehenden Literaturstudium von Büchern, Sammelbänden und Artikeln sowie der Auswertung historischer Quellen und Aktenbestände.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Übergang von den Pädagogischen Akademien zu den Hochschulen für Lehrerbildung und schließlich zu den Lehrerbildungsanstalten unter Berücksichtigung von Richtlinien und politischen Diskussionen.
Die wichtigsten Begriffe sind Lehrerbildung, Nationalsozialismus, Volksschullehrer, Lehrermangel und die verschiedenen Ausbildungsformen im Untersuchungszeitraum.
Der Begriff fungierte als ideologisches Element, das zur Loyalitätssicherung eingesetzt wurde, jedoch oft im Widerspruch zur realen strukturellen Ausgestaltung der Ausbildung stand.
Der Mangel wurde als Argument missbraucht, um die hochschulmäßige Ausbildung abzubauen und durch eine schnellere, weniger akademisch anspruchsvolle und besser zu kontrollierende schulische Ausbildung zu ersetzen.
Nein, die Ausbildung war stark verschult, militärisch geprägt und untergeordnet dem Ziel der politischen Indoktrination der Jugendlichen, was eine wissenschaftliche Vertiefung weitgehend verhinderte.
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