Fachbuch, 2021
234 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Fraktale als Organisationsform und lebende Systeme
2.2 Zum Begriff SOL
3 Selbstorganisiertes Lernen in der Praxis
3.1 Der Advance Organizer
3.2 Das Gruppenpuzzle und das Sandwichprinzip
3.3 Autonomie, Eingebundensein und Erfolg
3.4 Weitere didaktisch-methodische Prinzipien
3.5 Rahmenbedingungen
4 Ziele Selbstorganisierten Lernens und potentielle Gefahren
4.1 Empirische Befunde zu Selbstorganisiertem Lernen
5 Qualitative Inhaltsanalyse
5.1 Begründung der Forschungsmethode
5.2 Methode
5.3 Analysetechnik und Ablaufmodell
6 Zusammenstellung der Ergebnisse
6.1 Hauptkategorie 1: Begriffsverständnis
6.2 Hauptkategorie 2: Verankerung innerhalb der Einzelschule
6.3 Hauptkategorie 3: Ziele
6.4 Hauptkategorie 4: Chancen
6.5 Hauptkategorie 5: Risiken
6.6 Hauptkategorie 6: Bedingungen
7 Diskussion der Ergebnisse
7.1 Diskussion Hypothese 1
7.2 Diskussion Hypothese 2:
7.3 Diskussion Hypothese 3
7.4 Diskussion Hypothese 4:
7.5 Diskussion Hypothese 5
7.6 Gütekriterien
7.7 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des Selbstorganisierten Lernens (SOL) im schulischen Alltag, mit dem Ziel, den Begriff theoretisch abzugrenzen und die Chancen sowie Risiken für Lehrkräfte und Schüler zu identifizieren, wobei die zentrale Forschungsfrage mittels leitfadengestützter Experteninterviews beantwortet wird.
3.1 Der Advance Organizer
Um neue Wissensgebiete mit bekannten Inhalten zu vernetzten und um zudem Transparenz hinsichtlich des eigenen Standorts, der Zielsetzung und Lernprozessinhalten zu bieten, gilt der Advance Organizer als einer der wichtigen Bestandteile von selbstorganisierten Lernprozessen. Als didaktische Lernlandkarte, die Bilder, Begriffe, Beziehungen und eine Botschaft beinhaltet, bietet er Organisation und Orientierungshilfe und kann Schülern über den ganzen Lernprozess hinweg visualisierend und strukturierend zur Verfügung stehen (vgl. Ludwig & Herold 2007).
Auch dem Lehrer kann der Advance Organizer bei der Reduktion von fachlichen Inhalten bei der Unterrichtsplanung helfen, indem er Inhalte präsentiert und durch Vernetzungen mit Vorerfahrungen und Assoziationen überhaupt relevant macht. Er wird von der Lehrperson angefertigt, da diese im Gegensatz zu Schülern, als Fachexperte die Übersicht über ein Themengebiet hat. Laut Herold und Herold (2017) muss den Schülern durch den Advance Organizer klar werden, wieso das Thema behandelt wird und wieso gerade sie persönlich sich damit befassen sollten und wozu die Beschäftigung damit nützlich ist und welche späteren Vorteile sich daraus ergeben. Ihnen soll also bewusst werden, was sie hinterher können. Das erreichbare Ziel und somit der Lernerfolg werden dadurch sichtbar. Auf den Advance Organizer sollte am Anfang und am Ende einer Unterrichtseinheit als eine zusammenhängende Übersicht im Plenum eingegangen werden. Er sollte aber auch während der Einheit immer greifbar sein, damit Schüler stets einen Orientierungspunkt haben. Am Ende eines Lernarrangements kann er wieder einen zusammenfassenden Überblick über neu erworbenes Wissen geben, das wieder als neue Erfahrung in neu zu erwerbenden Inhalte fließen kann. Es können auch offene Fragen geklärt werden. Der Advance Organizer dient zudem „[…] als Grundlage für das Gruppenpuzzle, denn nur wer die Übersicht hat, kann sich darauf einlassen, sich für eine gewisse Zeit mit Details oder Teilen eines Gesamten zu beschäftigen“ (ebd., 110).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung von Selbstorganisation und Selbststeuerung ein, bettet das Konzept in den schulischen Diskurs ein und begründet die Forschungsarbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert das Prinzip der fraktalen Organisation und differenziert begrifflich zwischen Selbstorganisiertem, Selbstgesteuertem und Selbstbestimmtem Lernen.
3 Selbstorganisiertes Lernen in der Praxis: Hier werden die methodischen Grundpfeiler wie der Advance Organizer, das Gruppenpuzzle und das Sandwichprinzip sowie notwendige Rahmenbedingungen für die schulische Umsetzung detailliert beschrieben.
4 Ziele Selbstorganisierten Lernens und potentielle Gefahren: Dieses Kapitel diskutiert die angestrebten Kompetenzziele und stellt ihnen empirische Befunde sowie die Risiken einer fehlerhaften Umsetzung gegenüber.
5 Qualitative Inhaltsanalyse: Es wird die forschungsmethodische Begründung sowie die Anwendung der Inhaltsanalyse nach Mayring auf die geführten Experteninterviews dargelegt.
6 Zusammenstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus den Experteninterviews werden in sechs Hauptkategorien (Begriffsverständnis, Verankerung, Ziele, Chancen, Risiken, Bedingungen) strukturiert und dargestellt.
7 Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse in Bezug auf die Theorie und Hypothesen, diskutiert die Gütekriterien und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Forschung.
Selbstorganisiertes Lernen, SOL, Unterrichtsentwicklung, Selbststeuerung, Kompetenzentwicklung, Eigenverantwortung, Sandwichprinzip, Advance Organizer, Methodenkompetenz, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrerrolle, Schulentwicklung, Heterogenität, Leistungsbeurteilung, Kooperatives Lernen
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Selbstorganisierten Lernens (SOL) im schulischen Kontext, untersucht dessen theoretische Hintergründe und beleuchtet die Herausforderungen und Chancen bei der praktischen Umsetzung durch Lehrkräfte.
Zu den Schwerpunkten zählen die begriffliche Einordnung von SOL, die methodische Gestaltung von Lernarrangements (z. B. durch das Sandwichprinzip), die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter sowie die empirische Analyse von Chancen und Risiken.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie die Umsetzung von Selbstorganisiertem Lernen in der Schule gelingt und welche Chancen und Risiken sich für die beteiligten Akteure in der Praxis daraus ergeben.
Zur Datengewinnung wurden nicht standardisierte Experteninterviews mit zwanzig praktizierenden Lehrkräften geführt, deren Ergebnisse anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung von Methoden und Rahmenbedingungen sowie eine qualitative Inhaltsanalyse, in der die Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis kategorisiert und diskutiert werden.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Selbstorganisiertes Lernen (SOL), Kompetenzentwicklung, Eigenverantwortung, Unterrichtsöffnung, Lehrerrolle und Qualitative Inhaltsanalyse geprägt.
Die Arbeit zeigt, dass während einerseits eine Entlastung während des Unterrichtsverlaufs möglich ist, der initiale Vorbereitungsaufwand für SOL-Arrangements deutlich höher ist, was zu widersprüchlichen Erfahrungen unter den befragten Lehrkräften führt.
Laut den befragten Experten sind klare Regeln und Rituale das "A und O" für den Erfolg, da sie Sicherheit bieten und Struktur gewährleisten, was besonders bei der Umstellung von Frontalunterricht auf selbstorganisierte Settings entscheidend ist.
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